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Holzlasuren für innen und außen

Holzlasuren schützen das Holz und polieren es optisch auf. Häufig sind jedoch die Angaben für Allergiker unzureichend. Wir können einige "sehr gute" und "gute" Produkte empfehlen.

Jahrbuch für 2017
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Wir haben 20 Holzlasuren eingekauft, die für innen und außen gedacht sind. Alle Lasuren wurden in Labors auf allergisierende und sonstige problematische Inhaltsstoffe untersucht. Zudem haben wir die Deklarationen eingehend unter die Lupe genommen.

Das Testergebnis

In sämtlichen Produkten sind Stoffe vorhanden, die für sensibilisierte Menschen zum Problem werden können. Und oft sind die Deklarationen, die vor diesen Inhaltsstoffen warnen müssten, unserer Meinung nach unzureichend. Doch weniger empfindlich reagierende Personen können mit einigen empfehlenswerten Produkten arbeiten. Unter den Schlusslichtern finden sich sowohl eine wasserbasierte als auch eine lösemittelhaltige Lasur.

Beim Trocknen der Lasuren gasen Lösemittel aus. Besonders stark natürlich dort, wo die Inhaltsstoffe nicht in Wasser gelöst sind. Sie könnten allein deshalb niemals das Gütezeichen Der Blaue Engel, weil schadstoffarm tragen. Doch auch einige wasserbasierte Produkte sind nicht ohne. Sie schöpfen einen großen Teil dessen aus, was das Gütezeichen erlaubt. Vergleichsweise hohe Gehalte an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) werten wir deshalb auch in wasserbasierten Produkten ab. Trotz allem: Die drei lösemittelbasierten Rezepturen der Naturfarbenhersteller enthalten rund sechsmal so viel ausgasende Stoffe wie die am höchsten belasteten wasserbasierten. Die Naturhaus Holzlasur liegt dabei mit mehr als 400 Gramm pro Liter über dem Grenzwert der VOC-Verordnung für die Kategorie Klarlacke und Lasuren, in die der Hersteller das Produkt eingestuft hat. Kreidezeit und Livos definieren ihre Holzlasur als minimal filmbildend; in dieser Kategorie gilt ein höherer Grenzwert.

Besonders problematisch: In einigen Fällen sind innerhalb der VOC besonders problematische Stoffgruppen oder Einzelverbindungen auffällig. So enthält die Kreidezeit Holzlasur, die fast ausschließlich aus Terpenen besteht, besonders viele aromatische Kohlenwasserstoffe sowie eine hohe Konzentration des Terpens 3-Caren, das ein besonders hohes allergieauslösendes Potenzial hat. Lobenswert: Aus der Hornbach Fenster- und Türenlasur sowie der Primaster Fenster + Flächen Lasur kann so gut wie nichts ausgasen.

Lösemittelbasierte Produkte enthalten oft Stoffe, die eine Hautbildung verhindern sollen, wenn das Produkt längere Zeit steht. In diesem Test wies das Labor nur noch in einer einzigen Rezeptur, der Naturhaus Holzlasur, das krebsverdächtige Hautverhinderungsmittel Butanonoxim nach. Schlimm: Der Hersteller verschwieg das in der Liste der Inhaltsstoffe und sparte sich auch den notwendigen Warnhinweis "Enthält Butanonoxim. Kann allergische Reaktionen hervorrufen". Ebenfalls problematisch sind Kobaltsalze, die die Trocknung beschleunigen sollen. Auch sie sind allergieauslösend und müssen ab bestimmten Mengen mit einem Warnhinweis versehen werden.

Auch wasserbasierte Produkte bergen Risiken. In der Biofa Holzlasur wies das beauftragte Labor Bor nach. Borsalze stehen jedoch im Verdacht, die Fortpflanzung zu gefährden. Die in einem Großteil der Rezepturen verwendeten Isothiazolinone können Allergien auslösen, dennoch tolerieren wir wie Der Blaue Engel maßvolle Gehalte. Für Isothiazolinonallergiker sind jedoch auch diese Produkte tabu. Auro, Biofa und Natural können nach eigenen Angaben durch die Zusammensetzung ihrer Rezepturen auf Konservierungsmittel verzichten; unsere Labore konnten auch keine nachweisen.





Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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