Die Galle
Gallensteine und Gallenblasenentzündung

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Jeder sechste Erwachsene
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Schlüssellochchirurgie: Drei winzige Bauchschnitte genügen, um den Patienten für immer von seinen Gallensteinen zu befreien. Foto: HELIOS Kliniken GmbH/Thomas Oberländer
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Etwa jeder sechste Erwachsene hat Gallensteine. Vor allem wenn sich die Störenfriede einklemmen und sich die Gallensäure bis in die Leber staut, kann es zu höllischen Schmerzen und manchmal auch einer akuten Entzündung der Gallenblase kommen. Gallensteine hängen mit einem Ungleichgewicht der löslichen Stoffe in der Gallenflüssigkeit zusammen. Das zähe Sekret besteht zu etwa 80 Prozent aus Wasser, dazu Gallensalze, Enzyme, Cholesterin, Farbstoffe und Abfallprodukte aus der Leber. Bei einem Überangebot von bestimmten Stoffen können die sich verfestigen und im Laufe von Jahren zu kieselsteingroßen Gebilden entwickeln. In den westlichen Ländern sind 90 Prozent der Gallensteine reich an Cholesterin, was auf eine zu fette und kalorienreiche Ernährung zurückgeführt wird. Es gibt außerdem Pigmentsteine, die durch eine Übersättigung mit Gallenfarbstoffen entstehen.
Die Risikofaktoren sind als die "5-F-Regel" bekannt: female, fat, fertile, forty, fair (weiblich, übergewichtig, mehrere Kinder, vierzig, blond und hellhäutig). Frauen sind fast doppelt so häufig betroffen wie Männer. Wissenschaftler vermuten deshalb, dass das weibliche Hormon Östrogen die Entstehung von Gallensteinen begünstigt. Auch mit dem Gewicht und Alter steigt die Gefahr. Als Hauptursachen gelten eine zu fettreiche Ernährung und Bewegungsmangel. Insofern sind Beschwerden durch Gallensteine auch ein Warnsignal.
Symptome: Nur ein Viertel der Betroffenen hat Symptome wie Blähungen, Druck- oder Völlegefühl im Oberbauch. Patienten klagen auch oft darüber, dass sie bestimmte Speisen nicht vertragen, vor allem fette und gebratene Mahlzeiten, Kaffee oder kalte Getränke. Heftige krampfartige Schmerzattacken, die auch in den Rücken oder die rechte Schulter ausstrahlen können, deuten darauf hin, dass ein Stein in den Gallengängen stecken geblieben ist. Die Muskeln der Gallenwege ziehen sich dann zusammen, um das Ärgernis loszuwerden. Solche Koliken können 15 Minuten oder auch fünf Stunden dauern, verschwinden dann oft von selbst, treten aber meistens nach einigen Tagen oder auch Monaten erneut auf. Kommt als Komplikation eine akute Gallenblasenentzündung dazu, äußert sich das durch Fieber, Schüttelfrost und Erbrechen.
Diagnose: Gallensteine, die sich in der Gallenblase befinden, lassen sich ab einer Größe von fünf Millimetern mithilfe einer Ultraschalluntersuchung fast immer nachweisen. Bei Entzündungen ist auch die Wand der Gallenblase verdickt. Um Steine in den Gallengängen abzubilden, werden meistens endoskopische Verfahren eingesetzt. Der Arzt führt ein schlauchartiges Gerät mit einer kleinen Kamera über die Speiseröhre bis zur Mündung des Gallengangs ein und füllt die Gallenwege unter Röntgenkontrolle mit einem Kontrastmittel auf, sodass sie auf einem Monitor gut sichtbar werden. Kleinere Steine lassen sich dabei gleich entfernen. Auch veränderte Blutwerte weisen auf einen Verschluss der Gallenwege hin.
Behandlung: Bei Koliken helfen Bettruhe, Schmerzmittel und krampflösende Medikamente. Außerdem darf der Patient nichts essen. Besteht gleichzeitig eine akute Entzündung der Gallenblase, muss der Betroffene sofort ins Krankenhaus. Es werden auch Antibiotika verordnet. Wenn Gallensteine Beschwerden verursachen, wird die Gallenblase heute in der Regel chirurgisch entfernt - auch wegen der Gefahr von schwerwiegenden Komplikationen. So kann ein eingeklemmter Gallenstein in ungünstiger Position auch den Ausgang der Bauchspeicheldrüse mit blockieren, deren Sekret aufstauen und zu einer lebensbedrohlichen Entzündung der Bauchspeicheldrüse führen. Die operative Entfernung der Gallenblase geschieht fast immer per Bauchspiegelung. Bei dieser sogenannten Schlüssellochchirurgie sind nur drei winzige Bauchschnitte nötig, um die Patienten für immer von ihren Gallensteinen zu befreien. Stecken die Plagegeister in den Gallengängen, werden sie endoskopisch entfernt. Andere Methoden wie die Auflösung der Steine durch Medikamente oder ihre Zertrümmerung durch Stoßwellen sind zu zeitaufwendig und führen häufig zu Rückfällen.
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