Die Jahre der Wetterextreme
Risikokarte Deutschland

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Detaillierte Vorhersagen notwendig
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Hagelschlag ist gerade in Baden-Württemberg ein großes Problem: Er verursacht dort ein Viertel aller durch Naturereignisse bedingten Schäden an Gebäuden. Foto: Darkone/Wikipedia
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Die "Stiftung Risiko-Dialog" empfiehlt, Strukturen zu schaffen, die erweiterungsfähig sind: "Infrastrukturmaßnahmen müssen so flexibel geplant werden, dass nachträgliche Anpassungen möglich sind." Wichtig sei dabei, dass die Verantwortlichen über die mögliche Bandbreite der Folgen des Klimawandels informiert sind. Dazu müssten freilich Vorhersagen detaillierter werden. Daran wird bundesweit gearbeitet - etwa am Karlsruher Institut für Technologie. Am dortigen Institut für Meteorologie und Klimaforschung versuchen Wissenschaftler wie Christoph Kottmeier beispielsweise, bessere Vorhersagen für die Gefährdung durch Hagelschlag zu ermöglichen. Der ist gerade in Baden-Württemberg ein großes Problem: Er verursacht dort ein Viertel aller durch Naturereignisse bedingten Schäden an Gebäuden. Gleichzeitig sind die existierenden regionalen Klimamodelle bislang nicht in der Lage, die örtlich sehr begrenzten Hagelstürme verlässlich wiederzugeben. In einem Projekt mit dem Titel Hail Risk and Climate Change wird nun nach Indikatoren gesucht, mit denen bessere Prognosen möglich sind. In einer ersten Stufe wurden Radardaten und andere Messwerte mit Aufzeichnungen von Versicherern über Hagelschäden abgeglichen. Auch in diesem Fall ist die Tendenz deutlich, sagt Kottmeier: Das Potenzial für Gewitterstürme und Hagelschlag habe in den letzten 30 Jahren "statistisch signifikant" zugenommen.
Zunehmend sind die Ergebnisse solcher Forschungsprojekte öffentlich zugänglich. So war Kottmeiers Institut gemeinsam mit dem Geoforschungszentrum Potsdam und anderen Partnern im "Center for Disaster Management" (CEDIM) an der Erstellung einer "Risikokarte Deutschland" beteiligt, die Gefahren durch Erdbeben, Stürme und - für einige Regionen - auch durch Hochwasser aufzeigt. Die Versicherer feilen derweil an ihrem "Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen" (ZÜRS), aus dem die Gefährdung eines jeden Gebäudes und Grundstücks ablesbar sein soll; Ende 2012 soll das bereits bestehende System für jeden Bürger öffentlich einsehbar sein. Hochwassergefahren stellen viele Bundesländer inzwischen auch auf eigenem Kartenmaterial im Internet dar. Sturzfluten spielen dabei freilich noch nicht immer eine Rolle. Das mittelfränkische Baiersdorf jedenfalls ist laut der Karten des bayrischen Landesamts für Umwelt durch die über die Ufer tretende Regnitz bedroht. Die aber blieb, während der Ort im Juli 2007 komplett absoff, ruhig in ihrem Bett.
( oet )
Inhaltsverzeichnis» Übersicht» Eine Kleinstadt in Mittelfranken - Das Beispiel von Baiersdorf
» Keine Entwarnung - Wetterextreme gab es schon früher ...
» In der Zahl und Stärke - Naturkatastrophen nehmen zu
» Klimawandel als Treiber - Mit hoher Wahrscheinlichkeit
» Rückblick auf 2011 - Das schadenträchtigste Jahr
» Regen im Sommer - Markante Zunahme von Trogwetterlagen
» Der Aprilsommer - Nicht kühl und feucht, sondern heiß und trocken
» Versicherer warnen - Die Verantwortlichen müssen umdenken
» Trügerische Sicherheit - Planer und Politiker oftmals überfordert
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- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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