Testberichte aus dem Archiv
Ratgeber Gesundheit und Fitness 7: 2007

Pflaster
Gute Grundausstattung
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Ein Pflaster schützt die Wunde nicht nur vor Keimen, sondern saugt auch Blut und Wundflüssigkeit auf, ohne die Wunde auszutrocknen. Das ist wichtig, denn eine feuchte Wunde heilt besser. Pflaster gibt es als Meterware am Stück, die nach Bedarf zurechtgeschnitten werden kann, und als einzeln verpackte Streifen, die Strips heißen. Viele Pflaster bestehen aus Gewebe, zum Beispiel Viskose oder einem Gemisch aus Kunstfasern. Daneben gib es Kautschukpflaster, andere sind aus einer Kunststofffolie gefertigt. Diese Folienpflaster überstehen das Händewaschen besser und werden oft als wasserabweisend bezeichnet. Damit Luft hindurch kann, sind sie fein gelocht.
Seine Klebeeigenschaften machen das Pflaster häufig zum Problemfall: Entweder es haftet gut und lässt sich später nur schwer von der Haut lösen, oder es klebt nicht so gut und löst sich bereits bei der kleinsten Bewegung. Naturkautschukpflaster kleben vergleichsweise gut, können aber aufgrund der Latexproteine für Latexallergiker problematisch sein und allergische Reaktionen auslösen. Kunststoff- oder Viskosepflaster mit einem Polyacrylatkleber dagegen haften zwar nicht ganz so gut, sie lösen aber keine Allergien aus. Pflaster ohne Naturlatex werden deshalb immer wieder als hypoallergen bezeichnet.
ÖKO-TEST hat aus dem großen Angebot exemplarisch 24 Pflaster - sowohl Strips als auch Meterware - eingekauft und im Labor auf bedenkliche und umstrittene Inhaltsstoffe untersuchen lassen.
Das Testergebnis
Kleben Sie sich ruhig eins: 19 Pflaster bekommen ein "sehr gutes" Gesamturteil, nur eines schnitt mit der schlechtesten Note "ungenügend" ab.
Gerade die getestete Meterware fiel durch einen hohen Gehalt an Proteinen auf. Sie wird häufig mit einer Zinkoxid-Naturkautschuk-Klebemasse ausgerüstet. Da es sich bei den gefundenen Proteinen um Latexproteine aus dem Klebstoff handeln kann und mit zunehmendem Proteingehalt das Allergierisiko steigt, haben wir Mengen von über 30 Mikrogramm pro Gramm (µg/g) Pflastermaterial um zwei Stufen abgewertet. Für medizinische Handschuhe existiert eine Empfehlung, nur Produkte zu verwenden, die weniger als 30 µg/g Latexproteine abgeben. Dass es auch in der Meterware ohne die umstrittenen Proteine geht, zeigt das Detiplast Sensitiv-Pflaster Vlies-Pflaster, welches aus Polyethylenvlies hergestellt und als hypoallergen gekennzeichnet ist, sowie das Duka Plast luftdurchlässig.
Völlig von der Rolle ist das Omnisan Wund-Pflaster Classic Textil-Pflaster, das wir bei Penny eingekauft haben. Hier fanden sich nicht nur Latexproteine, sondern auch die bedenklichen Inhaltsstoffe DEHP und DINP: Die beiden Weichmacher stehen im Verdacht, Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane zu schädigen und außerdem wie ein Hormon zu wirken. Schließlich enthielt das Pflaster auch noch das Schwermetall Cadmium.
In den Medi+Self Pflasterstrips, wasserabweisend steckt die phosphororganische Verbindung Tributylphosphat (TBP). Diese Stoffgruppe wird meist als Flammschutzmittel für Kunststoffe, aber auch als Weichmacher eingesetzt. Die Substanzen werden in der Regel gut von der Haut aufgenommen, wirken häufig nervengiftig und sind zum Teil möglicherweise krebserregend.
Nur ein Produkte enthält PVC/PVDC/ chlorierte Kunststoffe in der Verpackung, was als Weiterer Mangel gilt.
Ergänzung
Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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