Kopfschmerzen
Über 200 Formen

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Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz
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Dank neuer Forschungsergebnisse können Kopfschmerzen heute sehr genau diagnostiziert und erfolgreich behandelt werden. Doch nicht jeder Arzt ist mit den modernen Therapiekonzepten vertraut.
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Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz. Spezialisten kennen über 200 verschiedene Formen, darunter regelrechte Exoten. Besonders empfindliche Menschen werden zum Beispiel vom Eiscremekopfschmerz geplagt, wenn Gaumen und hintere Rachenwand zu schnell mit kalten Nahrungsmitteln in Kontakt kommen. Nach schwerem Tragen kann der Gewichtheberkopfschmerz auftreten und beim Sex der sogenannte Sexualkopfschmerz, der Liebende aus heiterem Himmel auf dem Höhepunkt des Geschlechtsakts überfällt. Betroffen davon sind meistens Männer.
Das gilt auch für den seltenen Clusterkopfschmerz. Das Wort Cluster bedeutet Bündel und bezeichnet eine besonders heftige Form des Kopfschmerzes, bei der sich die Attacken meistens in einem bestimmten Zeitraum bündeln. Patienten vergleichen den Clusterschmerz mit einem brennenden Dorn, der ihnen in die Schläfe gerammt wird oder mit einem glühenden Messer, das ins Auge sticht. Die Anfälle ereignen sich vorwiegend in der Nacht, dauern ein bis drei Stunden und können dann wieder für Monate verschwinden.
Spannungskopfschmerzen weit verbreitet
Über 90 Prozent der Patienten haben jedoch entweder chronische Spannungskopfschmerzen, Migräne oder eine Kombination aus beiden. Nicht selten kommen Entzugskopfschmerzen hinzu, weil der Betroffene zu lange zu viele Schmerzmittel eingenommen hat. Schmerzmittel gehören in Apotheken zu den Kassenschlagern. Dabei zählen Kopfschmerzpatienten zu den besten Kunden. Aber was relativ harmlos mit dem gelegentlichen Griff zur Pille beginnt, kann leicht zu einem ernsthaften Gesundheitsproblem werden. Viele Menschen gewöhnen sich an die schnelle Hilfe und schlucken täglich Schmerzstiller, die die Beschwerden unterdrücken, die Ursachen aber nicht beseitigen.
Der Missbrauch schädigt über Jahre die Organe. Magengeschwüre, Blutgefäßschäden, Tumore der Harnwege und vor allem Nierenschäden bis hin zum totalen Nierenversagen können die Folge sein. Doch damit nicht genug: Der ständige Tablettenkonsum macht süchtig. Und – was die meisten nicht wissen – die Kopfschmerzen können chronisch werden. Ohne es zu ahnen, haben sie ihr Leiden selbst erzeugt.
Risiko Medikamentenkopfschmerz
Gerade der Medikamentenkopfschmerz hat nach Aussagen von Ärzten in den vergangenen Jahren ständig zugenommen. Der Patient leidet dann unter einer Mischung verschiedener Kopfschmerzarten, die er selbst nicht mehr unterscheiden kann. Ob es sich um chronische Spannungskopfschmerzen oder einen Arzneimittelkopfschmerz handelt, lässt sich erst nach dem Entzug feststellen. Inzwischen ist belegt, dass potenziell jedes Schmerzmittel einschließlich der neueren Migränemittel diese Art von Dauerkopfweh hervorrufen kann.
Besonders gefährdet sind Menschen, die schon seit ihrer Kindheit an Kopfschmerzen leiden und entsprechend früh mit Schmerztabletten behandelt wurden. Ähnliches gilt für Kopfschmerzkranke mit ausgeprägtem Pflichtbewusstsein, die die Medikamente oft schon vorbeugend einnehmen, um möglichst keinen Arbeitstag zu versäumen. Aus Angst vor dem nächsten Anfall haben sie ihre Schmerzmittel immer dabei. Frauen sind drei- bis viermal häufiger betroffen als Männer. Auffallend ist auch, dass der Medikamentenkopfschmerz nur bei Patienten mit Migräne oder Spannungskopfschmerzen auftritt. Heute weiß man: Um den berüchtigten Entzugskopfschmerz zu verhindern, dürfen die Geplagten höchstens an zehn Tagen im Monat und nicht länger als drei Tage hintereinander Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen oder Migräne einnehmen.
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