Schreckgespenst Wechseljahre
Beschwerden

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Hitzewallungen, Blasenschwäche & Co.
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Hitzewallungen, Herzrasen, depressive Verstimmungen - die Wechseljahre sind für viele Frauen eine Schreckensvision.
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Starke Blutungen
Unregelmäßige Blutungen sind meistens erste Anzeichen des beginnenden Klimakteriums. Grund für besonders starke und verlängerte Blutungen kann ein relatives Übergewicht von Östrogenen gegenüber dem Progesteron sein. Fällt etwa der Eisprung aus, wird überhaupt kein Progesteron gebildet, das ein normales Abbluten der Gebärmutterschleimhaut ermöglicht. Als Folge kommt es nicht selten zu ungewohnten Dauerblutungen. Ein schwankender Östrogenspiegel kann auch Schmierblutungen bewirken, weil die Gebärmutterschleimhaut spontan geringfügig abblutet. Diese Störungen verschwinden in der Regel spätestens nach einem Jahr. Andere mögliche Ursachen für starke Blutungen sind Myome, gutartige Tumore in der Gebärmuttermuskulatur. Sie entstehen häufig durch einen Östrogenüberschuss in der Frühphase der hormonellen Umstellung und können sich nach den Wechseljahren wieder zurückbilden.
Was Frauen tun können ...
• Eine vorsichtige Hormonbehandlung mit Gestagenen oder Progesteron - beispielsweise durch eine Hormonspirale - kann den Östrogenüberschuss ausgleichen und die Blutungen normalisieren.
• Wenn die Blutungsstörungen andauern, wird meistens durch eine Ausschabung die obere Schicht der Gebärmutterschleimhaut entfernt, um eine Krebserkrankung auszuschließen.
• Wenn hormonell bedingte Blutungen auf andere Weise nicht gestillt werden können, schlagen die Ärzte manchmal eine vollständige Entfernung der Gebärmutterschleimhaut vor. Bei der sogenannten Endometriumablation wird die Schleimhaut durch eine elektrische Schlinge oder Laserstrahlen verödet. Eine neuere Methode ist die Ballontherapie. Dabei wird unter Lokalanästhesie eine kleine Sonde in die Gebärmutter eingeführt, die einen mit Flüssigkeit gefüllten Ballon enthält. Dieser wird aufgeblasen und schmiegt sich an die Gebärmutterschleimhaut an. Die Flüssigkeit wird dann auf 90 Grad aufgeheizt, nach etwa zehn Minuten ist die Schleimhaut verödet.
• Blutungen müssen immer abgeklärt werden, weil der Grund eine bösartige Veränderung der Gebärmutter oder Eierstöcke sein kann.
Harnwegsinfektionen
Der sinkende Östrogenspiegel hat auf die Schleimhäute der Blase einen ähnlichen Effekt wie in der Scheide. Das Gewebe wird empfindlicher und reizbarer. Eine Verschiebung des Säuremilieus in der Scheide begünstigt auch Krankheitskeime, die in die Blase einwandern können. Die Folge sind häufigere Harnwegsinfektionen.
Was Frauen tun können ...
• Wer zu Harnwegsinfektionen neigt, sollte generell viel trinken.
• Blase immer vollständig entleeren, ohne zu pressen. Vor allem nach dem Geschlechtsverkehr sollten Sie möglichst bald die Toilette aufsuchen, damit eingedrungene Keime schnell wieder ausgeschwemmt werden.
• Wenn sich erste Anzeichen einer akuten Blasenentzündung bemerkbar machen, werden Tees aus Kamille, Schafgarbe oder Schachtelhalm empfohlen.
• Wenn die Beschwerden andauern, können Sie es auch mit lokalen Hormonsalben oder Zäpfchen versuchen. Die Verschlusskraft der Harnröhre wird dadurch allerdings nicht gestärkt.
