Abnehmen
Strenge Vorgaben

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Metabolic Balance + 5-Faktor-Diät
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Mithilfe einer Blutanalyse sollen bei der Metabolic-Balance-Methode die benötigten Stoffe exakt ermittelt werden. Foto: PeJo/Fotolia.com
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Metabolic Balance
Diätprinzip: wenig Fett, viel Eiweiß. Die Methode basiert auf der Annahme, dass jeder Organismus individuell unterschiedliche Baustoffe aus der Nahrung benötigt, um alle erforderlichen Enzyme und Hormone für eine optimale Funktionsfähigkeit herzustellen. Mithilfe einer Blutanalyse sollen die benötigten Stoffe exakt ermittelt werden. Die Lebensmittel, die genau diese liefern, werden dann in einem individuellen Ernährungsplan zusammengestellt. Ziel ist es zugleich, den Insulinspiegel im Lot zu halten. In Verbindung mit langen Pausen zwischen den Mahlzeiten soll die Fettverbrennung angekurbelt werden. Metabolic Balance kann nur zusammen mit einem Arzt oder Heilpraktiker, einem sogenannten Betreuer durchgeführt werden. Auf Basis der Blutanalyse wird im Metabolic-Balance-Institut der individuelle Ernährungsplan erstellt. Die Kosten betragen im Durchschnitt etwa 300 Euro.
Wie funktioniert es? Nach den Voruntersuchungen beginnt das Programm mit einer zweitägigen "Vorbereitungsphase". In dieser soll der Körper mit Obst- oder Gemüsetagen sowie Einläufen entschlackt werden. Es schließt sich eine "strenge Umstellungsphase" nach Plan an, die bis zur Erreichung des Zielgewichts eingehalten werden soll, mindestens aber 14 Tage. Die Mahlzeiten bestehen in der Regel aus Joghurt, Fleisch, Fisch, Körnern, Gemüse oder Obst. Die erlaubten Mengen sind jeweils vorgegeben. Fett darf nicht zugegeben werden. Alle erlaubten Lebensmittel der verschiedenen Gruppen finden sich in dem individuellen Ernährungsplan. In der "gelockerten Umstellungsphase" kommen weitere Produkte hinzu, außerdem sind zusätzlich drei Esslöffel Öl täglich erlaubt. In der "Erhaltungsphase", die als Dauerernährung gedacht ist, geht es darum, den neu erlernten Essensrhythmus beizubehalten. Für alle Phasen gilt: nur drei Mahlzeiten täglich, fünf Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten.
Das ist positiv: Es gibt jeden Tag Gemüse und Obst sowie magere Milchprodukte.
Das ist weniger günstig: Die hohen Kosten. Heikel ist zudem, dass die Diät in der Umstellungsphase sehr kalorienarm ist, sodass es kaum möglich ist, alle Nährstoffe in ausreichender Menge zu erhalten. Dass beim Abnehmen vor allem eine negative Kalorienbilanz nötig ist, wird nicht thematisiert.
Ist die Diät praktikabel? Metabolic Balance arbeitet mit sehr strengen Vorgaben in Bezug auf gestattete Lebensmittel. Die erlaubten Mengen müssen abgewogen werden, die Mahlzeitenverteilung ist strikt. Das erfordert eine hohe Disziplin und ein großes Durchhaltevermögen. Ob die kleinen Tagesrationen satt machen, erscheint darüber hinaus fraglich.
Sind die Rezepte ansprechend? Die Rezepte sind allesamt für die "Umstellungsphase" konzipiert. Sie enthalten keinerlei Fettzugabe. Dadurch sind sie recht karg und versprechen nicht den größten Essgenuss.
Ist Bewegung ein Thema? Nein.
Fazit: Die zugrunde liegende Theorie ist wissenschaftlich nicht haltbar. Es gibt keine Belege dafür, dass aus einer Blutuntersuchung geschlussfolgert werden kann, dass zum Beispiel nur Hüttenkäse und Mozzarella, aber keine anderen Käsesorten gegessen werden dürfen, um einen gut funktionierenden Stoffwechsel zu erreichen. Da die Kost sehr karg ist, wird man damit vermutlich deutlich abnehmen. Längerfristig ist das strenge Essen nach Plan sicher nicht durchzuhalten, und ob danach tatsächlich die gewünschte Ernährungsumstellung erfolgt und damit eine dauerhafte Gewichtsabnahme erreichbar ist, muss angezweifelt werden.
