Startseite
Facebook - ÖKO-TEST gefällt mir
Twitter @oekotest
Google+
Mobile Webseite aufrufen
oekotest.de: RSS-Feed

 
Startseite
 
 
KinderKosmetikGesundheitBauenErnährungGeldFreizeit

Übersicht Freizeit / Technik / Tiere
Themen aus dem Archiv
Anfang Eine Seite zurück Seite 6/11 Eine Seite vor Ende
25. Juli 2012
Land Grabbing
Offiziell begrüßt
Offiziell begrüßt

Schwung für die darbende Landwirtschaft

In Afrika werden große Flächen aufgekauft, um Pflanzen wie Zuckerrohr anzubauen, die für die Gewinnung von Agrotreibstoffen verwendet werden. Das Land fehlt den Einheimischen für den Anbau eigener Lebensmittel.
Foto: Christof Krackhardt/Brot für die Welt


Trotz der nicht selten unerquicklichen Auswirkungen auf die Landbevölkerung werden die Landkäufe in vielen Entwicklungsländern offiziell begrüßt - mit der Begründung, dass so der darbenden Landwirtschaft Schwung verliehen werde. Auch Organisationen wie die Weltbank verweisen gern auf den Kapitalmangel und die niedrige Produktivität in der Landwirtschaft der meisten wenig entwickelten Länder. Sie rechnen vor, dass in den Ländern südlich der Sahara im Jahr 2008 von einem Hektar Ackerfläche nur 1.230 Kilogramm Weizen geerntet wurden; der weltweite Durchschnitt lag bei 3.707 Kilogramm. "Wenn die Welt das Ziel erreichen will, Armut und Hunger bis 2015 zu halbieren, müssen die Entwicklungsländer die Produktivität ihrer Landwirtschaft deutlich steigern", heißt es in einem im September 2010 veröffentlichten Weltbankpapier über das "weltweit wachsende Interesse an Ackerland".

Ein Grund für die mangelnde Produktivität ist nach Ansicht der Finanzorganisation fehlendes Geld: Die Weltbank spricht von einer "andauernden Unterinvestition". Diese hat Gründe, heißt es in einer Analyse des indischen Autors Shambu Ghatak. Er verweist darauf, dass öffentliche Ausgaben für die Landwirtschaft in Südostasien ebenso dramatisch gesunken seien wie die Entwicklungshilfe in diesem Bereich. Dies "öffnet den Weg für die Privatwirtschaft, um im Agrarsektor zu investieren". Dass mehr Geld in den Agrarsektor fließen muss, betont selbst die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO: Die privaten Investitionen in den am wenigsten entwickelten Ländern "müssen um 50 Prozent steigen, wenn eine Weltbevölkerung von neun Milliarden Menschen im Jahr 2050 ernährt werden soll", heißt es in einem Papier.

Fraglich ist aber, ob Großinvestitionen der richtige Weg sind, um ländliche Entwicklung in wenig entwickelten Ländern voranzutreiben. Kritiker merken an, dass in vielen der Länder, die den Golfstaaten als "Agrarexklaven" dienen oder in denen Energierohstoffe für europäische Autos angebaut werden, die heimische Bevölkerung hungert. In Äthiopien etwa baut laut der Organisation "Brot für die Welt" ein deutscher Investor auf rund 13.000 Hektar Energiepflanzen an. Derweil sind 41 Prozent der Bevölkerung unterernährt. Im Sudan erwarb Südkorea 690.000 Hektar, um Weizen anzubauen. Gleichzeitig ist jeder fünfte Sudanese unterernährt. Ein Bauernvertreter in Benin spricht von einem "Export der Lebensmittelunsicherheit": Damit sich etwa arabische Schwellenländer besser mit Nahrungsmitteln versorgen können, werden Kleinbauern in Afrika vertrieben.

