Land Grabbing
Nutzen für Kleinbauern

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Versprechen sind schwer nachprüfbar
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Örtliche Landbesitzer protestieren in Papua-Neuguinea: "SABLs (special agricultural and business leases) – ein Akt des Völkermordes" und "SABLs machen uns zu Bettlern in unserem eigenen Land". Foto: Greenpeace/Paul Hilton
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Ob das in jedem Fall zutrifft, ist schwer nachprüfbar. Berichte zeichnen beispielsweise ein sehr widersprüchliches Bild von einer Zuckerrohrplantage in Sierra Leone, die von der Schweizer Firma Addax für die Erzeugung von Bio-Sprit errichtet wurde und zu deren Finanzierung auch die DEG 20 Millionen Euro beisteuerte. Einerseits wird die Investition als "Musterbeispiel für ethisch sauberes Wirtschaften" dargestellt. Die Bewohner seien einbezogen worden, es würden keine bereits bewirtschafteten Landflächen beansprucht, eine Untersuchung zu ökologischen und sozialen Auswirkungen wurde erstellt, heißt es. Das Oakland Institute, ein in Kalifornien ansässiges, auf das Thema Landrechte spezialisiertes Institut, warf Addax dagegen im Oktober 2010 vor, Versprechen nicht zu halten. Statt versprochener 3.000 seien erst 200 Jobs entstanden, Schulen, Gesundheitszentren und Brunnen noch nicht gebaut. Addax selbst teilte Ende 2011 anlässlich einer "ground breaking ceremony" mit, es würden 772 Menschen beschäftigt; gezahlt werde das Doppelte des Mindestlohns. Dank großflächigen Reisanbaus gebe es in der Gegend keinen Hunger mehr. Die Firma nennt das Projekt einen "Meilenstein für nachhaltige Investitionen". Das Oakland Institut zitiert einen Einheimischen: "Sie kamen und versprachen, uns aus der Armut zu erlösen, statt dessen vergrößern sie sie."
Bei der Weltbank hat man wohl derartige Beispiele im Sinn, wenn von einer "Win-win-Situation" durch Agrarinvestitionen gesprochen wird. Die Projekte, heißt es, nützten den an Gewinnen interessierten Investoren ebenso wie den Ländern, in denen Arbeitsplätze sowie Steuereinnahmen entstünden und die Infrastruktur ausgebaut werde. DEG-Abteilungsdirektor Koch betont in einem "Brot für die Welt"-Dossier, eine Pauschalverurteilung sei "nicht berechtigt". GIGA-Forscher Jann Lay findet, dass das "schlichte Bild des Landraubs" nicht zutreffe. Noch lägen nur wenige Studien zu Projekten und Folgen vor. Derzeit sei es "wenig sinnvoll", eine abschließende Antwort auf die Frage zu suchen, ob Agrarinvestitionen generell als gut oder schlecht zu bewerten seien. Allerdings, fügt er hinzu, sei es nicht von der Hand zu weisen, dass manche der Transaktionen "Elemente eines Diebstahls" haben.
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