Abnehmen
Strikte Trennung

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KFZ-Diät + Neues großes Buch der Trennkost
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Im Rahmen der KFZ-Diät dürfen alle Mahlzeiten mit Gemüse als Sattmacher ergänzt werden.
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KFZ-Diät
Diätprinzip: wenig Fett. Hinter der KFZ-Diät (Kohlenhydrate, Fett, Zwischenmahlzeiten) steht die Theorie, dass es grundsätzlich zur Fettspeicherung kommt, wenn Kohlenhydrate und Fette gleichzeitig gegessen werden. Dementsprechend müssen bei der KFZ-Diät Fett und Kohlenhydrate strikt getrennt voneinander aufgenommen werden.
Wie funktioniert es? Bei Mahlzeiten, zu denen es überwiegend Kohlenhydrate wie Nudeln oder Kartoffeln gibt, sind Fette strikt verboten. An den Kohlenhydraten darf man sich dabei sattessen. Die Mahlzeiten mit überwiegend Fett dürfen hingegen nicht mehr als zehn Gramm Kohlenhydrate enthalten, wobei die Fettzufuhr aber begrenzt ist. Es werden daher fettarme und zugleich eiweißreiche Lebensmittel wie mageres Fleisch oder Fisch empfohlen. Alle Mahlzeiten dürfen mit Gemüse als Sattmacher ergänzt werden. Täglich sollte man zwei Kohlenhydratmahlzeiten (Frühstück und Mittagessen), eine Fettmahlzeit (Abendessen) und zwei Zwischenmahlzeiten (Gemüse oder magere Milchprodukte) zu sich nehmen.
Das ist positiv: Die KFZ-Diät enthält viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte. Trotz des missverständlichen Diätnamens ist die Fettzufuhr begrenzt. Daraus resultiert eine deutlich kalorienarme Kost, mit der man abnehmen kann.
Das ist weniger günstig: Die Vorgaben sind recht strikt und schränken den Essgenuss deutlich ein. Die geforderte Trennung von Fett und Kohlenhydraten als Voraussetzung zum Abnehmen ist unserer Meinung nach nicht sinnvoll. Eine Fettspeicherung erfolgt bei hyperkalorischer Kost und nicht automatisch durch die Kombination von Fett und Kohlenhydraten.
Ist die Diät praktikabel? Aufgrund der recht strikten Vorgaben und eher spartanischen Gerichte erscheint die KFZ-Diät wenig alltagstauglich. Die vorgegebene Mahlzeitenverteilung und die Zeiträume zwischen den Mahlzeiten schränken die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten weiter ein.
Sind die Rezepte ansprechend? Die an Kohlenhydraten reichen Gerichte werden ganz ohne Fett zubereitet und sind daher recht karg. Das gilt auch für die Anzahl der Zutaten. "Rigatoni mit Tomatensoße" werden lediglich aus Nudeln, Tomaten, Zwiebeln, Salz und Gewürzen zubereitet. Die Gerichte der Fettmahlzeit sind unterm Strich eher eiweißreich und fettarm und ebenfalls wenig fantasiereich, zum Beispiel "Fischfilet en papillote" aus Kabeljau, Gemüsewürfeln, Salz und Kräutern. Insgesamt versprechen die Rezepte keinen sehr großen Essgenuss.
Ist Bewegung ein Thema? Es wird zwar auf die Bedeutung von Grundumsatz und körperlicher Aktivität eingegangen, die abgeleiteten Empfehlungen sind aber sehr allgemein oder wenig sinnvoll, weil sie den Energieverbrauch entweder gar nicht oder nur unwesentlich erhöhen. Auch die vorgestellten alltagstauglichen kleinen Kraftübungen erhöhen den Energieumsatz nur wenig.
Fazit: Die zugrunde liegende Theorie ergibt nach Ansicht von ÖKO-TEST keinen Sinn. Voraussetzung zum Abnehmen ist eine negative Energiebilanz. Werden weniger Kalorien aufgenommen als verbraucht, wird der Körper seine Fettreserven abbauen, auch wenn Kohlenhydrate und Fett zusammen in einer Mahlzeit gegessen werden. Die geforderte Trennung bei der KFZ-Diät führt zwar unterm Strich zu einer Kalorieneinsparung, für eine langfristige Ernährungsumstellung ist sie jedoch nicht sinnvoll und in der Praxis auch schwer umzusetzen. Der Langzeiterfolg ist daher fraglich.
