Die Pubertät
Biologischer Pusch hilft dabei ...

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flügge zu werden
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Jugendliche für ihre Fehler zu kritisieren, bringt wenig, sagen Experten. Besser ist es, sie für ihre Erfolge zu loben. Foto: Kaarsten/Fotolia.com
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In der Pubertät gilt damit das Erfolgsrezept: Versuch und Irrtum. Bestes Beispiel: Der New Yorker Student Mark Zuckerberg war 20, als er das freche Facebook erfand. Doch zuvor hatte er sich erfolglos an anderen Internetprojekten versucht. Die Leidener Professorin Evelin Crone bricht deshalb eine Lanze für die jungen Leute: "Wir sollten uns ein für alle Mal von der Vorstellung verabschieden, das Gehirn eines Teenagers sei ein schwieriges oder problematisches", schreibt sie. Das Gehirn in der Adoleszenz habe vor allem ein großes Potenzial und biete Möglichkeiten, die Erwachsenen mitunter verlorengegangen sind: "Jugendliche sind oft viel kreativer, idealistischer und erfindungsreicher."
Wer permanent in Versuchung ist, die Pubertierenden an die Hand zu nehmen und durch ihr verwirrendes Leben zu führen, ist zum Scheitern verurteilt. Bei negativem Feedback zeigen Jugendliche ohnehin weniger Gehirnaktivität als Erwachsene, während bei positiver Reaktion sogar eine stärkere Hirnaktivität erkennbar ist, berichtet Crone. "Es ist also wirkungsvoller, sie für ihre Erfolge zu loben, als ihre Fehler zu kritisieren."
Eine Erklärung haben die Wissenschaftler auch für ihr merkwürdiges Schlafbedürfnis gefunden. Ursache ist die täglich um Stunden verspätete Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin im Gehirn. Pubertierende befinden sich im Vergleich zum Rest der Welt permanent im Jetlag. "Bis Mittag zu schlafen ist weder aufsässig noch faul", sagt Crone. Man solle lieber den Schlafmangel so gering wie möglich halten. Als der US-Staat Minnesota den Beginn der ersten Unterrichtsstunde auf 8.30 Uhr verlegte, verbesserten sich die Noten der Schüler.
Die Aufräumaktion des Frontalhirns mag keine Entschuldigung für alle Eskapaden sein. Tröstlich ist die Erkenntnis dennoch. Mehr noch: Der Neurobiologe Ralph Dawirs sagt: Eltern sollten froh sein über den freien Geist ihrer Kinder. Mit seinen provokanten Thesen in Büchern wie "Endlich in der Pubertät: Vom Sinn der wilden Jahre" will Dawirs die Jugendlichen von ihrem Negativimage befreien. "Die Lehrer und Eltern fühlen sich ja meist als Teil einer ganz großen Krise. Doch schon eine andere Perspektive hilft, die Entwicklungen positiver zu sehen." Der Zwang zu abweichendem Verhalten, die hohe Risikobereitschaft, die Suche nach Grenzerfahrungen seien äußerst wertvoll - sie würden aber kriminalisiert und pathologisiert, beklagt der Leiter einer Forschungsabteilung für psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen am Uniklinikum Erlangen.
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