Startseite
Facebook - ÖKO-TEST gefällt mir
Twitter @oekotest
Google+
YouTube
Mobile Webseite aufrufen
oekotest.de: RSS-Feed

 
Startseite
 
 
KinderKosmetikGesundheitBauenErnährungGeldFreizeit

Übersicht Freizeit / Technik / Tiere
Themen aus dem Archiv
Anfang Eine Seite zurück Seite 5/11 Eine Seite vor Ende
25. Juli 2012
Land Grabbing
Rechte der Kleinbauern
Rechte der Kleinbauern

Keine Handhabe gegen die Übernahme

Im argentinischen Chaco machen Vertreter des Agrobusiness den indigenen Völkern ihr Land streitig.
Foto: Florian Kopp/Brot für die Welt


Besondere Brisanz gewinnt das Thema, weil es sich bei den verkauften oder auf lange Zeit gepachteten Flächen in aller Regel nicht um Niemandsland handelt. Vielmehr werden viele der Flächen von Bauern bewirtschaftet, die dort Nahrung für ihre Familien und die regionale Bevölkerung produzieren. Wenn die Neueigentümer beginnen, auf den Flächen Getreide oder Soja anzupflanzen, werden sie verdrängt oder vertrieben. Im günstigsten Fall erhalten sie eine Entschädigung; versprochen werden zudem Arbeitsplätze und ein Ausbau der oft schlechten Infrastruktur. Allerdings zitiert Roman Herre einen kambodschanischen Bauern: "Als die Straße kam, kamen die Bulldozer, um unseren Wald zu zerstören."

Formal gibt es für die Kleinbauern oft keine Handhabe gegen die Übernahme ihrer Äcker. Der Grund dafür ist, dass in vielen wenig entwickelten Ländern unterschiedliche Rechtsnormen aufeinanderprallen. Juristisch fixierten Rechten stehen vom Staat anerkannte, aber informelle Landrechte gegenüber. Sie werden etwa erworben, wenn Ackerflächen für eine bestimmte Zeit genutzt wurden. Sie sind aber schwer einklagbar. Oftmals ist deshalb die Enteignung und Vertreibung im Zuge von Landgeschäften "im Sinne formeller Gesetze sogar rechtens", sagt Jann Lay, Juniorprofessor am German Institute of Global and Area Studies (GIGA) in Hamburg. Nur wenn Landrechte "transparent vergeben und administriert werden", könnten Konflikte vermieden werden - nicht zuletzt, weil Entschädigungen durchgesetzt werden könnten.

Davon sind viele Regionen vor allem in Afrika weit entfernt. Forscher beobachten denn auch, dass Investoren gezielt solche Länder auswählen, in denen Landrechte schlecht ausgeprägt sind - wie auch das Bemühen der Regierungen, das zu ändern. Verwiesen wird auf Länder wie Sambia, wo 94 Prozent der Fläche als "customary land" von Dorfvorstehern verwaltet werden - die mit Investoren verhandeln können, in derlei Geschäften aber wenig erfahren sind. Anderswo kooperieren Behörden stillschweigend mit Investoren. FINA-Referent Herre verweist auf Kambodscha. Dort wurden während der Terrorherrschaft der Roten Khmer sämtliche Grundbuchakten vernichtet. Seither müht sich die Regierung zwar mit Unterstützung auch aus Deutschland, die Vergabe von Landtiteln voranzutreiben. Dabei werden oft auch "possession rights", also durch langjährige Nutzung erworbene Rechte, anerkannt. Allerdings würden indigene Gemeinschaften ausgeschlossen und Flächen, die für internationale Investoren von Interesse seien, regelmäßig ausgeklammert.

In der Folge werden Geschäfte wie in der Region Kho Kong ermöglicht. Dort schlossen zwei Firmen namens "Koh Kong Plantation Company" und "Koh Kong Sugar Industry Company" Konzessionsverträge mit dem Agrarministerium. Sie erwarben jeweils Flächen von 9.000 Hektar, die aber direkt aneinandergrenzen. Auf diese Weise, erklärt Herre, wird die eigentlich geltende Höchstgrenze von 10.000 Hektar für solche Landgeschäfte umgangen. Hinter beiden Firmen stehen freilich die gleichen Eigentümer. Neben dem thailändischen Zuckerkonzern ist das auch ein Senator der regierenden Kambodschanischen Volkspartei, was dem Geschäft recht förderlich gewesen sein dürfte. Von ähnlichen Verquickungen zwischen Investoren und Politik ist auch in vielen anderen Fällen auszugehen. Offengelegt, sagen NGOs, werden Verträge selten. Um Vorstellungen vom Umfang der weltweiten Geschäfte zu bekommen, sammeln Internetportale wie die von GRAIN eingerichtete Seite www.farmlandgrab.org entsprechende Nachrichten.




» weiter auf der nächsten Seite

Inhaltsverzeichnis

Anfang Eine Seite zurück Seite 5/11 Eine Seite vor Ende


Flattr this
Hier können Sie unsere Arbeit freiwillig unterstützen:
Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

Informationen anzeigen

Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.


