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17. März 2016
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Kaufprämie für Elektroautos nützt vor allem der Industrie

Die Kaufprämie für Elektroautos nützt vor allem der Industrie, sagt Michael Müller-Görnert, Referent für Verkehrspolitik im Umweltverband Verkehrsclub Deutschland (VCD).
Foto: VCD/Andreas Labes

Michael Müller-Görnert ist Referent für Verkehrspolitik im Umweltverband Verkehrsclub Deutschland (VCD).

ÖKO-TEST: Elektroautos gelten als wichtiges Instrument, die Klimawende im Verkehr zu stemmen. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und die Umweltminister der Länder sind für eine Kaufprämie. Der richtige Weg?

Michael Müller-Görnert: Der VCD lehnt eine solche Kaufprämie ab. Ziel einer Förderung müssten Klimaschutz und Emissionsminderung sein. Mit einer solchen Prämie gibt man aber nur der Industrie Geld, damit sie ihre Autos verkaufen kann. Dabei können wir derzeit noch nicht sicher sein, dass Elektroautos wirklich sauberer sind als als sparsame konventionelle Fahrzeuge. Denn Elektroautos machen nur Sinn, wenn sie mit Ökostrom fahren. Doch 70 Prozent des Stroms in Deutschland werden noch nicht aus erneuerbaren Energien erzeugt. Hinzu kommt, dass viele Firmen auf Plug-in-Hybridautos setzen, die dann vor allem im Verbrennungsmodus gefahren werden und dementsprechend Abgase ausstoßen.

ÖKO-TEST: Wie lässt sich sauberer Verkehr alternativ finanzieren?

Michael Müller-Görnert: Wir sollten anfangen, in einem abgestuften System die Spritpreise moderat zu erhöhen, um etwa 1 bis 2 Cent pro Liter. Das brächte dem Staat 600 Millionen Euro pro Cent Erhöhung. Damit könnte man einen Klimaschutzfonds speisen, aus dem nachhaltiger Verkehr finanziert wird. Nicht nur im Autobereich, sondern umfassend. Beispielsweise muss der öffentliche Nahverkehr ausgebaut werden und auch der Radverkehr. Eine weitere Möglichkeit der Finanzierung ist die Kfz-Steuer, hoher CO2-Ausstoß sollte stärker besteuert werden.

ÖKO-TEST: Welche Rolle spielt Elektromobilität für umweltfreundlicheren Verkehr?

Michael Müller-Görnert: Der Einsatzbereich von Elektroautos liegt aufgrund ihrer noch geringen Reichweite vor allem im regionalen Bereich. Sie machen vor allem Sinn im Carsharing und in Unternehmensflotten, hier sollten sie gefördert werden. Doch Elektromobilität ist mehr als nur E-Autos, beispielsweise haben E-Bikes schon längst die Eine-Million-Grenze überschritten. Erst wenn das Auto im lokalen Verkehr so weit es geht durch das Rad ersetzt wird, haben wir echten Klimaschutz.

( oet )


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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.




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