Gift für die Ohren
Anwohner protestieren

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Sie wollen ein Nachtflugverbot
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Das Dröhnen der Turbinen belastet Anwohner von Flughäfen enorm. Schallschutzfenster, auf die sie teilweise Anspruch haben, werden kaum als hilfreich empfunden.
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Ähnliche Probleme wird es beim Flughafen Berlin-Brandenburg International geben, wenn er denn mal in Betrieb genommen wird. Er ersetzt Airports in Tempelhof und Tegel. Das bringe zwar eine "erhebliche Lärmentlastung" für bisher geplagte Stadtbewohner, konstatiert das Umweltbundesamt in einem Gutachten. Wegen des stadtnahen Standorts werde zugleich aber eine "große Anzahl" Menschen künftig unter Fluglärm leiden. Die An- und Abflugrouten führen über Naherholungsgebiete am Wann- und Müggelsee und bisher ruhige Vororte.
Proteste gibt es darüber hinaus in München, wo gegen den Bau einer dritten Startbahn mobilisiert wird, sowie an vielen anderen Flughäfen. Die "Bundesvereinigung gegen Fluglärm" listet auf ihrer Internetseite rund 60 Mitgliedsinitiativen auf.
Auch in Leipzig kämpften Bürgerinitiativen gegen den Fluglärm. Allerdings wird der Protest der Anwohner mit einem Verweis abgebügelt, der vielerorts als Totschlagargument funktioniert: dem auf Arbeitsplätze. In Leipzig seien durch die DHL-Ansiedlung rund 3.000 Jobs entstanden, zudem profitierten BMW und Porsche oder der Internethändler Amazon. Auch Bürgermeister erliegen dem Argument und messen Jobs und Steuereinnahmen mehr Bedeutung bei als der Lebensqualität der Bürger.
Arbeitsplätze, Steuern und eine brummende Wirtschaft müssen auch andernorts eine immer unaufhaltsamer rollende Verkehrslawine rechtfertigen. Firmen haben ihre Lagerhaltung auf Autobahnen verlagert, über die Material und Teile durch Europa gekutscht werden. Die Lkw mischen sich mit Strömen von Pendlern, die zur Arbeit in die Ballungszentren fahren. Über die Schienentrassen poltern lange Güterzüge voller Container aus Asien, die von Häfen quer durch die Republik verteilt werden. Produkte, die es eiliger haben, werden per Flugzeug angeliefert. Schon jetzt fühlen sich nach Angaben des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) rund 37 Prozent der Deutschen vom Luftverkehr belästigt, sieben Prozent hochgradig. Ein Ende ist aber nicht abzusehen: Bis 2030, prognostiziert das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie, wird sich allein die Zahl der Flugbewegungen verdoppeln. Der Ausbau des Güterverkehrs auf der Schiene ist politisches Ziel. Und ein Rückgang des Straßenverkehrs ist nicht absehbar.
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