Ohrstöpsel
So haben wir getestet

Die Dämmleistung wurde an je acht Probanden überprüft. Dann erfolgte die statistische Auswertung am Computer. Foto: Labor
Der Einkauf
Im Test: 16 Ohrstöpsel. Darunter stärker dämmende für Konzerte und Arbeit mit lauten Geräten, eher sanfter dämmende zum Schlafen oder für konzentriertes Arbeiten, einmal und mehrfach verwendbare Modelle, mit und ohne speziellen Geräuschfilter. Auch das Material ist bunt gemischt: Schaumstoff, Wachs, Silikon. Die meisten Stöpsel muss man erst zurechtkneten, vier Lamellenstöpsel sind so konstruiert, dass man sie direkt in Position bringen kann. Zwei Silikonmodelle führt man nicht in den Gehörgang ein, sondern schirmt ihn nur von außen ab.
Die Praxisprüfung
Ohrstöpsel erzielen in der Praxis meist eine niedrigere Dämmwirkung als jene, die in der Baumusterprüfung unter strengen Laborbedingungen ermittelt wurde – und die ein wesentliches Auswahlkriterium für Gehörschutz ist. Wir haben zwar nach Vorgaben der Baumusterprüfung untersuchen lassen. Allerdings setzten sich die Probanden die Ohrstöpsel selbst ein, nachdem sie die Gebrauchsanleitung durchgelesen hatten. Bei jedem Produkt testeten acht Probanden, was der Stöpsel abhält. Zunächst mussten sie Hörtests ohne Gehörschutz machen. Dann wurde der Vergleich gemacht, was sie „verstöpselt“ noch davon hören. Auf Basis dieser Daten wurde der SNR-Wert, mit dem die Dämmwirkung in Zahlen gefasst wird, ermittelt. Totalausreißer, das heißt Probanden, die ihren Stöpsel völlig falsch eingesetzt hatten, wurden hier nicht mit einbezogen. Bei der Analyse, inwiefern die Dämmwirkung von Proband zu Proband abweichen kann, gingen jedoch alle Ergebnisse mit ein. Wie bequem sich die verschiedenen Modelle einsetzen und herausnehmen lassen, wurde von je zehn Probanden getestet, jeweils fünf Probanden beurteilten das Tragegefühl nach drei Stunden. Und natürlich haben wir uns auch die Deklaration angesehen.
Die Inhaltsstoffe
So unterschiedlich die Materialien der Stöpsel, so unterschiedlich die Schadstoffe, die sie enthalten können. Bei Silikon können aus der Herstellung noch giftige zinnorganische Verbindungen zurückgeblieben sein, die als Katalysatoren eingesetzt werden. PVC-Materialien benötigen Weichmacher, um überhaupt erst elastisch zu werden, nicht selten kommen hier höchst problematische Phthalate zum Einsatz. Auch mit antimikrobiellen Wirkstoffen muss man bei körpernahen Produkten immer rechnen. Neben einem großen Materialscreening ließen wir die Stöpsel auf Schwermetalle und PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe untersuchen.
Die Bewertung
Wir bewerten nicht, welcher Stöpsel stärker, welcher schwächer abdämmt – denn welche Dämmung die richtige ist, hängt vom Einsatzbereich ab. Wir haben geprüft, ob die Stöpsel halten, was sie versprechen. Und wir bewerten, ob ein Stöpsel bei jedem Anwender ungefähr ähnlich dämmt, oder ob es von Proband zu Proband große Unterschiede gibt. Besonders wichtige Punkte haben eine durchschlagende Wirkung auf die jeweiligen Testergebnisse: So kann das Teilergebnis Handhabung und Komfort nicht besser sein als der Tragekomfort, das Gesamturteil fällt am Ende nur so gut aus wie das schlechteste Testergebnis. Denn ein Stöpsel soll schadstofffrei und verlässlich dämmen und dabei möglichst angenehm zu tragen sein.
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Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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