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Wer sich beim Friseur die strapazierten oder trockenen Haare mit einem speziellen Shampoo waschen lässt, erwartet viel vom Produkt: Pflegen soll es das Haar, geschmeidig glänzend machen, Schäden wieder reparieren. Dafür sind die meisten Kunden bereit, tief in die Tasche zu greifen.

Von den Shampoos, die es nur im Salon zu kaufen gibt, kosten 100 ml zwischen 65 Cent und 13,20 Euro. Die Hersteller rechtfertigen die saftigen Preise mit an den Haaren herbeigezogenen Argumenten: Erstens bekomme der Kunde im Salon nicht nur ein Shampoo mit hochdosierten Rezepturanteilen angeboten, sondern meistens eine komplette Pflegeserie - mit Produkten, die genau auf sein individuelles Haarproblem abgestimmt sind. Ergänzt werde das Ganze durch eine typgerechte Beratung und wertvolle Pflegetipps.

Doch leider stecken in den schicken Flakons nicht nur wertvolle Pflegestoffe, sondern auch eine ganze Reihe schädlicher Substanzen. Die teilweise aggressiven Zusätze können die Haut angreifen. Vor allem für Friseure ist der häufige Kontakt mit Wasser, Shampoos und Friseurchemikalien eine extreme Belastung. Viele schützen sich beim Umgang mit chemischen Substanzen mit Handschuhen.

Das war nicht immer so: Von 1980 bis 1991 hatte sich die Zahl der bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) von Friseuren gemeldeten Hauterkrankungen auf einen Spitzenwert von rund 4500 Fällen verdoppelt. Um dem entgegenzuwirken, entwickelte die BGW zusammen mit dem Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks und dem Industrieverband Körperpflege und Waschmittel (IKW) ein Präventionskonzept.

Dazu gehörte auch, Friseure zur Anwendung wirksamer Hautschutzmaßnahmen zu motivieren und Produkte mit geringerem Gefährdungspotenzial einzuführen. Die Maßnahmen hatten Erfolg: Inzwischen leiden deutlich weniger Friseure an berufsbedingten Hauterkrankungen. Im Jahr 2004 wurden der BGW nur noch rund 1200 Verdachtsfälle einer Berufskrankheit gemeldet.

Doch was ist mit den Kunden? Viele wissen nicht einmal, was ihnen im Salon auf Haut und Haare geschmiert und kräftig einmassiert wird. ÖKO-TEST hat 23 friseurexklusive Shampoos für strapaziertes und trockenes Haar in die Labore geschickt und auf bedenkliche und umstrittene Stoffe prüfen lassen.

Das Testergebnis

Viele Friseurshampoos sind ihr Geld nicht wert: Kein einziges Produkt schnitt mit "sehr gut" ab, lediglich fünf Shampoos haben den Test mit "gut" bestanden, dagegen fällt rund die Hälfte mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch. Zum Vergleich: Bei unserem letzten Test von Shampoos aus Drogerien, Supermärkten, Discountern und Bio-Läden gab es immerhin vier Produkte, die ohne Beanstandung waren und die wir mit "sehr gut" bewerten konnten.

Acht Produkte enthalten bedenkliche Formaldehyd/-abspalter. Sie werden als Konservierungsstoffe eingesetzt, um die Bakterienbildung zu hemmen.

In sieben Produkten haben die Experten halogenorganische Verbindungen gefunden. Einige Stoffe aus dieser Gruppe können Allergien auslösen, manche erzeugen sogar Krebs.

Insgesamt fünf Produkte sind mit Duftstoffen parfümiert, die Allergien auslösen können. Eines, das Catwalk Oatmeal & Honey Treatment Shampoo vom Anbieter Tigi, enthält das starke Allergen Cinnamal.

Polyzyklische Moschus-Verbindungen reichern sich im menschlichen Fettgewebe an; Tierversuche deuten sogar auf Leberschäden hin. Wir fanden die künstlichen Duftstoffe in sechs Produkten.

Sieben Produkte weisen erhöhte Werte von Diethylphthalat auf. Der Stoff zur Vergällung von Alkohol kann den Schutzmechanismus der Haut beeinträchtigen.





Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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