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23. Mai 2012
Die Jahre der Wetterextreme
Trügerische Sicherheit
Trügerische Sicherheit

Planer und Politiker oftmals überfordert

Vielerorts sorgen erst einschneidende Erlebnisse dafür, dass sich die Bürger besser gegen Wetterextreme absichern.


Mancherorts drängt die Politik die Bürger mit mehr oder weniger sanftem Druck zur Einsicht. Sachsen etwa hat gerade eine Richtlinie beschlossen, derzufolge der Freistaat nach künftigen Naturkatastrophen mit Hilfszahlungen nur noch einspringt, wenn sich die Opfer nachweislich vergeblich um eine Versicherung bemüht haben - eine Erfahrung aus dem Jahr 2010, als das Hochwasser und ein Tornado zu Pfingsten Schäden von einer Milliarde Euro verursachten und viele Bürger wie nach der Elbeflut 2002 nach Hilfen vom Staat riefen. Andernorts sorgen erst einschneidende Erlebnisse dafür, dass sich die Bürger besser gegen Wetterextreme absichern. In Baiersdorf sei vor der Sturzflut vom Juli 2007 kaum jemand gegen Elementarschäden versichert gewesen, sagt Bürgermeister Andreas Galster: "Heute sind es praktisch 100 Prozent." Zudem setzt die Stadt ein 30 Millionen Euro teures Konzept für den Schutz gegen Hochwasser um; unter anderem sollen Wassermassen besser abgeleitet werden können. An manchen Stellen dürfen inzwischen keine Häuser mehr errichtet werden; anderswo schotten Hausbesitzer ihre Kellerfenster ab: "Wenn schon die Straße zum Canale Grande wird", sagt der Bürgermeister, "muss ja nicht noch der Keller zum Rückhaltebecken werden."

Freilich: Vielerorts wähnt man sich noch immer in womöglich trügerischer Sicherheit und hofft, das künftige Gewitterstürme oder Sturzregen am eigenen Haus vorbeiziehen. Zudem fühlten sich viele Bauplaner, Architekten, Kommunalpolitiker oder Hausbesitzer auch von der "Flut an Informationen" überfordert, sagt Antje Grobe von der "Stiftung Risiko-Dialog". Sie nennt als Beispiel die politische Forderung nach besserer energetischer Sanierung oder dem Bau neuer Solaranlagen - und die gleichzeitigen Warnungen vor zunehmenden Risiken durch Hagelschlag: "Wie soll sich der Einzelne da entscheiden?" Zudem weist Grobe darauf hin, dass sich zwar die Vorhersagemodelle insgesamt deutlich verbessert hätten, konkrete Aussagen für die regionale Ebene aber bisher fehlen: "Es gibt eine Bandbreite von Prognosen." Viele lokal Verantwortlichen stünden vor der Frage, auf welches Szenario sie sich einstellen sollen - auf das kleinste oder das größte anzunehmende Übel: "Das ist für viele ein Dilemma."




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Inhaltsverzeichnis

» Übersicht
» Eine Kleinstadt in Mittelfranken - Das Beispiel von Baiersdorf
» Keine Entwarnung - Wetterextreme gab es schon früher ...
» In der Zahl und Stärke - Naturkatastrophen nehmen zu
» Klimawandel als Treiber - Mit hoher Wahrscheinlichkeit
» Rückblick auf 2011 - Das schadenträchtigste Jahr
» Regen im Sommer - Markante Zunahme von Trogwetterlagen
» Der Aprilsommer - Nicht kühl und feucht, sondern heiß und trocken
» Versicherer warnen - Die Verantwortlichen müssen umdenken
» Trügerische Sicherheit
» Risikokarte Deutschland - Detaillierte Vorhersagen notwendig

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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.


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