Blasenschwäche
Frauen leiden auch häufiger unter Problemen beim Harnhalten als Männer. Ursache sind anatomische Besonderheiten des weiblichen Schließmuskels. Blase, Gebärmutter und Vagina liegen eng zusammen - gestützt durch Bänder, Bindegewebe und Beckenbodenmuskulatur, die mit zunehmendem Alter schlaffer werden. Auch Schwangerschaft und Geburt belasten die Muskulatur am Beckenboden, die Bänder werden teilweise überdehnt. Östrogenmangel in den Wechseljahren bewirkt zusätzlich eine Schwächung des Bindegewebes.
Was Frauen tun können ...
• Konsequentes und tägliches Training stärkt die Beckenbodenmuskulatur und bessert die Beschwerden. Empfohlen werden beispielsweise die Kegel-Übung oder die Känguru-Übung.
• Es gibt auch einige operative Verfahren, mit denen Blase und Harnröhre angehoben und die Probleme beseitigt oder zumindest gebessert werden können.
• Hormonpräparate sind weder zur Prävention noch zur Behandlung von Inkontinenz geeignet.
Hitzewallungen
Die sogenannte fliegende Hitze ist eine typische Erscheinung in den Wechseljahren. Ohne erkennbaren Grund treten plötzlich Schweißausbrüche auf, manche Betroffene werden innerhalb von Sekunden klatschnass. Es wird angenommen, dass diese Schübe etwas zu tun haben mit den hohen Hormonausschüttungen aus der Hirnanhangdrüse als Antwort auf die abfallenden Östrogenwerte. Anscheinend ist aber nicht der Östrogenmangel selbst für die Hitzewellen verantwortlich, sondern eher die mit dem Umstellungsprozess verbundenen Schwankungen im Hormonspiegel. Die Angst vor peinlichen Situationen in der Öffentlichkeit können die Wallungen verstärken. Haben sich die Östrogenwerte auf ein konstant niedriges Niveau eingependelt, verschwinden auch die Schweißausbrüche - meistens nach zwei bis fünf Jahren.
Was Frauen tun können ...
• In einem kühlen Raum schlafen. Wer nachts ständig wie in Schweiß gebadet aufwacht, kann seine Daunendecke gegen zwei dünne Decken austauschen. Wenn eine feucht geworden ist, schichtet man einfach um.
• Locker kleiden und nach dem Zwiebelprinzip mehrere Schichten übereinander anziehen, damit Sie sich je nach Bedarf entblättern können. Die Kleidung und auch Bettwäsche sollten aus Naturfaser sein.
• Maß halten bei Kaffee, schwarzem Tee und Alkohol. Diese Genussmittel begünstigen die Hitzewallungen.
• Regelmäßig Bewegung und Sport werden ebenso empfohlen wie morgendliche Wechselduschen oder Saunabesuche. Im Prinzip gilt: Alles was den Kreislauf in Schwung hält, macht Sie weniger anfällig für die Wallungen.
• Sobald sich ein Hitzeschub ankündigt, hilft es, die Innenseite der Handgelenke unter kaltes Wasser zu halten oder die Arme sogar bis über die Ellenbogen einzutauchen.
• Frauen, die trotz aller Selbsthilfemaßnahmen so stark leiden, dass sie die Hitzewallungen nicht mehr ertragen möchten, können es zunächst mit pflanzlichen Präparaten versuchen. Angeboten werden Extrakte aus Soja, Rotklee oder der Traubensilberkerze. Auch für die Pflanzenhormone gilt: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Im menschlichen Körper können sie genauso wirken wie synthetische Östrogene - mit denselben Nutzen und Risiken.
• Hormonpräparate werden nur noch zur Therapie von anders nicht behandelbaren Wechseljahrsbeschwerden empfohlen, und das auch nur in möglichst niedrigen Dosen und für einen kurzen Zeitraum. Nach dem Absetzen der Medikamente treten die Beschwerden in vielen Fällen wieder auf.
