Es scheint, als ließen sich die unschönen akustischen Folgen von Globalisierung und Mobilität nur schwer eindämmen. Immerhin werden einige Versuche unternommen, die Folgen für die Anwohner zu lindern. Die Bundesregierung etwa hat ein 1,5 Milliarden Euro schweres Paket für mehr Lärmschutz an Bundesstraßen und Autobahnen aufgelegt. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) stellte 2010 zudem ein Nationales Verkehrslärm-Schutzpaket vor. Ziel ist es, an "Hotspots" den Lärm durch Straßenverkehr um 30 Prozent, den durch Flugzeuge um 20 Prozent und durch Züge sogar um 50 Prozent zu senken. Beim Umweltbundesamt spricht man von "sehr ambitionierten Zielen". Kritiker nennen die Vorhaben freilich zu unspezifisch. "Es reicht nicht zu sagen: Der Lärm muss weniger werden", sagt Michael Jäcker-Cüppers von der Deutschen Gesellschaft für Akustik (DEGA): "Man muss sagen, auf welchen konkreten Wert man ihn absenken will."
Dafür, dass Lärm zunehmend zum Thema für Politik und Öffentlichkeit wird, sorgt zudem die EU-Richtlinie über Umgebungslärm, die 2005 in deutsches Recht umgesetzt wurde. Seither werden in Großstädten, entlang von viel befahrenen Straßen und Schienenstrecken sowie rund um die größten Flughäfen Lärmkarten erstellt, die zeigen, wie laut es in Deutschland tatsächlich ist. Ausgespart bleiben zum Ärger vieler Kritiker acht der 17 größeren Flughäfen: Bei 50.000 Flugbewegungen pro Jahr wurde die Grenze gezogen.
» Übersicht» Ein weit verbreitetes Problem - Vor allem der Verkehr nervt
» Störende Wirkung ... - hängt teils vom eigenen Empfinden ab
» Krankheiten in Industrieländern - Mehr Medikamente bei Lärm
» TA Lärm - Die Industrie als Vorbild
» Immer mehr Autos unterwegs - Über 40 Millionen Lärmquellen
» Anwohner protestieren - Sie wollen ein Nachtflugverbot
» Die Politik» Die Finanzierung - Wenig Geld für Kampf gegen Lärm
» Ein Bündel an Maßnahmen - Tempolimit würde helfen