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21. April 2010
Schreckgespenst Wechseljahre
Herzerkrankungen & Osteoporose
Herzerkrankungen & Osteoporose

Gesundheitliche Risiken

Das Risiko für Herzerkrankungen und Osteoporose steigt in den Wechseljahren.
Bild: Fotolia


Risiko Herzerkrankungen
Studien belegen, dass das Risiko eines Herzinfarkts bei Frauen vor den Wechseljahren wesentlich geringer ist als bei Männern. Nach dem Klimakterium gleichen sich die Zahlen an. Ein Grund ist der sinkende Östrogenspiegel und dadurch bedingte Veränderungen im Fettstoffwechsel. Östrogene beugen Gefäßverengungen vor, die durch Cholesterinablagerungen verursacht werden. Die weiblichen Hormone bewirken eine höhere Konzentration des sogenannten guten Cholesterins (HDL-Cholesterin) im Blut, das den Abtransport von Cholesterin aus dem Blut und den Gewebezellen fördert. Wird HDL weniger, kann es schneller zu Arterienverkalkungen kommen. Fehlende Östrogene sind aber nicht der entscheidende Grund für die gefürchtete Arteriosklerose. Neben erblichen Anlagen und Erkrankungen wie etwa Diabetes gelten Rauchen, mangelnde Bewegung, Stress und Übergewicht als die wichtigsten Risikofaktoren.

Wie kann man vorbeugen?
• Eine gesunde Lebensweise ist der beste Schutz gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
• Auf das Gewicht achten. Nach den Wechseljahren sinkt der Grundumsatz im Körper. Frauen benötigen jetzt weniger Kalorien als vor der hormonellen Umstellung. Eine maßvolle Gewichtszunahme von etwa fünf Kilo ist in dieser Phase aber durchaus üblich und sogar wohltuend. Fettgewebe produziert nämlich Östrogene und kann Wechseljahresbeschwerden verringern.
• Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen müssen vom Arzt behandelt werden. Das LDL-Cholesterin sollte unter 155 mg/dl und das HDL-Cholesterin über 45 mg/dl im Blut liegen. Doch auch bei einem erhöhten Cholesterinspiegel müssen Sie sich keine Sorgen machen, wenn das Verhältnis LDL/HDL weniger als drei beträgt und wenn keine weiteren Risikofaktoren bestehen.

Risiko Osteoporose
Als Osteoporose bezeichnet man eine über das normale Maß hinausgehende Brüchigkeit der Knochen, die durch eine Verminderung der Knochenmasse und eine Zerstörung der Knochenstruktur verursacht wird. Der Knochenschwund gilt als Volkskrankheit und tritt vor allem bei älteren Frauen auf. Experten schätzen, dass etwa 40 Prozent der Frauen und 13 Prozent der Männer über 50 Jahren einen durch Osteoporose verursachten Knochenbruch erleiden. Unterschieden wird zwischen zwei Formen: Ursache der primären Osteoporose ist ein komplexes Zusammenspiel von erblichen Anlagen und äußeren Faktoren wie Gewicht, Ernährung oder körperliche Aktivität. Eine besondere Bedeutung bei Frauen hat auch der sinkende Östrogenspiegel mit Beginn der Wechseljahre, der den Abbau von Knochensubstanz beschleunigt. Ursache einer sekundären Osteoporose sind eine Reihe schwerer Grunderkrankungen und Medikationen, beispielsweise die langfristige Einnahme kortisonhaltiger Medikamente. Das Knochenwachstum ist im jungen Erwachsenenalter abgeschlossen, aber im Knochen vollziehen sich dennoch zeitlebens Auf-, Ab- und Umbauprozesse. Etwa zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr setzt ein natürlicher Abbau von Knochenmasse ein, der normalerweise ein bis eineinhalb Prozent jährlich beträgt. Bei der Osteoporose läuft dieser Knochenschwund schneller und stärker ab. Die Krankheit entwickelt sich schleichend und ist im Frühstadium vom normalen Alterungsprozess schwer abzugrenzen. Erst nach vielen Jahren zeigen sich die Folgen: Die Betroffenen neigen zu Knochenbrüchen, hauptsächlich an den Speichen der Unterarme, den Wirbelkörpern und Oberschenkelhälsen, und leiden unter starken Schmerzen. Die Bewegungsfähigkeit ist eingeschränkt. Im fortgeschrittenen Stadium ist eine Behandlung schwierig. Der Knochenschwund kann zwar gebremst, aber verloren gegangene Substanz nur schwer wieder aufgebaut werden. Die Medikamente haben teilweise unangenehme Nebenwirkungen. Aufklärung über die Risiken und Vorbeugung spielen deshalb eine wichtige Rolle.

