Testberichte aus dem Archiv
ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2007

Augen-Make-up-Entferner
Augenwischerei
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Immerhin jede fünfte Frau, die Make-up verwendet, lässt das Abschminken einfach ausfallen, meldet die Apothekenumschau. Andere benutzen ihre Gesichtsreinigungsmilch auch für die Augenpartie. Einen speziellen Augen-Make-up-Entferner nehmen nur rund 15 Prozent der Frauen täglich. Solche Produkte sollen die haltbaren oder gar wasserfesten Rezepturen ohne Rubbeln abnehmen. Dafür enthalten sie häufig aggressive Tenside. Reinigungsmilch dagegen soll Hautfett, Schmutz und Teint-Make-up entfernen, kommt also mit milderen Tensiden aus.
Wer aufs Abschminken verzichtet und mit voller Kriegsbemalung schlafen geht, riskiert, dass die getuschten Wimpern durch Druck und Reibung abbrechen. Zudem können Rückstände von Kajal oder Mascara Bindehaut und Lider reizen und zu entzündeten oder tränenden Augen führen. Also Augen zu und runter mit dem Make-up.
Welche Methode frau dazu benutzt, ist letztlich Geschmackssache. Die Hersteller spezieller Abschminklotionen behaupten jedenfalls, dass ihre Produkte nicht nur besonders gründlich reinigen, sondern auch noch pflegen - etwa durch Inhaltsstoffe wie Dexpanthenol, Kamille, Allantoin oder Kornblumenextrakt. Sie sollen die Haut der Augenpartie beruhigen, abschwellen, entspannen oder erfrischen.
Leider bleiben aber auch die problematischen Inhaltsstoffe - wie Konservierungsmittel, aggressive Tenside oder allergisierende Duftstoffe - auf der Lidhaut. Und da diese extrem dünn und deswegen besonders empfindlich ist, kann sie leicht mit einer Kontaktallergie oder auch einer Rötung, Schwellung oder Schuppung reagieren, warnt der Dermatologe Dr. Erik Senger aus Rödermark.
Wir haben 24 Augen-Make-up-Entferner eingekauft und in die Labore geschickt, um zu sehen, ob die als sanft und mild ausgelobten Lotionen problematische Stoffe enthalten.
Das Testergebnis
Das Ergebnis kann einem die Tränen in die Augen treiben: Zwölf getestete Lotionen sind zwar "sehr gut" oder "gut". Doch die Hälfte schmiert mit schlechteren Bewertungen ab. Fünf Lotionen sind sogar "ungenügend".
Weit verbreitetes Problem waren die PEG/PEG-Derivate, die in 21 Produkten zu finden sind und häufig als Tenside eingesetzt werden. Sie können die Haut durchlässiger machen und so Fremdstoffe in den Körper schleusen. Unter anderem enthalten die Lotionen PEGs aus der Gruppe der Poloxamere. Das sind aggressive Tenside mit hoher Reinigungskraft, die aus der industriellen Flaschenreinigung bekannt sind.
In fünf Lotionen stecken Formaldehyd/-abspalter, die häufig als Konservierungsstoffe eingesetzt werden. Formaldehyd ist ein krebsverdächtiger Stoff, der schon in geringen Mengen die Schleimhäute reizt und Allergien auslösen kann. Zweimal ist diese Substanz auch gleichzeitig eine halogenorganische Verbindung.
Eine solche umstrittene Verbindung ist noch in fünf weiteren Lotionen enthalten. Viele dieser Stoffe gelten als allergieauslösend, manche erzeugen Krebs und fast alle reichern sich in der Umwelt an.
Drei Lotionen sind mit Duftstoffen belastet, die Allergien auslösen können.
Der Vichy Pureté Thermale Augen-Make-up-Entferner aus der Apotheke duftet mit problematischen polyzyklischen Moschus-Verbindungen.
Zwei Produkte enthalten zudem mehr als zehn Prozent Paraffine/Erdölprodukte/Silikone in der Lipidphase - statt hochwertiger pflanzlicher Öle.

Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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