Kinderschreibtische
So haben wir getestet

Der Einkauf
Spätestens, wenn Kinder alleine Hausaufgaben machen sollen, muss ein eigener Schreibtisch her. Er sollte möglichst lange halten und „mitwachsen“. Neben einer großen Spanne an einstellbaren Tischhöhen sollte sich die Tischplatte für Grundschüler um mindestens 16 Grad schräg stellen lassen. Wir haben neun höhenverstellbare Modelle mit neigbarer Tischplatte eingekauft und dabei eine Preisspanne von 80 bis knapp unter 600 Euro ausgewählt. Uns interessierte, ob der Preis bei dieser Produktgruppe etwas über die Qualität aussagt. Anbieter, die keine Schülerschreibtische mit höhen- und neigungsverstellbaren Platten im Programm haben, kamen nicht mit in den Test, etwa Ikea. Manche Marke fehlt, weil die Lieferzeit zu lang war, zum Beispiel Hülsta.
Die Praxisprüfung
Verstellmechanismen an Schreibtischen sind eine gute Sache. Nur: Wenn die Bedienung nervig und langwierig ist, führt das ganz schnell dazu, dass man sie nicht mehr anfasst und die Kinder sich eben an eine krumme Sitzhaltung gewöhnen. Bei der Höhenverstellung genügt es, wenn sie für Erwachsene halbwegs einfach zu bedienen ist. Hier stehen ja nur ein, zweimal im Jahr Veränderungen an. Die Neigung der Platte aber sollten Kinder selbstständig verstellen können. Die Experten des beauftragten Prüflabors ließen vier Kinder im Alter von fünf, acht, zehn und 13 Jahren sowie zwei Elternteile an den Schreibtischen schalten und walten, schreiben und malen, und beobachteten, wo es hakte. Ob die Verstellbereiche der Schreibtische den verschiedenen Längen und Proportionen von Schülern gerecht werden, wurde anhand der Empfehlungen der Norm für Schulmöbel DIN EN 1729 überprüft. Weil auch bei Kindern identischer Körperlänge Arme, Beine und Oberkörper recht unterschiedlich ausfallen können, hat man für die Norm Gruppen gebildet. So lässt sich sagen, für Kinder welcher Körpergrößen die Tische ergonomisch ungefähr passen.
Die Inhaltsstoffe
Sowohl Massivholzmöbel als auch Spanplatten können die Raumluft mit Formaldehyd belasten. Das krebserregende Gas kann aus dem Holz selbst ausdünsten, aus Lacken und vor allem aus Klebstoffen, die in Spanplatten in rauen Mengen eingesetzt werden. Neben der Untersuchung auf Formaldehyd haben wir die Schreibtische auf Lösungsmittelausdünstungen und eine Vielzahl anderer kritischer Inhaltsstoffe testen lassen, die etwa im Lack als Weichmacher eingesetzt werden. Wenig hochwertige Tischplatten können zudem mit PVC beschichtet, farbige Teile mit Schwermetallen belastet sein.
Die Bewertung
In puncto Sicherheit haben wir streng bewertet: Es mag zwar schwierig sein, einen Tisch mit verstellbarer Platte so zu bauen, dass man sich auf gar keinen Fall die Finger klemmen kann. Aber es gibt viele offensichtliche Risiken, die die Hersteller mit etwas mehr Sorgfalt vermeiden könnten. Und auch wenn uns keine gesetzlichen Bestimmungen bekannt sind, gegen die einer der Schülerschreibtische verstoßen würde: Wenn sich mehrere relevante Sicherheitsmängel summieren, fällt das Produkt im ÖKO-TEST durch. Das gilt auch im Prüfpunkt Ergonomie, wenn ein Schreibtisch Kinder übermäßig einengt, und natürlich bei den Inhaltsstoffen, wenn Schadstoffe die Luftqualität im Kinderzimmer mindern.
» weiter auf der nächsten SeiteInhaltsverzeichnis» Übersicht» Verletzungsgefahr - Überprüfung von Fingerfallen
» Beengte Verhältnisse - Sitzkomfort auf dem Prüfstand
Hier können Sie unsere Arbeit freiwillig unterstützen:

Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
Informationen anzeigen
Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
Mehr Artikel zu diesem Themengebiet
Pflegeprodukte für Schwangere:
Auf StreifeKinderwagen:
Schieb abJeans, Kinder:
Hosen runter!Baby-Waschgele:
Kein WischiwaschiBabynahrung, Gläschenkost FleischbreieDie Taschengeldfrage:
Jetzt reicht's aberÜbergewicht bei Kindern:
Einmal dick, immer dick?Kinder und Tiere:
Zum Geburtstag ein Hund?Kinderbetreuung:
Gute Krippen gesuchtHeiß umkämpfte Zielgruppe:
Kinder und die WerbungLeserfrage: Muttermilch spendenLeserfrage: Schiefer ZahnLeserfrage: Uneinheitliche Vorschriften für SchulsportbrillenLeserfrage: Heißes Wasser nicht direkt aus der Leitung zapfenLeserfrage: Wie kritisiert man eine Mimose?