Testberichte aus dem Archiv
Ratgeber Gesundheit und Fitness 7: 2007

Wund- und Desinfektionsmittel
Gute Grundausstattung
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Die meisten kleineren Wunden und Kratzer verheilen zwar auch ohne die Hilfe von Tinkturen und Salben problemlos. Doch viele wollen mit einem Mittel nachhelfen - und so bietet der Markt einiges an Produkten. Bei kleinen verschmutzten Verletzungen und Schürfwunden ist eine Desinfektion sinnvoll, damit die Keime nicht dazu führen, dass sich die Haut entzündet und schlecht verheilt. Die auch als Antiseptika bezeichneten Desinfektionsmittel töten Mikroorganismen und beugen Infektionen vor. Mittel zur Unterstützung der Wundheilung werden dagegen nicht zum Desinfizieren von Wunden benutzt, sondern zur Pflege.
Wir haben 22 Desinfektionsmittel und Wundheilungspräparate eingekauft und prüfen lassen. Darunter sind Salben, Gels, Sprays und Lösungen.
Das Testergebnis
Zwei Produkte schneiden mit "sehr gut" ab, vier Wundheilungsmittel mit "gut". Immerhin fünf Antiseptika bzw. Wundheilungsmittel fallen aber mit "mangelhaft" bzw. "ungenügend" durch.
Nicht alle Wirkstoffe sind sinnvoll. So werten wir den destillierten Extrakt aus der Hamamelispflanze ab, der in der Hametum Creme und in der Hametum Wund- und Heilsalbe steckt. Zwar enthält besonders die Rinde der Pflanze Gerbstoffe, die zusammenziehend wirken und entzündungshemmende Effekte haben können. Aber im destillierten Hamamelisextrakt fehlen diese wirksamen Gerbstoffe fast vollständig, Studien zur wundheilenden Wirkung solcher Destillate liegen nicht vor.
Dem Wirkstoff 8-Chinolinolsulfat-Kaliumsulfat in den Chinosol 1,0 g Lösungstabletten wird ein hohes Allergiepotenzial zugeschrieben, außerdem gilt er als erbgutschädigend. Auch der Wirkstoff Ethacridinlactat in der Rivanol Lösung 0,1 % führt häufig zu Kontaktallergien und sollte deshalb gemieden werden.
In der Dibromol Tinktur stecken halogenorganische Verbindungen als Wirkstoffe. Sie können Allergien hervorrufen.
Sechs Produkte enthalten den Jodkomplex Povidon-Jod. Sie geben das gegen Keime wirkende Jod langsam frei, was als zuverlässiges Wirkprinzip akzeptiert ist. Die Anwendung von wässrigen und alkoholischen Jodlösungen wie in der Jodtinktur "Hetterich" wird dagegen heute nicht mehr als sinnvoll angesehen. Diese Lösungen wirken stärker reizend und allergisierend.
Allerdings enthalten alle Mittel, die mit Povidon-Jod arbeiten, sowie einige andere Produkte als Hilfsstoffe PEG/PEG-Derivate, die die Haut für Fremdstoffe durchlässiger machen können.
Im Panthenol-Spray steckt als bedenklicher Hilfsstoff Peroxyessigsäure, die zwar desinfizierend wirkt, von der aber auch Anhaltspunkte für eine krebserzeugende Wirkung aus Tierversuchen vorliegen.
Zwei Salben enthalten als umstrittenen Hilfsstoff Methylsalicylat. Der Stoff kann Salicylsäure abspalten, die in hohen Konzentrationen hautauflösend wirkt.
In zehn Produkten stecken mehr als zehn Prozent Paraffine/Erdölprodukte/Silikone in der Lipidphase. Diese künstlichen Öle und Fette integrieren sich nicht so mühelos ins Gleichgewicht der Haut wie Bestandteile natürlicher Öle.
Außerdem können fetthaltige Cremes die Reißfestigkeit von Kondomen beeinträchtigen. Gut zu wissen, denn viele der Wund- und Heilsalben sind auch für kleine Wunden im Anal- und Genitalbereich vorgesehen. Bei vier Mitteln kritisieren wir, dass ein Hinweis auf die Beeinträchtigung der Reißfestigkeit von Kondomen fehlt.
Bei offenen, akuten Wunden hat der Wundheilungsprozess noch nicht begonnen. Fetthaltige Wundheilungscremes gehören nicht auf offene Wunden, denn sie können die Wunde abschließen, das Wundsekret am Ablaufen hindern und ein Milieu schaffen, das Krankheitskeime fördert. Ein entsprechender Hinweis fehlt allerdings bei allen fetthaltigen Wundheilungsmitteln.

Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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