Startseite
Facebook - ÖKO-TEST gefällt mir
Twitter @oekotest
Google+
YouTube
Mobile Webseite aufrufen
oekotest.de: RSS-Feed

 
Startseite
 
 
KinderKosmetikGesundheitBauenErnährungGeldFreizeit

Übersicht Ernährung / Essen / Trinken
News aus dem Archiv
25. März 2014
Ei, Ei, Ei – der Spiegel
Der Bio-Betrug in den Medien
Ei, Ei, Ei – der Spiegel

Pünktlich vor Ostern berichtet der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe: "Von Mecklenburg aus gelangten Millionen Öko-Eier in den Handel, die den Namen nicht verdienen." Worum dreht sich die ganze Aufregung?

Zufall? Pünktlich vor Ostern berichtet der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe: "Von Mecklenburg aus gelangten Millionen Öko-Eier in den Handel, die den Namen nicht verdienen. Der Fall zeigt, wie lukrativ der Schwindel ist und wie lasch die Kontrolleure arbeiten." Prompt vermeldeten die großen Medien des Landes unter Bezugnahme auf den Spiegel-Bericht "Falsch deklarierte Bio-Eier. Mehrere Landwirtschaftsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern stehen nun im Verdacht, herkömmliche Eier als Ökoware ausgegeben zu haben" (FAZ). "Betrugsverdacht bei Bio-Eiern" (Sächsische Zeitung). Focus online zitiert einen Sprecher des Bundesagrarministeriums mit den Worten: "Wenn sich die Vorwürfe bewahrheiten, könnte es um Betrug in größerem Stil gehen."

Doch worum dreht sich die ganze Aufregung? Vor einem Jahr (!) verkündete Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus, dass die Eier von 12.000 Legehennen aus vier Betrieben in Mecklenburg-Vorpommern nicht mehr unter dem Öko-Siegel vermarktet werden dürfen, weil die Hennen weniger Auslauf hatten, als die EU-Öko-Verordnung vorschreibt. Entdeckt hatte den mangelnden Auslauf übrigens ein Bürger, der die Luftbilder einiger Höfe ausgewertet und die Größe auf die Zahl der Hühner umgelegt hatte.

Damit ein Ei als Bio-Ei vermarktet werden darf, müssen die Hennen laut Bio-Verordnung mindestens vier Quadratmeter Auslauf haben. Tatsächlich gab es aber in der Bio-Verordnung lange Zeit "Auslegungsspielräume", die es den Produzenten und den Behörden erschwert haben, diese Vorgaben richtig umzusetzen bzw. zu kontrollieren. Und so berichtet die Süddeutsche Zeitung am 25. März 2014 dann auch, dass die Staatsanwaltschaft Rostock Ermittlungen wegen möglichen Betrugs bei Bio-Eiern einstellen werde. Der Grund: "Aus den Ermittlungen haben sich keine Anhaltspunkte für eine planmäßige Täuschung der Verbraucher ergeben." Dennoch drohe den betroffenen Produzenten ein Bußgeld, denn die Flächenmaßgabe von vier Quadratmetern sei bis zu 30 Prozent unterschritten worden.

Keine Frage: Wenn ein Betrieb, der seine Eier als Bio-Eier vermarktet, die geltenden Vorschriften nicht einhält, dann ist das nicht akzeptabel. Die kritisierte Erzeugergemeinschaft teilte allerdings auf ihren Internetseiten mit: "Jeder unserer Höfe in der Gemeinschaft hat die Öko-Verordnung befolgt und die Richtlinien eingehalten." Zu kontrollieren, ob das stimmt, wäre eigentlich die Aufgabe der entsprechenden Öko-Kontrollstellen. Doch offenbar gibt es hier immer noch Probleme mit der eindeutigen Auslegung der entsprechenden EU-Verordnung. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) beklagte jedenfalls gegenüber ÖKO-TEST, dass die deutschen Öko-Kontrollstellen eine eindeutige Definition und bundeseinheitliche Vorgaben für die gute Kontrollpraxis bräuchten und fordert, dass dieser Methoden-Standard von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung bundeseinheitlich festgelegt werden müsse.

