Land Grabbing
Peak Soil

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Auf der anderen Seite stehen die Finanzinvestoren
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Investoren sichern sich oft gerade dort Anbauflächen, wo ein erheblicher Teil der heimischen Bevölkerung hungert. Kritiker warnen, die Vertreibung von Kleinbauern verschärfe das Problem. Foto: CIAT International Center for Tropical Agriculture
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Die Jagd auf Ackerland wird schließlich nicht zuletzt durch Finanzinvestoren angetrieben, die erkannt haben, dass die Produktion von Nahrungsmitteln in einer immer dichter bevölkerten Welt ein lukratives und krisensicheres Geschäftsfeld ist. Also engagieren sich Hedgefonds, Investmentgesellschaften und Risikokapitalfirmen beim Landerwerb oder der Finanzierung von Agrarfirmen, die an eigenen Ländereien interessiert sind. Bis zu 120 derartige Finanzfirmen sind nach Analysen der Nichtregierungsorganisation OXFAM beteiligt. Während in vielen anderen Wirtschaftsbereichen derzeit die Aussichten eher düster sind, gilt die Anlage von Kapital im Agrarbereich als inflationssicher. Den Anlegern werden Renditen von 15 bis 25 Prozent in Aussicht gestellt. Derlei Investitionen, schreibt Fritz, seien "Dünger für das Depot".
In der Folge kommt es mittlerweile zu einem beispiellosen Ansturm auf Ackerland, dessen genaues Ausmaß freilich schwer zu beziffern ist. Nach Angaben von GRAIN, einer auf Themen wie Biodiversität und Landnutzung spezialisierten Nichtregierungsorganisation, wurden in den Jahren 2008/09 rund 46,6 Millionen Hektar Land verkauft oder verpachtet, davon 32 Millionen Hektar in Afrika südlich der Sahara, 8 Millionen in Südostasien, 4,3 Millionen in Europa und Zentralasien sowie 3,2 Millionen in Lateinamerika. Auf mehr als einem Drittel sollten Nahrungsmittel angebaut werden, auf rund einem Fünftel Pflanzen für die Herstellung von Bio-Treibstoffen. Dazu kamen Flächen für "cash crops" wie Kakao und Tee sowie für Holzplantagen oder Weideland.
Experten zufolge nimmt der Umfang der Geschäfte derzeit rasant zu. Die im September 2011 veröffentlichte OXFAM-Studie spricht bereits von 227 Millionen Hektar Land, die seit 2001 verkauft wurden. Das entspricht einem Gebiet von der Größe Westeuropas. Neben Flächen in afrikanischen Staaten wie Tansania, Malawi oder Senegal sind auch Länder wie die Mongolei und Laos, Brasilien und Paraguay, Ukraine und Rumänien betroffen. Verhandelt wird Schätzungen zufolge über 10 bis 30 Prozent des global verfügbaren Ackerlands. Die Ressource Boden wird immer wertvoller - und knapper. In Anlehnung an den Begriff "Peak Oil", der das Maximum der zu fördernden Menge an Erdöl bezeichnet, wird von "Peak Soil" gesprochen. Der Berliner Wissenschaftler Thomas Fritz, der 2009 ein Buch unter diesem Titel vorgelegt hat, spricht vom "Gipfel der Vernutzung von Boden".
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» Jenseits der eigenen Grenzen - Staaten auf Einkaufstour
» Peak Soil» Rechte der Kleinbauern - Keine Handhabe gegen die Übernahme
» Offiziell begrüßt - Schwung für die darbende Landwirtschaft
» Schaffung von Arbeitsplätzen - Gibt es auch positive Beispiele?
» Nutzen für Kleinbauern - Versprechen sind schwer nachprüfbar
» Beobachter bleiben skeptisch - Potenziale sind nur Potenziale
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