Die Art der Landwirtschaft, die dort oft betrieben wird, hat mit den hehren Zielen der Investitionsbefürworter wenig zu tun. "Peak Soil"-Autor Thomas Fritz geht davon aus, dass oft Monokulturen entstehen. Gentechnisch verändertes Hochleistungssaatgut werde ebenso eingesetzt wie Agrarchemie. Einheimische Bauern fänden kaum eine Anstellung. Fritz nennt Zahlen, wonach auf Maisplantagen ein Mitarbeiter je 100 Hektar beschäftigt wird und selbst auf Zuckerrohrfeldern, die im Vertragsanbau bewirtschaftet werden, nur einer auf drei Hektar. Unterm Strich sei das ein "kläglicher Beschäftigungseffekt". Bekämpfung von Armut könne man "nicht mit industriell geführten Plantagen betreiben".




» weiter auf der nächsten Seite

Inhaltsverzeichnis

» Übersicht
» Landübernahme durch Ausländer - Eine neue Form des Kolonialismus?
» Jenseits der eigenen Grenzen - Staaten auf Einkaufstour
» Peak Soil - Auf der anderen Seite stehen die Finanzinvestoren
» Rechte der Kleinbauern - Keine Handhabe gegen die Übernahme
» Offiziell begrüßt
» Schaffung von Arbeitsplätzen - Gibt es auch positive Beispiele?
» Nutzen für Kleinbauern - Versprechen sind schwer nachprüfbar
» Beobachter bleiben skeptisch - Potenziale sind nur Potenziale
» Verantwortungsvolles Investieren - Kein Siegel gegen Landraub
» Mehr Informationen - Ausstellung, Broschüren und Landkarten

Anfang Eine Seite zurück Seite 6/11 Eine Seite vor Ende


Flattr this
Hier können Sie unsere Arbeit freiwillig unterstützen:
Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

Informationen anzeigen

Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.


Mehr Artikel zu diesem Themengebiet
Testbericht
Fernseher, LCD-Bildschirm: Sieh mal da!
Testbericht
Fahrradschlösser: Bist du sicher?
Testbericht
Bastelmaterial: Hab ich selbst gemacht
Testbericht
Schlafsäcke: Wir gehen an die Decke
Testbericht
Hundeflohmittel/Katzenflohmittel: Es juckt
Testbericht
Turn- und Gymnastikmatten, Yoga: Mathematik
Testbericht
Pedelecs: Fahr lässig!
Testbericht
Turn- und Gymnastikmatten, Yoga: Mathematik
Testbericht
Hundefutter, Light- und Diätfutter: Platz
Testbericht
Rückenfreundliche Stühle: Schlag ins Kreuz

Strenger als der Gesetzgeber: So bewerten wir Produkte
Ein Land macht sich unabhängig …
Wie testet ÖKO-TEST?: Testmethoden und Labore
CO2-Sparen: Die ganz persönliche Bilanz
Aktuelles : Fragen & Antworten zu ÖKO-TEST

Leserfrage: Nicht für die Katz
Leserfrage: Digitalfotos: Klick und futsch
Leserfrage: Fingerabdruckscanner
Leserfrage: Do-It-Yourself-Smartphone
Leserfrage: Hundstage
 Freizeit / Technik / Tiere
TestberichteNachwirkungenThemenNewsLeserfragen
Online-ShopGewinnspielHefteServiceImpressum
ÖKO-TEST Februar 2015
Online-Service für Abonnenten
 - ANZEIGE -
<b>HARO Parkett & Laminat ist wohngesund, nachhaltig und Made in Germany. Natürlich mit Blauem Engel!</b> 
HARO - Endlich Zuhause
HARO Parkett & Laminat ist wohngesund, nachhaltig und Made in Germany. Natürlich mit Blauem Engel!
 News
+ + + 05. Januar 2015 + + +
Klüger konsumieren: Ob Bürgerenergie-Genossenschaften oder das gemeinsame Nutzen von Autos oder Werkzeug – der neue Leitfaden des Umweltbundesamtes listet Tauschbörsen und Leihläden, aber auch Nähcafés und private Reparatur-Werkstätten auf. » News lesen
+ + + 29. Dezember 2014 + + +
Kein erhöhtes Risiko durch Pedelecs: Zu diesem Ergebnis kommt die Unfallforschung der Versicherer (UDV), die zusammen mit der TU Chemnitz Fahrverhalten und Unfallrisiko von Pedelec- und S-Pedelecfahrern untersucht hat. » News lesen
+ + + 22. Dezember 2014 + + +
Der reale Spritverbrauch weicht bis zu 50 Prozent von den Angaben der Hersteller ab. Am stärksten bei den Premiumherstellern Audi, Mercedes sowie BMW. » News lesen
+ + + 10. Dezember 2014 + + +
Schmutziges Teersandöl aus Kanada ist in Europa willkommen. Die EU-Kommission will die umstrittenen Ölimporte nicht als "Klimakiller" brandmarken. » News lesen
» mehr News anzeigen