Woran erkennt man eine Osteoporose?
• Plötzlich aufgetretene und über Wochen anhaltende starke, quälende Rückenschmerzen.
• Nach dem 50. Lebensjahr: ein Knochenbruch aus geringfügigem Anlass.
• Sie sind deutlich kleiner geworden (mehr als vier Zentimeter).
• Sie haben in den letzten Jahren ungewollt mehr als zehn Prozent des Körpergewichts abgenommen.
• Ihre Körperhaltung hat sich verändert: charakteristischer Rundrücken, gewölbter Bauch (Kugelbauch), gestauchte Hautfalten am Rücken (Tannenbaumeffekt).

Wie kann man vorbeugen?
• Entscheidend für den Knochenaufbau ist die Lebensweise zwischen der ausklingenden Pubertät und dem 35. Lebensjahr. Nur wer sich in jungen Jahren viel bewegt und bewusst ernährt, kann die maximale Knochenmasse aufbauen.
• Für den Knochenaufbau benötigt der Körper viel Calcium und Vitamin D. Maßhalten heißt es bei phosphathaltigen Nahrungsmitteln: Vor allem Fertiggerichte, Wurstwaren, Schmelzkäse oder Softdrinks wie Coca-Cola. Auch ein hoher Konsum von Alkohol, Kaffee oder Tee wirkt sich negativ auf den Knochenstoffwechsel aus.

Was kann man gegen eine Osteoporose tun?
Basistherapie ist die tägliche Zufuhr von Calcium und Vitamin D. Wird der Bedarf durch die Nahrung nicht gedeckt, kann beides durch Medikamente ergänzt werden. Bei einer bereits diagnostizierten Osteoporose reicht diese Behandlung allein aber nicht aus, um die Gefahr von Knochenbrüchen zu verringern. Zur weiteren Therapie kommen nach den Empfehlungen der wissenschaftlichen Fachgesellschaften vor allem zwei Substanzgruppen in Frage: Bisphosphonate und SERMs (Selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren). Für Bisphosphonate (Alendronat, Risedronate) gilt als belegt, dass sie Knochenbrüche bei Frauen nach den Wechseljahren vermindern können. Als Nebenwirkungen treten sehr häufig Magen-Darm-Unverträglichkeiten auf, seltener Entzündungen der Speiseröhre. Alendronat ist auch für die Osteoporose des Mannes zugelassen. SERMs (Raloxifen) sind keine Hormone, haben auf die Knochen jedoch eine ähnliche Wirkung. Nebenwirkungen können bei Frauen Thrombosen an den Beinvenen und Hitzewallungen kurz nach den Wechseljahren sein.

Ein paar zusätzliche Tipps:
• Das Rauchen aufgeben. Der jährliche Knochenverlust bei Rauchern ist etwa doppelt so hoch wie bei Nichtrauchern.
• Bewegung vermehrt die Knochenmasse. Besonders gut vor Osteoporose schützen Sportarten, die Knochen und Muskulatur stark belasten.
• Ein regelmäßiger Aufenthalt im Freien fördert die Vitamin-D-Produktion im Körper. Empfohlen wird mindestens eine halbe Stunde täglich.
• Für ältere Menschen ist es wichtig, gezielt die Rücken- und Bauchmuskeln zu trainieren.

Wie sinnvoll ist eine Knochendichtemessung?
Viele Ärzte empfehlen Frauen frühzeitig eine Knochendichtemessung zur Bestimmung ihres Osteoporoserisikos. Doch ein Nutzen der Methode ist bisher nicht belegt. Klar ist: Durch eine Knochendichtemessung allein kann weder die Gefahr von Knochenbrüchen vorhergesagt noch eine Osteoporose diagnostiziert oder eine Behandlung mit Medikamenten eingeleitet werden. Es gibt verschiedene Verfahren mit Röntgenstrahlen oder Ultraschall. Vorrangig empfohlen wird das mit Röntgenstrahlen arbeitende DXA-Verfahren an Lendenwirbelsäule oder Hüfte. Die Knochendichte gibt hauptsächlich den im Knochen eingelagerten Kalksalzgehalt an: den Füllstoff des Knochens sozusagen. Wichtig ist aber auch seine innere Struktur. Die feinen, eng miteinander vernetzten Bälkchen, die dem Knochen seine eigentliche Festigkeit geben, können nicht abgebildet werden. Wenn bei Frauen nach der Menopause schon eine Knochenfraktur vorliegt, kann der Test mithelfen, das Risiko für weitere Knochenbrüche einzuschätzen. Das ist aber nur möglich, wenn man zwei Messungen im Abstand von mindestens einem Jahr miteinander vergleicht - und zwar exakt an derselben Stelle und mit demselben Gerät.



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