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13. September 2010
Staatlich geförderte Altersvorsorge
Zögernde Abschlüsse
Zögernde Abschlüsse

Lange Mängelliste bei Riester-Produkten

Die Riester- und Rürup-Renten sind für die Versicherten meist ein schlechtes Geschäft. Die Versicherungen selbst verdienen jedoch bestens an den Altersvorsorge-Produkten.


Für das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung ist die Welt noch in Ordnung. Auf der Homepage des Ministeriums wird die Riester-Rente als das Nonplusultra im Kampf gegen die Altersarmut dargestellt. Rund 13,85 Millionen Bürger haben mittlerweile einen solchen Vertrag abgeschlossen, vermeldete das Ministerium stolz im August 2010. Wie schon in den Vorjahren pries die Regierung die Riester-Rente wiederum fast gebetsmühlenartig als „lukrative und besonders sichere Form der zusätzlichen Lebensstandardsicherung im Alter“. Dabei belegen zahlreiche Studien, Fallbeispiele und auch die regelmäßigen Untersuchungen von ÖKO-TEST eher das Gegenteil: Die staatlichen Zulagen klingen zwar verlockend. Schlimmer noch: Sie suggerieren sogar, dass die Produkte in jedem Fall gut sind, weil der Staat sie für förderungswürdig hält. In Wahrheit halten sie jedoch längst nicht, was die Bundesregierung verspricht. Die perfekte Altersvorsorge sind Riester-Renten nur für die Finanzdienstleister. Versicherungen, Banken, Fondsgesellschaften und Bausparkassen verdienen prächtig daran.

Die Mängelliste ist lang. „Unfaire Vertriebsmethoden, begrenzte Offenlegung von Kosten, zweifelhafte Beratungen, unzureichende und unverständliche Verbraucherinformationen sowie erfolglose Beschwerden“ – mit diesen knappen Worten fasst zum Beispiel das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) die von Verbraucherorganisationen zusammengetragenen Kritikpunkte an der Riester-Rente und ihren Anbietern zusammen. Die Berliner Forscher kritisieren zudem, die Politik habe es versäumt, Riester zu einer Pflichtversorgung zu machen. Auch neun Jahre nach Einführung von Riester hätten gerade mal 37 Prozent der Anspruchsberechtigten einen Riester-Vertrag. Damit sei das Förderziel noch lange nicht erreicht, so das DIW und nennt die immer wieder stolz verkündeten Abschlusszahlen „Erfolgsmeldungen ohne Fundament“. Die baden-württembergische Verbraucherkommission kritisiert ebenfalls die mangelnde Transparenz der Produkte und die unzureichenden Informationen. Darüber hinaus plädiert sie für eine Deckelung der Vertragskosten – und damit die staatliche Förderung auch wirklich beim Verbraucher ankommt, macht sie sich für ein einfaches, kostengünstiges Vorsorgekonto stark (siehe „Ein Konto für alles“).

Dabei muss es angesichts der vielen Produkt- und Beratungsmängel nicht verwundern, dass Verbraucher mit dem Abschluss eines Vertrags zögern. Schon die Produktauswahl fällt schwer. Vorsorgesparer haben nicht nur bei der Riester-Rente die Qual der Wahl zwischen sechs verschiedenen Produktlinien mit unterschiedlichem Chance-Risiko-Raster. Daneben können sie mit staatlicher Förderung über den Betrieb auf fünf verschiedenen „Durchführungswegen“ für das Alter sparen oder sich für eine von vier verschiedenen Produktlinien der Rürup-Rente entscheiden (siehe Kasten). Doch je größer und verwirrender die Vielfalt der Auswahlmöglichkeiten, desto eher legen Sparer die Entscheidung auf Eis, weil sie sich überfordert fühlen. Das belegen auch internationale Studien aus der Verhaltensforschung.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Produktofferten allesamt nicht transparent sind. „Allein die Suche nach einem staatlich geförderten Riester-Produkt zur Altersvorsorge gleicht eher einer Lotterie als einem fairen Wettbewerb“, stellte zum Beispiel Andeas Öhler Ende 2009 in einer Studie für den Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fest. So könnten Verbraucher die Kosten für Abschluss und Verwaltung eines Vertrags sowie für einen Vertragswechsel oft kaum erkennen und die Offerten daher nicht vergleichen, so Öhler. Auch die Chancen- und Risiken der Offerten werden vom Großteil der Anbieter gar nicht oder in für den Laien unverständlicher Form dargestellt.




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