Doch der Bericht des Spiegel gerät zu einem Musterbeispiel tendenziöser und unseriöser Berichterstattung, wenn man sich die konventionelle Haltung zum Vergleich vor Augen führt. Schon vor einem Jahr im ersten Bericht schrieb Spiegel online von einem "Großverfahren" um Fälle, in denen "deutlich mehr Tiere als erlaubt in Ställen zusammengepfercht wurden". Tatsächlich ging und geht es um den Freilandauslauf. Bio-Hühner haben Anspruch auf mindestens vier Quadratmeter – im Freien. Selbst wenn sie 30 Prozent weniger als vorgeschrieben hatten, standen ihnen immerhin noch 2,8 Quadratmeter zu Verfügung. Dagegen stehen Hühnern in der konventionellen Bodenhaltung gerade einmal 0,11 Quadratmeter Platz zu - im Stall.

( oet )


Flattr this
Hier können Sie unsere Arbeit freiwillig unterstützen:

Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

Informationen anzeigen

Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.




Mehr Artikel zu diesem Themengebiet
Testbericht
Eis für Kinder: Eis, Eis, Baby!
Testbericht
Energieriegel: Fett statt fit
Testbericht
Eis für Kinder: Schleck oder Dreck?
Testbericht
Diät-Drinks: Keinen Schuss Pulver wert
Testbericht
Grillwürste: Fließbandschweine
Testbericht
Isotonische Getränke: Ernüchternd
Testbericht
Reiswaffeln: Verpufft
Testbericht
Vegetarische/Vegane Fleischersatzprodukte
Testbericht
vegetarische/Vegane Fleischersatzprodukte
Testbericht
Pommes frites, Backofen: Coole Sache?

Supermarkt-Fallen: Zum Kaufen verführt
Bienen-Sterben: Eine Welt ohne Bienen
Ungetrübtes Grillvergnügen
Community Supported Agriculture
Der Diäten-Wahnsinn: Wie Sand im Meer

Leserfrage: Billiger Zuckerersatz
Leserfrage: Gesundheitsrisiko durch in Öl eingelegtes Gemüse
Leserfrage: Neuer Safttrend aus den USA
Leserfrage: Dem Fisch folgen
Leserfrage: Trend Chiasamen
 Ernährung / Essen / Trinken
TestberichteNachwirkungenThemenNewsLeserfragen
Online-ShopGewinnspielHefteServiceImpressum
ÖKO-TEST Dezember 2016
 
Tests
Neueste Testberichte
 News
+ + + 02. Dezember 2016 + + +
"Kann Spuren von Fleisch enthalten": Diese Auslobung auf veganen und vegetarischen Produkten wäre für viele wohl ein Grund, die Produkte im Regal liegen zu lassen. Der Vegetarierbund hingegen findet diese minimalen Spuren völlig in Ordnung. » News lesen
+ + + 01. Dezember 2016 + + +
Gefragt - geantwortet: Zu Weihnachten gibt es bei uns immer Gans. Ich möchte ganz sicher gehen, dass das Tier nicht aus der grausamen "Stopfleberhaltung" stammt. Gibt es ein Label, auf das ich mich verlassen kann? » News lesen
+ + + 09. November 2016 + + +
Irreführende Werbung: Ein Getränk, das auf der Vorderseite groß Himbeeren und Rhabarber zeigt, muss dieses Obst auch zu einem angemessenen Anteil enthalten. "Active Fruits" von Netto wurde jetzt vom Landgericht Amberg gerügt. » News lesen
+ + + 04. November 2016 + + +
Die Oberflächen von Früchten sollen weniger austrocknen, Marmeladen besser gelieren und Getränke ohne Zucker gesüßt werden. Vier neue Zusatzstoffe sind für diese Zwecke jetzt für Bio-Verarbeiter zugelassen. Bei einem hat der BNN Bedenken. » News lesen
» mehr News anzeigen


