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Allergiemittel
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Allergiemittel

Sobald die ersten Pollen fliegen, droht Allergikern Ungemach. Bei akuten Beschwerden helfen nur Medikamente. Wir haben mehr als 50 Mittel für Augen, Nase oder zum Einnehmen unter die Lupe genommen.

Jahrbuch Kleinkinder 2017
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Während die meisten Menschen voller Elan dem Frühling entgegenblicken, ist die Vorfreude bei einem Teil der Bevölkerung getrübt. Spätestens im März wird es ernst für Pollenallergiker - der Übergang von der Grippe- zur Heuschnupfensaison ist oft fließend. Erste Hilfsmittel bei laufenden Nasen und entzündeten Augen sind sogenannte Antihistaminika. Sie bremsen die allergische Reaktion, indem sie Andockstellen (Rezeptoren) für den entzündungsfördernden Botenstoff Histamin an den Zellen blockieren. Das mildert die Beschwerden aber nicht vollständig, weil auch noch andere Botenstoffe allergische Symptome auslösen.

Wir haben die Wirkstoffe von 18 Augentropfen, 27 Mitteln zum Einnehmen und acht Nasensprays bezüglich ihrer Studienlage begutachten lassen und zudem überprüft, ob sie problematische Hilfsstoffe enthalten.

Das Testergebnis

Große Unterschiede bei den frei verkäuflichen Mitteln: Besonders viele "sehr gute" Noten gibt es für Mittel zum Einnehmen. Genau hinschauen sollten Allergiker bei Augentropfen und Nasensprays: Die meisten enthalten problematische Konservierungsmittel.

20 von 27 Allergiemitteln zum Einnehmen schneiden mit der Note "sehr gut" ab. Sie enthalten moderne Wirkstoffe, sogenannte Antihistaminika der zweiten Generation (Cetirizin oder Loratadin). Auch die Antihistaminika der ersten Generation wirken gut, machen aber so müde, dass man nach der Einnahme nicht mehr Auto fahren darf. Deshalb gelten Wirkstoffe wie Clemastin oder Dimetinden als überholt. Hersteller Novartis verwendet sie weiterhin - wir ziehen zwei Noten ab. Noch weniger empfehlen können wir die Kombination des Wirkstoffs Cetirizin mit abschwellend wirkendem Pseudoephedrin. Während eine lokale Anwendung in Nasensprays akzeptabel wäre, kann die Einnahme per Tablette die Herzfrequenz steigern, Angst, Unruhe und Schlafstörungen erzeugen. Der Einsatz von Pseudoephedrin in Allergiemitteln ist eindeutig "zu viel des Guten" und grundsätzlich mit einem schlechten Nutzen-Risiko-Verhältnis behaftet. Weitere Abzüge gibt es für einige Mittel zum Einnehmen wegen der verwendeten Hilfsstoffe: Mehrere Produkte enthalten den Konservierungsstoff Propylparaben (Propyl-4-hydroxybenzoat), der in Lebensmitteln und in Produkten für die Windelregion von Kleinkindern nicht mehr zugelassen ist.

Mehr als die Hälfte der Mittel zum Tropfen oder Sprühen fällt mit "ausreichenden" bis "ungenügenden" Noten ab. Das liegt allerdings nicht an den Wirkstoffen: Neben modernen Antihistaminika wie Azelastin und Levocabastin kommen die gut verträglichen Wirkstoffe Cromoglicinsäure und Lodoxamid zum Einsatz, die zur Vorbeugung und Dauertherapie von Heuschnupfen und allergischer Bindehautentzündung geeignet sind. Diese Mittel wirken nicht sofort, sondern sollten bereits 14 Tage vor dem Pollenflug regelmäßig, meist drei- bis viermal täglich, angewendet werden und eignen sich eher bei leichten bis mittleren Beschwerden. Das Glucocorticoid Beclometason vermindert die entzündliche Reaktion des Gewebes und reduziert die Schleimbildung. Glucocorticoide sind laut Experten für die symptomatische Behandlung von Allergien unverzichtbar. Jedoch setzt die Wirkung auch erst nach einigen Tagen ein. Eine Daueranwendung als Nasenspray kann die Nasenschleimhäute austrocknen, auch Nasenbluten kommt vor.

Etliche Augentropfen und Nasensprays enthalten Benzalkoniumchlorid, einen Konservierer, der die Schleimhäute reizt und selbst allergisierend wirkt.

Weitere Hilfsstoffe in den Nasensprays und Augentropfen, die wir abwerten: PEG/PEG-Derivate - sie können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. Die Substanz Natriumedetat kritisieren wir ebenfalls, sie kann unter Umständen Zellmembranen verändern.





Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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