Das neue große Buch der Trennkost
Diätprinzip: Trennkost, wenig Fett. Die Trennkost ist in erster Linie keine Abnehmdiät, sondern eine dauerhaft gesunde Ernährungsweise, die einigen Krankheiten vorbeugen oder sie kurieren soll. Krankmachend soll vor allem der gleichzeitige Verzehr von Kohlenhydraten und Eiweiß sein sowie eine Übersäuerung der Körpers durch säurebildende Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch, raffinierte Kohlenhydrate und Kaffee. Bei der Trennkost werden somit eiweiß- und kohlenhydratreiche Lebensmittel zu den Mahlzeiten getrennt verzehrt. Es kommen überwiegend basenbildende Produkte wie Gemüse, Salat und Obst auf den Teller. Als dritte Säule wird eine vollwertige Kost empfohlen.
Wie funktioniert es? Mithilfe eines Trennkost-Kombiplans. Er zeigt die Einteilung der Lebensmittel in die drei Gruppen "Eiweiß" (unter anderem gegartes Fleisch und Fisch, Eier, Milch und die meisten Obstsorten), "Kohlenhydrate" (zum Beispiel Getreideprodukte, Kartoffeln, Bananen und Honig) und "neutral" (Gemüse und Salate, Pilze, kaltgepresste Öle und Nüsse). Zu jeder Mahlzeit darf zwischen einem eiweiß- oder kohlenhydratreichen Gericht gewählt werden. Für einen Basenüberschuss sollen Gemüse, Rohkost und Salate sorgen. Es gibt also entweder ein Fleisch- oder Kartoffelgericht mit Gemüse, aber nicht die Kombination aus Fleisch, Kartoffeln und Gemüse. Ein Mengenplan gibt Anhaltspunkte zu den jeweils geeigneten Verzehrmengen.
Das ist positiv: Insgesamt lernen Interessierte eine abwechslungsreiche Kost mit reichlich Gemüse/Rohkost, Obst und Vollkornprodukten kennen, die eine ausreichende Nährstoffzufuhr ermöglicht und gut satt macht.
Das ist weniger günstig: Bei tierischen Lebensmitteln spielt der Fettgehalt keine Rolle. Wenn also nur fettreiche Sorten gewählt würden, könnten doch zu viele Kalorien zusammenkommen. Die Zuordnung mancher Lebensmittel ist nicht nachvollziehbar. Warum frische Äpfel in die Eiweißgruppe kommen, gelagerte aber in die Kohlenhydratgruppe gehören, ist ebenso unlogisch wie die unterschiedliche Bewertung von Fleisch, Fisch und Milchprodukten. Sie zählen im unerhitzten Zustand als Eiweiß-Lebensmittel, erhitzt hingegen als neutrale Produkte. Auch die Unterscheidung in säure- und basenbildende Lebensmittel ist nur teilweise begründet.
Ist die Diät praktikabel? Die drei Ernährungsprinzipien miteinander zu kombinieren, erfordert eine intensive Beschäftigung mit der Trennkost und ist nicht immer ganz einfach.
Sind die Rezepte ansprechend? Die Rezepte sind zumeist aus gängigen Zutaten und abwechslungsreich. Es überrascht jedoch, dass sich in einigen Rezepten Eiweiß- und Kohlenhydrat-Lebensmittel in Kombination finden, etwa Nudeln mit Schafskäse oder Pellkartoffeln mit Joghurt. Das ist entgegen aller Theorie.
Ist Bewegung ein Thema? Es gibt lediglich wenige kurze und allgemeine Ausführungen zum Thema Bewegung.
Fazit: Die Theorien, die der Trennkost zugrunde liegen, sind wissenschaftlich nicht haltbar. Eine gleichzeitige Verdauung von Eiweiß und Kohlenhydraten ist sehr wohl und ohne gesundheitliche Folgen möglich. Auch die Notwendigkeit des hohen Basenüberschusses lässt sich nicht begründen. Wer sich nach dem Trennprinzip ernährt, schadet sich jedoch nicht. Unter dem Strich ist die Trennkost abwechslungsreich und liefert ausreichend Nährstoffe. Die Trennkost kann beim Abnehmen helfen, weil sie große Mengen an Gemüse, Rohkostsalaten und Obst enthält. Hier wirkt aber die Kalorieneinsparung, nicht das Trennungsprinzip.
Weitere Infos
Die passende Leküre:
• Olaf Adam u.a., KFZ-Diät, Hädecke-Verlag, 2010, 16,90 Euro
• Ursula Summ, Das neue große Buch der Trennkost, Trias-Verlag 19,95 Euro
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Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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