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29. August 2012
Schutzzölle gegen China
Schutzzölle gegen China

Zusammenschluss der Solarindustrie

Vertreter der Solarindustrie finden, dass China unfairen Wettbewerb betreibt. Zusammengeschlossen in der Initiative EU ProSun, haben sie Handelsschutzklage eingereicht.
Foto: SolarWorld AG

Vertreter der Solarindustrie haben in Brüssel die Initiative EU ProSun ins Leben gerufen. "Es geht uns um einen nachhaltigen Ausbau der Solarenergie in Europa und um fairen Wettbewerb", so Milan Nitzschke, Präsident und Sprecher von EU ProSun. Hinter EU ProSun steht eine Gruppe von mehr als 20 europäischer Photovoltaikhersteller, die bei der EU-Kommission eine Handelsschutzklage gegen ihre chinesischen Mitbewerber eingereicht haben. Der Vorwurf: Hersteller wie Suntech, Yingli und LDK Solar erhalten hohe Staatshilfen und können so ihre Photovoltaikanlagen unter Produktionspreis in Europa verkaufen, also Dumping betreiben. "Die Preise für Solarstrommodule aus China liegen weit unter den Herstellungskosten in China", erklärt Milan Nitzschke. Mit diesen unfairen Praktiken hätten die Chinesen "in kürzester Zeit einen Marktanteil von rund 80 Prozent in Europa erobert". Vor ein paar Jahren lag der Anteil noch bei praktisch null. Eigentlich habe China keinen natürlichen Kostenvorteil gegenüber der EU, der Lohnkostenanteil bei den europäischen Herstellern läge gerade einmal bei rund zehn Prozent der Produktionskosten, so Nitzschke. China hingegen müsse zusätzlich Rohstoffe und Anlagen importieren, um Solarzellen und -module zu produzieren.

Die Initiative hofft nun, dass die Brüsseler Behörde dem Beispiel der amerikanische Regierung folgt. Die hat Anfang des Jahres zwölf Kategorien festgelegt, in denen illegale chinesische Subventionen für Solarproduzenten geflossen sind. Das US-Energieministerium schätzt, dass die chinesische Regierung ihre Solarhersteller mit über 25 Milliarden Euro an Subventionen, zinsgünstigen Darlehen und subventionierter Energie unterstützt. In der Konsequenz haben die USA vorläufige Schutzzölle gegen Solarimporte aus China verhängt, die je nach Hersteller zwischen 30 und 250 Prozent liegen.

( oet )



Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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