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28. August 2012
Fünf Stunden für einen Tank
Fünf Stunden für einen Tank

Die Kaufkraft der Deutschen

Die Preise für Energie und Öl haben spürbar angezogen. Heute müssen die Deutschen für einen vollen Tank länger arbeiten als vor 20 Jahren – ganze fünf Stunden.

Drei Minuten Arbeit für eine Flasche Bier, zehn Minuten für ein Laib Brot: Die Deutschen können sich heute mit ihrem Verdienst genauso viel leisten wie vor 20 Jahren – nicht mehr und nicht weniger. Das hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln ermittelt. Denn Nettolöhne und Warenpreise sind seit 1991 im gleichen Verhältnis zueinander gestiegen. 2011 bekam ein westdeutscher Beschäftigter für eine geleistete Arbeitsstunde netto 45 Prozent mehr Lohn als 1991. Nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben streichte er im Schnitt 15,20 Euro pro Stunde ein, 1991 waren es 10,50 Euro. Die Preise für Waren und Dienste stiegen im selben Zeitraum um 43 Prozent. Für einen identischen Warenkorb muss also heute im Schnitt genauso lange gearbeitet werden wie vor 20 Jahren.

Was sich Normalverdiener bei gleichem Einsatz tatsächlich mehr oder weniger leisten können, hängt aber stark von ihren persönlichen Vorlieben ab. Wer sich von Bier allein ernährt, stellt sich derzeit kaum besser als 1991. Eine Flasche Kölsch erforderte damals wie heute den Gegenwert von drei Arbeitsminuten an der Werkbank oder im Büro. Aber schon der Griff zum Schweinekotelett in der Supermarkttheke ändert die Situation: Statt 36 Minuten fürs Kilo genügen jetzt 30 Minuten Arbeit. Aber auch Schuhe, Kleider und Anzüge sind jetzt schneller verdient als zu Beginn der 1990er-Jahre. Für einen Herrenanzug beträgt die Arbeitszeitersparnis immerhin mehr als fünf Stunden, für Damenpumps eine Stunde und 45 Minuten. Mit dem Benzinpreis hielten die Löhne aber nicht Schritt: Für eine Tankfüllung musste 2011 fast zwei Stunden länger gearbeitet werden als 1991.

( oet )


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