Tweets von @oekotest


 Aktuelle Themen
Die Share Economy
Die Share Economy - Mein Haus, mein Auto, mein Boot – der Werbespruch von einst verliert an Glanz. Besitzen ist out, nutzen ist in. In Deutschland wird wieder geteilt, verliehen und getauscht. Wie funktioniert die Share Economy? Wird sie unseren Alltag verändern? » Artikel lesen
Abo-Abzocke im Netz
Abo-Abzocke im Netz - Ein falscher Klick und schon schnappt die Internet-Falle zu: Ahnungslose Surfer denken, sie nehmen an einem Gewinnspiel teil oder laden sich kostenlose Software herunter. In Wahrheit schließen sie ein Abo ab oder tappen in überteuerte Dienstleistungen. » Artikel lesen
CO2-Sparen
CO2-Sparen - Auch viele kleine Schritte vermeiden jede Menge klimaschädliches CO2 und entlasten gleichzeitig die Haushaltskasse. Eine Familie mit vier Personen kann in der eigenen Wohnung pro Jahr Hunderte von Euro sparen - und rund 7.000 Kilogramm CO2. » Artikel lesen
Ein Land macht sich unabhängig …
Ein Land macht sich unabhängig … - Den Löwenanteil seiner Energie bekommt Deutschland aus dem Ausland. Ist mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien der Ausstieg möglich? Wir schauen, wie die Chancen stehen. » Artikel lesen
» mehr Themen anzeigen

  An den Seitenanfang gehen
ÖKO-TEST vorbeugender Verbraucherschutz seit 1985 - unabhängig, objektiv, wissenschaftlich
ÖKO-TEST Februar 2015
ÖKO-TEST Februar 2015

Preis: 4.50 €

» Inhalt anzeigen
» Heft kaufen
» Abo / ePaper
ÖKO-TEST Archiv DVD 2014
ÖKO-TEST Archiv DVD 2014

Preis: 19.80 €

» DVD kaufen
Das Kleinkinder-Super-Paket
Das Kleinkinder-Super-Paket

Preis: 29.80 €

» Paket kaufen
Jahrbuch Kleinkinder 2015
Jahrbuch Kleinkinder 2015

Preis: 9.80 €

» Inhalt anzeigen
» Heft kaufen
Spezial Einrichten
Spezial Einrichten

Preis: 5.00 €

» Inhalt anzeigen
» Heft kaufen
Spezial gesunde Haut
Spezial gesunde Haut

Preis: 5.00 €

» Inhalt anzeigen
» Heft kaufen
Bereiche & Rubriken
Kinder / Familie
Kosmetik / Mode
Gesundheit / Medikamente
Bauen / Wohnen
Essen / Trinken
Geld / Versicherung
Freizeit / Technik / Tiere


Aktuelles
Hefte im Überblick
Neueste Tests
ÖKO-TEST Verlag
Wir über uns
Kontakt
Impressum
Jobs bei ÖKO-TEST
Fragen zu ÖKO-TEST
Label-Verstöße
Unsere Testverfahren
Investor Relations


Presse
Presse / Handel
Unsere Services
Datenschutz
Service
Newsletter
RSS Feed


Abonnenten
Download-Service
Media
Mediadaten
ÖKO-TEST Label
MUM Kundenzeitung


social media
Gewinnspiel
facebook
twitter
google +
Forum


Online-Shop
Neue Hefte im Shop
Print-Abo
ePaper-Abo
ePaper-Ausgaben
Sparpakete
ARCHIV DVD



© ÖKO-TEST Verlag GmbH, Frankfurt am Main