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ÖKO-TEST Januar 2017
Test
Kinderjeans
Schmutzige Wäsche
Kinderjeans

Jeans sind zeitlos. Sie stehen aber auch für die Ausbeutung von Textilarbeitern. Viele Anbieter geben sich bedeckt, wenn es um Lieferanten und soziale Bedingungen in den Produktionsbetrieben geht. Auch in Sachen Schadstoffe liegt einiges im Argen. Knapp die Hälfte der getesteten Kinderjeans enthält Anilin.

ÖKO-TEST Januar 2017
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Es ist ein Novum, aber vermutlich kein Wendepunkt: Überlebende der Brandkatastrophe im September 2012 in der pakistanischen Textilfabrik Ali Enterprises verklagen den Textildiscounter Kik auf Schadenersatz. Einen Antrag auf Prozesskostenhilfe hat das Dortmunder Landgericht im August 2016 gewährt. Rund vier Jahre nachdem 260 Menschen starben und etliche schwere Verletzungen davontrugen, muss sich damit erstmals ein Textilanbieter wegen grober Sicherheitsverstöße bei einem ausländischen Zulieferer vor der deutschen Justiz verantworten. Ein Teilerfolg, der vor allem darin begründet liegt, dass Kik zum Zeitpunkt des Unglücks der einzig bekannte Kunde von Ali Enterprise war.

Solch klare Verhältnisse sind in der Textilbranche jedoch die Ausnahme. Strukturell habe sich nämlich nach Fabrikbränden wie in Pakistan und dem Einsturz des Rana-Plaza-Gebäudes in Bangadesch, bei dem 2013 insgesamt 1.138 Textilarbeiter starben, viel zu wenig getan, sagt Berndt Hinzmann von der Nichtregierungsorganisation INKOTA-Netzwerk/Kampagne für Saubere Kleidung. Es mangle nach wie vor an Transparenz und der strategischen Umsetzung höherer Sozialstandards, um etwa Hungerlöhnen, massiven Überstunden, Kinder- und Zwangsarbeit vorzubeugen.

In der Regel arbeiten die Produktionsbetriebe für viele verschiedene Kunden, und die Anbieter überblicken das komplexe Geflecht ihrer Zulieferer nicht. Im Falle von Jeans stehen sie oft - wenn überhaupt - mit den Nähereien und Wäschereien am Ende der Lieferkette in direktem Geschäftskontakt, nicht aber mit den Betrieben, die die Garne spinnen, die Stoffe weben, die Baumwolle herstellen und "Zutaten" wie Knöpfe liefern. Indirekt sind große Textilunternehmen teils mit mehreren Tausend Betrieben in unterschiedlichen Ländern verknüpft - vielfach aber ohne Kenntnis über die dortigen Arbeitsbedingungen.

Verhaltenskodizes, in denen die Zulieferer Sozial- und Sicherheitsstandards gemäß den ILO-Kernarbeitsnormen zusichern, sind ohne Kontrollen kaum mehr als Lippenbekenntnisse. Und wenn es Betriebsprüfungen gibt, führen diese häufig nicht zu den gewünschten Änderungen, wie es die Löning-Studie 2016 zeigt. Rund die Hälfte der Befragten, darunter deutsche Textilunternehmen, bewerten die "Durchsetzung und Kontrolle von Standards bei Lieferanten als unzureichend". Den schwarzen Peter schieben sie gerne den Produktionsbetrieben zu. In Hintergrundgesprächen beklagen Anbieter etwa die starke Verhandlungsposition der Zulieferer, die Lieferverträge eher aufkündigen als geforderte Verbesserungen umsetzen würden.



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Inhalt

» Es ist ein Novum, aber vermutlich kein Wendepunkt: ...
» Aus Sicht von Menschenrechts- und ...
» Einen solchen gesetzlichen Rahmen hat auch das ...
» Frei von Formaldehyd: Geht doch! Formaldehyd ...
» Das Testergebnis Transparenz - Kaum ...
» Banal sozial. So gut wie alle Anbieter beziehen ...
» So reagierten die Hersteller - Band of ...
» Drittens ist all das aber nur etwas wert, wenn ...
» BSCI? - BSCI steht für Business Social ...
» So haben wir getestet - Der Einkauf - 21 ...

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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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