Testberichte aus dem Archiv
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2007

Babyschaffelle
Kuschel-Schock
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Schaffelle sind eigentlich ein Nebenprodukt der Fleisch- und Wollproduktion. Sie kommen von überall her, wo Schafe gehalten werden. Überwiegend stammen sie aus Neuseeland, Australien und Südamerika, aber auch aus Deutschland. Dabei werden die Felle entweder als Rohhäute in Salz konserviert eingeführt und hier in Lohngerbereien gefertigt oder bereits gegerbt importiert. Da auf den Fellen höchstens die Gerbart steht, kann der Verbraucher meist nicht erkennen, woher es kommt und ob es umweltgerecht hergestellt wurde. Zumindest Artikel aus Leder werden heute überwiegend aus Niedriglohnländern wie China oder Osteuropa importiert.
Hier zu Lande werden an Gerbereien hohe Anforderungen für den Umweltschutz gestellt. Deshalb muss Waschwasser recycelt, müssen Gerbstoffe aus den Gerbbädern zurückgewonnen werden. Bei Schaffellen spart man Chemikalien, indem die Gerbstoffe direkt auf die Lederseite kommen, anstatt sie ins Gerbbad zu geben. So bleibt die Wolle frei von Gerbmitteln, zudem wird kein Wasser verschmutzt. Laut Verband der Deutschen Lederindustrie gibt es in Deutschland noch rund 40 industrielle Gerbereien mit 20 und mehr Mitarbeitern. Ihr Schwerpunkt liegt in der Lederfertigung für die Innenausstattung von Autos oder für Möbel. Dazu gibt es noch einmal so viele handwerkliche Betriebe, in denen oft wenige Mitarbeiter, teilweise als Nebenerwerb, Felle und Leder herstellen sowie verarbeiten.
Ob ein Fell umweltfreundlich gegerbt ist, lässt sich nicht allein am Gerbungsmittel festmachen. Denn bereits vor dem Gerben wird die Chemiekeule geschwungen, um etwa das Wollfett zu entfernen. Nach der Gerbung können sich Ausrüstungsschritte anschließen, um das Fellchen schön Wasser abweisend zu machen.
ÖKO-TEST hat 15 Schaffelle mit unterschiedlichen Gerbungen eingekauft und auf Schadstoffe untersuchen lassen. Davon sind 13 Produkte ausdrücklich für Babys geeignet. Zwei ungeschorene, langflorige Schaffelle sind dagegen keine Babyschaffelle: ein Produkt von Ikea, das als Dekoartikel in der Teppichabteilung angeboten wird und wegen der Marktstellung Ikeas in Deutschland mit in den Test kam. Zum anderen handelt es sich um ein Produkt vom DAS Schaffellhandel.
Das Testergebnis
Nur ein Produkt schneidet mit "sehr gut" ab, vier Felle sind "gut". Ein Fell ist "mangelhaft", der Rest bewegt sich im Mittelfeld.
Bei einigen Babyschaffellen verzichten die Hersteller auf den Warnhinweis, dass weiche Unterlagen wegen der Erstickungsgefahr in Bauchlage nicht als Schlafunterlage für Kinder unter zwölf Monaten zu empfehlen sind.
Mehrere Felle sind mit Chlorphenolen und/oder Chlorkresolen verunreinigt, die Nervensystem, Leber und Nieren schädigen können; ein Produkt enthält o-Phenylphenol, das stark allergisierend wirken kann. Das giftige Dibutylzinn steckt in dem Ludde Schaffell von Ikea.
Drei Felle enthalten Formaldehyd, eine krebsverdächtige Substanz, die über die Gerbmittel ins Fell gelangen kann.
Bedenkliche Schwermetalle wie Chrom, Quecksilber und Blei stecken in mehreren Fellen. Chrom gelangt gewöhnlich mit dem Gerben in das Schaffell. Es gilt als Allergen und kann mit dem Schweiß aus dem Fell herausgelöst werden. Quecksilber und Blei sind nervengiftig.
Andere halogenorganische Verbindungen als Chlorphenole und/oder Chlorkresole stecken in sechs Produkten. Viele der umstrittenen halogenorganischen Verbindungen gelten als allergieauslösend, manche erzeugen Krebs.

Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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