Verpackungsalternativen
Von Aldi bis Volvic

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Die Industrie gibt sich einen grünen Anstrich
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Der "Desto"-Becher der Müller-Verpackungstochter Optipack besteht je zur Hälfte aus einem Polystyrol-Korpus und einer äußeren, stabilisierenden Papiermanschette. Andechser Natur nutzt für seine Joghurts die Papierummantelung. Foto: Optipack GmbH
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Bio-Supermärkte wie Basic oder Alnatura, aber auch Rewe und Plus verpacken ihre Waren zunehmend ökologisch oder testen zumindest die Absatzchancen für Produkte mit grünem Anstrich. Die Großen der Lebensmittelindustrie versuchen sich seit einigen Jahren an Bio-Kunststoffen.
Der Getränkegigant Coca-Cola brachte Ende 2009 mit der "PlantBottle" die nach eigenen Angaben weltweit erste biobasierte Kunststoffflasche auf den Markt. Die Rohstoffbasis für die PlantBottle sind Zuckerrohr und Melasse, ein Nebenprodukt der Zuckerherstellung. Sie ersetzen einen Teil des Erdöls. Zusätzlich zum Pflanzenanteil von 30 Prozent wird in Europa für die Produktion der Flaschen bis zu 50 Prozent recycelter, herkömmlicher Kunststoff (PET) eingesetzt. Die Entwickler von Coca-Cola arbeiten daran, eine Flasche aus 100 Prozent nachwachsenden Rohstoffen herzustellen. Bis 2020 sollen dann, wenn es alles klappt, Getränke weltweit in "grünen" Flaschen verkauft werden.
Konkurrent Pepsi zog 2011 nach und kündigte eine Flasche aus 100 Prozent Bio-Kunststoff (PET) an. Diese soll 2012 erstmals im Zuge eines Pilotprojekts produziert werden. Und während Coca-Cola die Rohstoffe für seine "PlantBottle" – Melasse, ein Nebenprodukt der Zuckerproduktion – zukaufen muss, will Pepsi die Rohstoffe selbst liefern. Da Pepsi neben Kaltgetränken auch Snacks wie Chips und Frühstücksflocken produziert, sollen anfallende Abfälle, zum Beispiel Kartoffelschalen und Getreidehülsen, in Zukunft zur Herstellung des Pepsi-Bio-Kunststoffes verwertet werden.
In Deutschland bereits seit letztem Jahr auf dem Markt ist die Öko-PET-Flasche von Volvic. Die Flasche des französischen Lebensmittelherstellers Danone enthält 20 Prozent Bio-Kunststoff auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen und zusätzlich 25 Prozent recyceltes PET. Man will den CO2-Ausstoß des Unternehmens pro Liter Mineralwasser bis 2012 um 40 Prozent reduzieren und unabhängiger von fossilen Energien werden, heißt es offiziell. Zur gleichen Zeit brachte in Italien der Mineralwasserhersteller Sant´Anna eine vollständig biologisch abbaubare Flasche in die Regale der Supermärkte. Hergestellt wird sie aus dem aus Mais gewonnenen Kunststoff Ingeo, einem von der amerikanischen Firma Nature Works patentierten Bio-Plastik. Dieser besteht aus Polymilchsäure, einem natürlichen Stoff, der aus der Gärung des Pflanzenzuckers gewonnen wird. Nach Angaben des Firmenchefs Alberto Bertone kann die Flasche zusammen mit dem Müll entsorgt werden. Kompostiert soll sie innerhalb von 80 Tagen verrotten. "Wenn wir 50 Millionen Bio Bottles mit dem Gewicht von jeweils 27 Gramm mit der gleichen Anzahl Flaschen aus dem üblichen Material PET vergleichen, sparen wir 13.600 Barrel Erdöl. Mit der gleichen Energie kann man 40.000 Menschen einen ganzen Monat lang mit Strom versorgen", ist Bertone überzeugt.
Einen Umstieg auf Bio-Kunststoffe plant auch der Konsumgüterhersteller Procter&Gamble. Der Konzern, zu dem Marken wie Wella, Blendax, Ariel oder Gillette gehören, will bis 2020 rund 25 Prozent der erdölbasierten Verpackungsmaterialien durch nachwachsende Rohstoffe ersetzen. Langfristig will das Unternehmen alle Produkte und Verpackungen zu 100 Prozent aus erneuerbaren oder wiederverwerteten Materialien herstellen. Im ersten Schritt stellten die Amerikaner die Produktion der Shampooflaschen der Marke Pantene von Erdöl auf Zuckerrohr als Basis um.
In Wasser auflösbare Einkaufstüte
Der Sportartikelhersteller Puma führte 2011 unter dem Namen "Clever Little Shopper" eine in Wasser auflösbare Einkaufstüte ein. Die besteht aus 100 Prozent Maisstärke, ist vollständig biologisch abbaubar und soll alle bisherigen ölbasierten Plastik- und Papiertüten ersetzen, erklärt Puma. Nach Angaben des Unternehmens kann sie entweder zum Kompost gegeben werden, in dem sie in einem natürlichen Prozess innerhalb von drei Monaten rückstandslos abgebaut wird. Oder man legt sie in heißes Wasser, in dem sie sich in wenigen Minuten auflöst. Die Flüssigkeit könne anschließend im Abfluss entsorgt werden. Puma rechnet durch den Verzicht auf herkömmliche Plastik- und Papiertüten in seinen Einzelhandelsgeschäften weltweit mit einer jährlichen Einsparung von 192 Tonnen Plastik und 293 Tonnen Papier.
Während Danone für die Verpackung seinen Activia-Joghurts auf Behälter aus dem Bio-Kunststoff Polymilchsäure (PLA) setzt, gehen Konkurrent Müller und der zur Unternehmensgruppe gehörende Verpackungshersteller Optipack einen anderen Weg in puncto Nachhaltigkeit: Der "Desto"-Becher der Aretsrieder besteht je zur Hälfte aus einem Polystyrol-Korpus und einer äußeren, stabilisierenden Papiermanschette. Durch die Kombination konnte der Kunststoffanteil um mehr als 50 Prozent reduziert werden, so Optipack. Ob das Papier allerdings aus FSC-zertifizierter Forstwirtschaft stammt, wird nicht genannt. Für die Zukunft schließt der Verpackungshersteller den Einsatz von Bio-Kunststoffen nicht aus. Die eigene Forschung konzentriere sich auf das Entwickeln neuer Sorten, die "nicht mit Rohstoffen für die Lebensmittelherstellung konkurrieren". Dazu kooperiert Optipack mit der Fachhochschule Hannover, besser gesagt mit Prof. Hans-Josef Endres, einem der führenden deutschen Spezialisten für Bio-Kunststoffe.
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- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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