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09. Februar 2011
Label Cradle to Cradle?
Label Cradle to Cradle?

Was steckt dahinter?

Bewertung: Das Label Cradle to Cradle kennzeichnet Produkte, die nicht mühsam entsorgt werden müssen.

Wer vergibt es? Das amerikanische Unternehmen MBCD in Zusammenarbeit mit der Firma Environmental Protection and Encouragement Agency (EPEA) Internationale Umweltforschung.

Was bedeutet es? Der Kriterienkatalog ist in die fünf Bereiche Materialgesundheit, -wiederverwendung, Einsatz erneuerbarer Energie, Wasserverbrauch und Sozialstandards unterteilt. Für die Materialgesundheit sind alle Stoffe im Produkt ab einer Konzentration von 0,01 Prozent offenzulegen und nach ihrer Toxizität von geringes oder kein Risiko ("grün") bis hohes Risiko ("rot") einzustufen. Giftige Schwermetalle wie Cadmium und Problemstoffe wie Phthalatweichmacher sind von der Basic- bis zur Platinum-Zertifizierung aus einem Produkt zu entfernen. Für die Gold- und Platin-Zertifizierung dürfen keine als "rot" klassifizierten Stoffe im Produkt verarbeitet werden, auch müssen Emissionsstandards für leicht flüchtige Verbindungen, hierunter fallen Lösemittel wie Styrol oder Benzol, erfüllt werden. Für die Kategorie Wiederverwertbarkeit sind ebenfalls Quoten vorgegeben, die von der Basic- bis zur Platin-Zertifizierung verschärft werden. Eine Silber-Zertifizierung hat beispielsweise eine Handwaschseife der Firma Method, die bei ÖKO-TEST aufgrund halogenorganischer Konservierungsmittel Punktabzug bekäme, oder ein Shampoo von Procter & Gamble, wie das Pantene Pro-V Naturefusion Moisture Balance Shampoo. Das in Deutschland erhältliche Produkt hat im ÖKO-TEST jedoch mit "ungenügend" abgeschnitten, weil es PEG/PEG-Derivate, künstlichen Moschus-Duft und halogenorganische Verbindungen enthält. Die Gold-Zertifizierung haben einige Gesichtpflegeprodukte der Firma Kiehl’s, die das Naturkosmetik-Siegel von Ecocert, das für echte Naturkosmetik steht, tragen.

Bewertung: Der Ansatz "Cradle to Cradle" ist anerkennenswert, weil es prinzipiell darum geht, ausschließlich unproblematische Verbindungen zu verarbeiten und Produkte so herzustellen, dass sie zu einem hohen Grad recycelbar sind. Positiv ist auch, dass kritische Ressourcen wie Energie und Wasser berücksichtigt sowie faire und soziale Arbeitsbedingungen gefordert werden. Jedoch können im Bereich Kosmetika Produkte eine Zertifizierung erlangen, die bei ÖKO-TEST mit schlechten Noten bewertet werden würden. Auch sind bei Kosmetika Stoffe erlaubt, die bei echter Naturkosmetik tabu sind.

( oet )



Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

Informationen anzeigen

Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.




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