Tweets von @oekotest


 Aktuelle Themen
Grillwurst
Grillwurst - In einer Charge werden bis zu Zehntausende Schweine verarbeitet, die auf Hunderten Höfen aufgewachsen sind. Warum das so ist, haben wir uns in einer Wurstfabrik angesehen. Und in einem der größten Schlachthöfe der Welt. » Artikel lesen
Bio-Mineralwasser
Bio-Mineralwasser - Wir haben acht verschiedene Bio-Mineralwasserflaschen getestet. Wie umweltfreundlich die hochpreisigen Produkte am Ende wirklich sind, hängt natürlich auch davon ab, wie weit entfernt von der Quelle man sie einkauft. Wir sind der Sache nachgegangen. » Artikel lesen
Kesselchips
Kesselchips - Jeder snackt mal gerne, vor Allem Chips kommen auf einer Party oder in kleiner Runde zum Film gut an. Sind Kesselchips also wirklich der bessere Snack? Immerhin: Zwei von 19 Produkten können wir halbwegs guten Gewissens empfehlen. » Artikel lesen
Fleischersatzprodukte
Fleischersatzprodukte - Aus dem breiten Angebot an Fleischersatzprodukten wählten wir insgesamt 22 Speisen aus. Doch die Qualität ist dürftig. So enthalten etliche Produkte hohe Mineralölrückstände und zu viel Salz. Letztlich können wir nur ein Produkt wirklich empfehlen. » Artikel lesen
» mehr Themen anzeigen

  An den Seitenanfang gehen
ÖKO-TEST vorbeugender Verbraucherschutz seit 1985 - unabhängig, objektiv, wissenschaftlich
ÖKO-TEST Dezember 2016
ÖKO-TEST Dezember 2016

Preis: 4.50 €

» Inhalt anzeigen
» Heft kaufen
» Abo / ePaper
Das Rund ums Haus-Super-Paket
Das Rund ums Haus-Super-Paket

Preis: 24.80 €

» Paket kaufen
Spezial Bauen und Finanzieren
Spezial Bauen und Finanzieren

Preis: 5.80 €

» Inhalt anzeigen
» Heft kaufen
Das Kleinkinder-Super-Paket
Das Kleinkinder-Super-Paket

Preis: 29.80 €

» Paket kaufen
Das Kosmetik und Wellness-Super-Paket
Das Kosmetik und Wellness-Super-Paket

Preis: 19.80 €

» Paket kaufen
Jahrbuch für 2017
Jahrbuch für 2017

Preis: 9.80 €

» Inhalt anzeigen
» Heft kaufen
Bereiche & Rubriken
Kinder / Familie
Kosmetik / Mode
Gesundheit / Medikamente
Bauen / Wohnen
Essen / Trinken
Geld / Versicherung
Freizeit / Technik / Tiere


Aktuelles
Hefte im Überblick
Neueste Tests
ÖKO-TEST Verlag
Wir über uns
Kontakt
Impressum
Jobs bei ÖKO-TEST
Fragen zu ÖKO-TEST
Label-Verstöße
Unsere Testverfahren
Investor Relations


Presse
Presse / Handel
Unsere Services
Datenschutz
Service
Newsletter
RSS Feed
Media
Mediadaten
ÖKO-TEST Label
MUM Kundenzeitung


social media
Gewinnspiel
facebook
twitter
google +
Forum


Online-Shop
Neue Hefte im Shop
Print-Abo
ePaper-Abo
ePaper-Ausgaben
Sparpakete
ARCHIV DVD



© ÖKO-TEST Verlag GmbH, Frankfurt am Main