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26. März 2012
Die Niere
Schrumpfniere
Schrumpfniere

Kleiner und Kleiner

Eine Dialyse kann die Niere zwar nicht ersetzen, aber die künstliche Blutwäsche verbessert die Lebensqualität.
Foto: Eisenhans/Fotolia.com


Wenn die Filterfunktion der Niere aufgrund einer lang andauernden und fortschreitenden Schädigung eingeschränkt ist, spricht man von einer chronischen Nierenschwäche oder Niereninsuffizienz. Die ständigen Vernarbungen führen dazu, dass das Organ schrumpft. Im Endstadium dieser schweren Erkrankung wiegt das ursprünglich 150 Gramm schwere Organ kaum mehr 80 Gramm. Ursache können bakterielle, vor allem aber nicht bakterielle Entzündungen sein. Ein hohes Risiko für chronische Nierenschäden haben Menschen mit Diabetes (Zuckerkrankheit) oder jahrelangem Missbrauch von Schmerzmitteln oder anderen nierenschädigenden Medikamenten. Als häufiger Grund gilt außerdem Bluthochdruck, der zu Gefäßverkalkungen und Durchblutungsstörungen führt. Das Tückische ist, dass eine Schädigung und Verkleinerung der Niere umgekehrt den Blutdruck weiter in die Höhe treibt: ein Teufelskreis, der durchbrochen werden muss. In manchen Fällen ist auch nur eine Niere betroffen.

Symptome: Eine Schrumpfniere entwickelt sich schleichend, die Symptome sind lange Zeit so schwach, dass die Betroffenen sie kaum bemerken. Ein Warnsignal sind Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe, hauptsächlich an den Augenlidern, Knöcheln und Unterschenkeln. Schäumender Urin weist auf einen starken Eiweißverlust der Niere hin. Auch roter oder rotbrauner Harn ist immer ein Warnsignal, das weiter untersucht werden muss. Große Mengen Urin, vor allem nachts, sind möglicherweise ein Anzeichen für eine fortgeschrittene Nierenschwäche, während wenig Urin - weniger als ein halber Liter pro Tag - auf einen bereits eingetretenen Funktionsverlust der Niere hindeutet. Weitere Symptome einer chronischen Niereninsuffizienz sind Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit, Juckreiz oder Muskelschwäche.

Diagnose: Urin- und Blutanalysen geben Aufschluss über mögliche Entzündungen und Leistungseinschränkungen des Filterorgans. Daneben ist das Ultraschallverfahren eine einfache und zuverlässige Methode, um seine Größe und Struktur zu erkennen. Bei einer Schrumpfniere findet man vor allem eine Verschmälerung der Nierenrinde. Möglicherweise wird auch eine kleine Gewebeprobe entnommen und mikroskopisch untersucht, um die genaue Ursache zu ermitteln.

Behandlung: Um den weiteren Schrumpfungsprozess zu bremsen oder die Dialyse zumindest aufzuhalten, müssen einige Regeln strikt eingehalten werden. Wichtig sind: rechtzeitige und konsequente Senkung des Blutdrucks möglichst auf den Idealwert von 120/80 mm Hg, korrekte Zuckereinstellung, Behandlung von Niereninfektionen, Gefäß- und Immunerkrankungen, Vermeidung von schädigenden und nicht lebensnotwendigen Medikamenten, beispielsweise Schmerzmitteln. Täglich sollten die Betroffenen etwa zwei Liter Flüssigkeit trinken, beispielsweise Tee, salzarme Ernährung, Leitungswasser oder Mineralwasser, die möglichst geringe Mengen an schädlichen Mineralien wie Natrium, Kalium oder Phosphat enthalten. Bei völligem Nierenversagen können die Patienten auch mit einer Dialyse relativ normal leben und arbeiten. Die künstliche Blutwäsche kann eine Niere zwar nicht ersetzen, aber zumindest eine jahrelange Wartezeit auf ein geeignetes Spenderorgan mit relativ guter Lebensqualität überbrücken.

( oet )





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