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26. Oktober 2012
Haarfarben
Gefahr von Allergien & Co.
Gefahr von Allergien & Co.

Das Bewertungsprogramm der EU

Eine strahlende Haarfarbe ist schön. Doch chemische Haarfarben enthalten oft schädliche Stoffe.


Daraufhin legte die EU-Kommission 2003 ein Bewertungsprogramm auf. Damit sollten Haarfarben identifiziert werden, die von Toxikologen als sicher fürs Haarefärben eingestuft worden waren. Von 381 Färbechemikalien landeten rund 200 Stoffe rasch auf einer Verbotsliste. Mehr als 70 Substanzen stehen mittlerweile auf einer Positivliste. Sie sind mit gewissen Beschränkungen als sicher fürs Haarefärben eingestuft. Ein Krebsrisiko durch aktuell in der EU erhältliche Haarfärbemittel bestehe jedoch nicht, ist der derzeitige Standpunkt des wissenschaftlichen Beratergremiums der EU-Kommission. Der Toxikologe Dr. Hermann Kruse von der Universität Kiel mahnt indes zur Vorsicht: "Aus meiner Sicht ist eine abschließende Bewertung des Krebsrisikos der als Färbechemikalien eingesetzten aromatischen Amine nicht möglich."

Unproblematisch sind die meisten Färbechemikalien auf der Positivliste so oder so nicht: Viele gelten als starke Kontaktallergene. "Hautreaktionen auf p-Phenylendiamin und 2,5-Toluylendiamin verlaufen schwer. Daher sollte alles getan werden, um sie zu vermeiden", bringt Professor Axel Schnuch vom Informationsverbund Dermatologischer Kliniken – der weltweit größten Datenbank zu Kontaktallergien – das Problem auf den Punkt. Hat man eine solche Kontaktallergie erst einmal entwickelt, besteht sie ein Leben lang.

Wegen des Allergierisikos sind seit 2011 verschärfte Warnhinweise auf den Verpackungen notwendig. So prangt auf den meisten Produkten ein Warndreieck und der Hinweis "Haarfärbemittel können schwere allergische Reaktionen hervorrufen". Das Vorgehen der EU-Kommission zum Allergierisiko stößt allerdings nicht bei allen EU-Mitgliedsstaaten auf ungeteilte Zustimmung. "Aufgrund des Allergierisikos wurde bislang keine Haarfarbe verboten", erklärt Laerke Ambo Nielsen vom dänischen Umweltministerium. "Das wissenschaftliche Beratergremium der EU-Kommission hat mehrfach auf die starke Allergenität vieler Haarfarben hingewiesen. Wir sind nicht damit einverstanden, dem Allergierisiko einzig durch Informationen und Warnhinweise zu begegnen", kritisiert die dänische Toxikologin.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.


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