Mehr Artikel zu diesem Themengebiet
Testbericht
Katzenfutter: SchmackoKatz?
Testbericht
Pedelecs: Fahr lässig!
Testbericht
Wanderrucksäcke: Mit Sack und Pack
Testbericht
Fahrradhelme: Sturz und gut
Testbericht
Bastelmaterial: Hab ich selbst gemacht
Testbericht
Fahrradschlösser: Bist du sicher?
Testbericht
Fahrradtaschen: Nicht tragfähig
Testbericht
Pedelecs: Fahr lässig!
Testbericht
Coffee-to-go-Becher: Cup der guten Hoffnung
Testbericht
Turn- und Gymnastikmatten, Yoga: Mathematik

Berge an Kleidung: Zu schade für den Müll
Ein Land macht sich unabhängig …
Daten löschen: Die Festplatte richtig putzen
Fake-Shops im Internet : Vorsicht Produktpiraterie!
CO2-Sparen: Die ganz persönliche Bilanz

Leserfrage: Gebrauchtsoftware
Leserfrage: Nachzahlung für Prepaidhandy?
Leserfrage: E-Books weiterverkaufen?
Leserfrage: Amarant aus Deutschland
Leserfrage: Bildschirmbrillen
 Freizeit / Technik / Tiere
TestberichteNachwirkungenThemenNewsLeserfragen
Online-ShopGewinnspielHefteServiceImpressum
ÖKO-TEST Juni 2016
 News
+ + + 19. Mai 2016 + + +
Ein Jahr "Tested in Germany": ÖKO-Test in China ist OKOer. Fast 30 Millionen User in den ersten zwölf Monaten. » News lesen
+ + + 18. Mai 2016 + + +
Unser Buchtipp: Kaum eine Technologie wird so emotionsgeladen diskutiert wie das Fracking. Energieexperte Werner Zittel erklärt das Förderverfahren und untersucht dessen Chancen und Risiken in Deutschland. » News lesen
+ + + 13. Mai 2016 + + +
Nachgefragt: Was versteht man unter einem Handynacken? Was kann ich dagegen tun? Die Antworten darauf liefert Prof. Dr. Bernd Kladny, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie. » News lesen
+ + + 10. Mai 2016 + + +
Gefragt - geantwortet: Whatsapp hat die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung seiner Chats eingeführt. Was bedeutet das und kann ich mich als Nutzer darauf verlassen, dass meine Daten jetzt sicher sind? » News lesen
» mehr News anzeigen


Tweets von @oekotest


 Aktuelle Themen
Fake-Shops im Internet
Fake-Shops im Internet - Sie sprießen wie Pilze aus dem Boden. Vor Kurzem hat es Vorwerk erwischt. Ein günstiger Preis, Zahlung per Vorkasse, das Produkt kam nie an. Da die Fake-Shops wie Kopien real existierender Webseiten daherkommen, zweifeln die Käufer nicht an der Echtheit. » Artikel lesen
Falträder
Falträder - » Artikel lesen
Abzocke im Internet
Abzocke im Internet - Ein falscher Klick und schon schnappt die Internet-Falle zu: Ahnungslose Surfer denken, sie nehmen an einem Gewinnspiel teil oder laden sich kostenlose Software herunter. In Wahrheit schließen sie ein Abo ab oder tappen in überteuerte Dienstleistungen. » Artikel lesen
Coffee-to-go-Becher
Coffee-to-go-Becher - Wer auf Mehrweg umsteigt, entlastet nicht nur die Umwelt. Die meisten untersuchten Becher halten den Kaffee deutlich länger warm als Einwegpappbecher. Vier davon schneiden in unserem Test sogar mit „gut“ ab. » Artikel lesen
» mehr Themen anzeigen

  An den Seitenanfang gehen
ÖKO-TEST vorbeugender Verbraucherschutz seit 1985 - unabhängig, objektiv, wissenschaftlich
ÖKO-TEST Juni 2016
ÖKO-TEST Juni 2016

Preis: 4.50 €

» Inhalt anzeigen
» Heft kaufen
» Abo / ePaper
Das Rund ums Haus-Super-Paket
Das Rund ums Haus-Super-Paket

Preis: 24.80 €

» Paket kaufen
Ratgeber Bauen
Ratgeber Bauen

Preis: 7.50 €

» Inhalt anzeigen
» Heft kaufen
Das Kleinkinder-Super-Paket
Das Kleinkinder-Super-Paket

Preis: 24.80 €

» Paket kaufen
Spezial Baby
Spezial Baby

Preis: 5.80 €

» Inhalt anzeigen
» Heft kaufen
Jahrbuch Kleinkinder 2016
Jahrbuch Kleinkinder 2016

Preis: 9.80 €

» Inhalt anzeigen
» Heft kaufen
Bereiche & Rubriken
Kinder / Familie
Kosmetik / Mode
Gesundheit / Medikamente
Bauen / Wohnen
Essen / Trinken
Geld / Versicherung
Freizeit / Technik / Tiere


Aktuelles
Hefte im Überblick
Neueste Tests
ÖKO-TEST Verlag
Wir über uns
Kontakt
Impressum
Jobs bei ÖKO-TEST
Fragen zu ÖKO-TEST
Label-Verstöße
Unsere Testverfahren
Investor Relations


Presse
Presse / Handel
Unsere Services
Datenschutz
Service
Newsletter
RSS Feed
Media
Mediadaten
ÖKO-TEST Label
MUM Kundenzeitung


social media
Gewinnspiel
facebook
twitter
google +
Forum


Online-Shop
Neue Hefte im Shop
Print-Abo
ePaper-Abo
ePaper-Ausgaben
Sparpakete
ARCHIV DVD



© ÖKO-TEST Verlag GmbH, Frankfurt am Main