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ÖKO-TEST Jahrbuch Essen, Trinken und Genießen für 2007
TestChips
Grobes Foul
Chips



Isst man einen, isst man alle: Irgendeinen Suchtfaktor müssen Chips haben, denn kaum jemand kann die angebrochene Tüte auch nur bis zum nächsten Tag aufheben. In einer 175-Gramm-Tüte Chips stecken so viele Kalorien wie in einem Drei-Gänge-Menü. Abhängige freuen sich über die immer zahlreicher werdenden Lightvarianten, die mit zirka 30 Prozent weniger Fett aufwarten können und trotzdem erstaunlich gut schmecken. Zu den kalorienarmen Lebensmitteln zählen aber auch Lightchips nicht.

Gesundheitsbewusste Chipsliebhaber haben in den letzten Jahren schweren Herzens die eine oder andere Tüte eingespart, weil die Kartoffelscheiben als hoch belastet mit dem Krebsgift Acrylamid gelten. Doch die Branche hat etwas getan: Durch Änderung der Herstellungsprozesse, Sortenauswahl und Lagerung der Kartoffeln konnte der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie, Fachsparte Knabberartikel, den durchschnittlichen Acrylamidgehalt eigenen Angaben zufolge seit 2002 um zirka 50 Prozent auf durchschnittlich 450 Mikrogramm pro Kilogramm (µg/kg) reduzieren.

Wir haben 30 Chipstüten in die Labore geschickt, darunter Markenware, Eigenmarken, Light- sowie Maischips und auf Acrylamid, Schimmelpilzgifte sowie Gentechnik untersuchen lassen.

Das Testergebnis

Bio macht das Rennen. Zwei Marken schneiden mit "sehr gut" ab. Ansonsten gibt es nur wenige Chips mit "guten" und "befriedigenden" Noten, der Rest schneidet mit "ausreichend" und "ungenügend" ab.

Unsere Testergebnisse decken sich mit den Angaben der Branche. Im Vergleich zum ÖKO-TEST im April 2002 steckt jetzt nur noch halb so viel Acrylamid in den Chips. Bis auf vier Chipssorten liegen dennoch alle Marken mehr oder weniger stark über unserer strengen Abwertungsgrenze, die Trüller Chips mit Paprikageschmack überschreiten sogar den Signalwert. Acrylamid bildet sich beim Herstellungsprozess und kann aus Kartoffelchips nicht ganz verbannt werden. Die Kartoffel enthält Ausgangsstoffe, die unter Hitze und Wasserentzug miteinander reagieren und Acrylamid bilden. Mais ist diesbezüglich nicht so gefährdet, die Maischips entsprechend geringer belastet. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) setzt sogenannte Signalwerte für Acrylamid fest, die zwar keine gesetzliche Verbindlichkeit haben, aber als Orientierung gelten sollten. Der Signalwert für Chips ist 1000 µg/kg.

Mais wird weltweit schon in großem Umfang gentechnisch angebaut, weshalb wir alle Maischips auf gentechnisch veränderte Bestandteile untersucht haben. In den Fuego Chili Chips von Kattus steckt ein zwar sehr geringer, aber immerhin nachweisbarer Anteil der gentechnisch veränderten Maissorte BT11, die in Deutschland zugelassen ist. Wahrscheinlich handelt es sich um eine ungewollte Verunreinigung während Transport, Lagerung oder Verarbeitung. Die Firma Kattus wollte sich dazu auf Nachfrage nicht äußern.

Allen konventionellen Produkten sind Geschmacksverstärker zugesetzt. Bei empfindlichen Menschen können Geschmacksverstärker zu Schläfendruck, Kopfschmerzen und steifem Nacken führen. Versuchstieren machten sie Appetit auf mehr, führten zu erhöhter Fresslust.





Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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