Achtung, Duftstoffe!
Aus der Natur

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Reine ätherische Öle
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Ätherisches Rosenöl von Damaszener Rosen ist eine Kostbarkeit. Mit mehr als 400 Inhaltsstoffen bietet es der Nase ein besonderes Dufterlebnis.
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Rund 3.000 Duftstoffe können in Kosmetika eingesetzt werden, davon sind etwa 250 natürliche ätherische Öle aus dem Pflanzenreich. In Blüten, Früchten, Blättern, Rinden, Harzen und Wurzeln stecken winzige Mengen Riechstoffe. Vier bis fünf Tonnen Rosenblüten ergeben gerade mal ein Kilo ätherisches Rosenöl.
Entsprechend teuer ist diese Kostbarkeit - rund 4.500 Euro. Die gleiche Menge synthetisch gewonnenes Rosenöl bekommt man schon um zehn Euro. Die meisten naturreinen Duftöle werden per Wasserdampfdestillation gewonnen. Dafür kommen frische Blüten oder ganze Pflanzen in riesige Edelstahlbottiche. Sie liegen auf einem Rost, durch den heißer Wasserdampf strömt. Bei einer anderen Methode werden Pflanzen und Wasser zusammen im Kessel erhitzt. Der aufsteigende Wasserdampf enthält die ätherischen Öle, die sich beim Kondensieren, also wenn sich der Wasserdampf abkühlt, auf dem Wasser absetzen. Sie können dann abgeschöpft werden. Das ganze Prozedere dauert viele Stunden. Nur so können auch schwer lösliche aromatische Bestandteile der Pflanze in den Wasserdampf übergehen. Mit Druck und Hitze geht der Prozess zwar schneller, allerdings erreicht man damit nicht die gleiche Qualität.
Es gibt aber einige Pflanzen, die ihre Duftstoffe bei der Wasserdampfdestillation nicht freigeben. Dazu gehören etwa Iris, Jasmin, Hyazinthe oder Magnolie. Sie werden mit Lösungsmitteln wie Hexan, Methanol, Ethanol oder Kohlendioxid behandelt. Nach mehreren Verarbeitungsschritten - unter anderem müssen die giftigen eingesetzten Lösungsmittel wieder herausgefiltert werden - entsteht ein flüssiges oder zähes Endprodukt: die Essence Absolue. Sie ist sehr teuer, riecht dafür aber intensiv. Parfümeure verwenden sie tröpfchenweise. Für ein Kilo Absolue aus der Nachthyazinthe etwa bezahlen sie um 10.000 Euro.
In Europa gibt es viele kleine Hersteller von natürlichen ätherischen Ölen, vor allem in warmen Regionen wie Italien und Frankreich, wo Lavendel- und Rosmarinsträucher und Zitronenbäume wachsen. Naturkosmetikhersteller haben in der Türkei, Rumänien und im Iran Bio-Anbauprojekte, insbesondere für Rosen, angekurbelt, um sich die knappen Rohstoffe zu sichern, die sie für ihre Kosmetika und Parfüms benötigen.
Ätherische Öle werden aber auch in industriellem Maßstab gewonnen. Allein in Madagaskar bauen mehr als 6.000 Bauern Vanille für Symrise an. In Brasilien sind ganze Landstriche von Zitronen- und Orangenplantagen bedeckt, die den Nachschub für die Duftstoffindustrie sichern sollen. Indien deckt 70 Prozent der Weltmarktproduktion an natürlichem Menthol. Auch in China wachsen großflächig verschiedene Aromapflanzen. Denn trotz der großen Auswahl an synthetischen Düften, kann die konventionelle Industrie nicht komplett auf natürliche ätherische Öle verzichten. In einem teuren Parfüm dürfen beispielsweise ein paar natürliche ätherische Öle nicht fehlen. Sie geben dem Duft eine Tiefe, die allein mit synthetischen Düften nicht zu erreichen wäre.
Weitere Infos
Echtes Rosenöl finden
Rosenöl ist nicht gleich Rosenöl, denn dabei kann es sich um ein natürliches oder synthetisches Produkt handeln. Leider ist der Begriff natürliches/echtes ätherisches Öl nicht geschützt. Das sollte auf der Flasche stehen:
• 100 Prozent reines, natürliches oder naturreines ätherisches Öl.
• der vollständige botanische Name der Pflanze, z.B. Lavandula officinalis
• die Anbauweise (Bio, Wildsammlung, kontrollierte Wildsammlung)
• das Herkunftsland
• Gewinnungsverfahren, Hinweis auf Rückstandskontrollen
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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