Richtlinie sorgt für frischen Wind in alten Farben
Unsere Raumluft wird künftig gesünder. Zumindest in der Theorie. Denn eine europäische Richtlinie soll die organischen Lösemittel in Farben und Lacken reduzieren. Diese Decopaint-Richtlinie ist bereits seit 2004 in Kraft und setzt für alle Farben, die ab dem 1. Januar 2007 produziert werden - abhängig von der Produktgruppe - Grenzwerte fest. Ab 2010 werden diese in einer zweiten Stufe verschärft.
In den vergangenen Jahren sollten daher die meisten Farbenhersteller ihre Rezepturen umgestellt und eventuell vorhandene Gehalte an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) gemindert haben. ÖKO-TEST hat dies an 26 Wandfarben, 18 Abtönfarben und 23 Lackfarben im Labor überprüfen lassen. Mit zum Teil desillusionierenden Ergebnissen! Neben weiteren bedenklichen und umstrittenen Inhaltsstoffen ließen wir außerdem die Deklarationen der Farben eingehend prüfen, um zu sehen, inwieweit sie dem Verbraucher die nötigen Informationen liefern.
Das Testergebnis Lackfarben
Die lösemittelhaltigen Lacke sind deutlich schadstoffbelasteter als die wasserbasierten Produkte. Fast alle fallen aufgrund ihrer bedenklichen Inhaltsstoffe mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch - die Naturharzlacke von Livos und Leinos liegen noch im Mittelfeld. Unter den wasserbasierten Rezepturen können zwei konventionelle Baumarktprodukte von Obi und Hornbach mit "sehr gut" überzeugen. In dieser Gruppe fällt der Bahr Meisterklasse Acryl-Buntlack, seidenmatt mit der Gesamtnote "mangelhaft" aus dem Rahmen.
Dass lösemittelhaltige Lacke große Anteile an Lösemitteln enthalten, liegt in der Natur der Sache. Alle ab Januar 2007 produzierten Lacke müssen sich jedoch den geltenden Grenzwerten für flüchtige organische Verbindungen (VOC) stellen, die ab 2010 noch verschärft werden. Unsere Testergebnisse unter "Flüchtige Inhaltsstoffe" zeigen, dass dies ein großes Problem für die Hersteller lösemittelhaltiger Produkte darstellt: Zwei Lacke überschreiten eindeutig den aktuell gültigen Grenzwert, dürfen jedoch bis zum Ende dieses Jahres abverkauft werden. Die meisten anderen Rezepturen bewegen sich im Grenzbereich und erfüllen zumindest ab 2010 nicht mehr die Anforderungen.
Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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