Die 5-Faktor-Diät
Diätprinzip: viel Eiweiß. Das US-amerikanische Konzept versteht sich als Anleitung für eine dauerhafte Ernährungsweise, die in Gewichtsverlust und besserer Gesundheit resultieren und einfach und überall durchzuführen sein soll. Dafür gibt es fünf Grundregeln, unter anderem täglich fünf Mahlzeiten zu verzehren und mit jeder Mahlzeit fünf Bestandteile aufzunehmen.
Wie funktioniert es? Um Hungergefühle zu vermeiden, werden pro Tag fünf Mahlzeiten vorgeschrieben. In jeder Mahlzeit sollten die fünf Bestandteile Eiweiß, Kohlenhydrate mit niedrigem oder mittlerem glykämischen Index, Fett, Ballaststoffe und ein zuckerfreies Getränk enthalten sein. Pro Rezept sollen maximal fünf Zutaten, nicht mehr als fünf Arbeitsschritte und höchstens fünf Minuten Zubereitungszeit (ohne Garzeiten) angesetzt werden. Dadurch soll die Diät einfach durchführbar sein. Es werden beispielhafte Wochenpläne vorgegeben, die Kost kann aber individuell gestaltet werden.
Das ist positiv: Es werden Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte empfohlen, ebenso magere Milchprodukte sowie pflanzliche Öle. Bei der Orientierung an den Rezepten wird daraus eine kalorienarme Kost resultieren, mit der man abnehmen kann.
Das ist weniger günstig: Der hohe Eiweißanteil kann nur durch den regelmäßigen Zusatz von Eiweißpulver zu den Mahlzeiten erreicht werden. Dies ist weder notwendig noch wünschenswert. Die strikte Vorgabe von täglich fünf Mahlzeiten ist nicht für jeden praktikabel und birgt zudem für manchen die Gefahr, dass unter dem Strich die Nahrungsmengen zu groß werden.
Ist die Diät praktikabel? Die Regel, in jeder Mahlzeit Eiweiß, Kohlenhydrate, Fett und Ballaststoffe plus Getränk zu kombinieren und dabei die Mengen nicht zu groß werden zu lassen, ist nicht so leicht durchführbar wie versprochen. Auch die feste Mahlzeitenvorgabe ist ein Minuspunkt. Sowohl bei den Lebensmitteln als auch bei den Rezepten finden sich zahlreiche US-amerikanische Produkte, die auf dem deutschen Markt nicht erhältlich sind.
Sind die Rezepte ansprechend? Die Rezepte sind für hiesige Ernährungsgewohnheiten ungeeignet, denn sie enthalten häufig nicht erhältliche Produkte wie fettfreie saure Sahne, fettfreier Mozzarella, zuckerfreies Puddingpulver, bestimmte Gewürzmischungen oder Kochspray. Außerdem wird in den meisten Rezepten eine halbe bis eine Tasse Eiweiß zugesetzt - vermutlich ist hier Proteinpulver gemeint. Die Rezepte werden alle ohne jede Fettzugabe zubereitet. Das ist ein Widerspruch zur Theorie, nach der in jeder Mahlzeit auch Fett enthalten sein sollte. Es schränkt auch den Essgenuss erheblich ein.
Ist Bewegung ein Thema? Es gibt ein umfangreiches Trainingsprogramm mit detaillierten Übungen, das als Bestandteil des Gesamtkonzepts fünf Mal pro Woche je 25 Minuten praktiziert werden sollte.
Fazit: Das Konzept hat zwar einige positive Aspekte wie die Empfehlung von reichlich Gemüse, Obst und Vollkornprodukten. Es hat aber auch diverse Nachteile. Dazu zählt der regelmäßige Einsatz von Eiweißpulver und die strikte Mahlzeitenvorgabe. Das amerikanische Konzept ist schon aufgrund seiner Lebensmittelauswahl kaum auf deutsche Kostverhältnisse übertragbar und kann daher hierzulande nicht empfohlen werden.
Weitere Infos
Die passende Leküre:
• Wolf Funfack, Metabolic Balance - Die Diät, Südwest- Verlag, München 2007, 16,95 Euro
• Wolf Funfack, Silvia Bürkle, Metabolic Balance - Das Kochbuch Nr. 2, Südwest-Verlag, München 2008, 14,95 Euro
• Harley Pasternak, Die 5-Faktor-Diät - Essen Sie sich fit, Riva, 2010, 12,95 Euro
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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