Trockene Schleimhäute
Durch den Rückgang der Östrogene werden Haut und Schleimhäute weniger stark durchblutet. Die Scheidenschleimhaut wird dünner, empfindlicher und beim Liebesspiel langsamer feucht. An der Fähigkeit zum Orgasmus und seiner Intensität ändert sich dadurch jedoch nichts. Dennoch fühlen sich manche Frauen beim Sex stark beeinträchtigt.
Was Frauen tun können ...
• In Übung bleiben, auch durch Selbstbefriedigung. Dadurch wird die Scheidenschleimhaut weiterhin zur Sekretbildung angeregt.
• Es gibt östrogenfreie Gleitcremes, die eine trockene Scheide ausgleichen können.
• Wenn trotzdem Probleme bestehen, können östrogenhaltige Salben helfen. Sie werden lokal in der Vagina angewandt und sind sehr wirkungsvoll.
Schlafstörungen
Schlafprobleme gehören zu den am häufigsten genannten Symptomen im Klimakterium. Ein direkter Zusammenhang mit dem sinkenden Östrogenspiegel ist wissenschaftlich nicht belegt. Hitzewellen und Schweißausbrüche können den Schlummer aber erheblich stören. Auch seelische Faktoren oder altersbedingte Veränderungen spielen möglicherweise eine Rolle. Mit zunehmenden Jahren verkürzt sich die Tiefschlafphase, während sich die Leichtschlafphase verlängert. Ältere Menschen reagieren deshalb empfindlicher auf nächtliche Hitzeattacken, Harndrang oder Lärm und wachen häufiger auf.
Was Frauen tun können ...
• Das Zubettgehen mit einem kleinen Ritual verbinden, das Geist und Körper auf die Nachtruhe einstimmt: leise Musik, eine leichte Bettlektüre, ein Schlummertrunk aus Baldrian, Lavendel, Hopfen oder Melisse. Auch warme Milch mit einem Löffel Honig hilft.
• Mit einem warmen Bad mit duftenden Zusätzen aus Melisse oder Lavendel, das eine Temperatur von 38 Grad nicht überschreiten sollte, entspannen. Dann geht’s gemütlich aufs Sofa und nach einer Stunde, wenn die Körpertemperatur etwas abgekühlt ist, ins Bett.
• Hilfreich beim Einschlafen sind warme Füße und Hände, denn die Körpertemperatur des Schlafenden wandert sozusagen vom Rumpf in die Extremitäten. So erklärt sich die wohltuende Wirkung einer Wärmflasche an den Füßen.
• Vorsicht mit Kaffee und schwarzem Tee: Unter Umständen kann die Wirkung solcher Wachmacher acht Stunden anhalten. Bei nächtlichen Hitzewallungen raten die Experten sogar zur Koffeinabstinenz.
• Zu viel Alkohol tut unruhigen Schläfern nicht gut. Zwei Gläser können schon zu viel sein. Zigaretten kurz vor dem Schlafengehen putschen auf.
• Wenn es mal nicht klappt mit dem Schlaf ist das kein Grund zur Panik. Wichtig ist zu wissen: Wenn man einmal richtig wach ist, dann schläft man normalerweise erst nach eineinhalb Stunden wieder ein. Stehen Sie auf, kochen Sie sich einen Kräutertee, lesen Sie ein Buch oder erledigen Sie Liegengebliebenes, bis Sie wieder müde sind.
• Schlafmittel sollten nur genommen werden, wenn sie medizinisch notwendig und vom Arzt verordnet sind.
Stimmungsschwankungen
Es gibt sie nicht: die klimakterische Depression, die immer noch in vielen Köpfen herumgeistert. Wenn sich Frauen während der Wechseljahre reizbar oder niedergeschlagen fühlen, kann das viele Gründe haben: die Auseinandersetzung mit dem Älterwerden, Zukunftsängste oder Partnerschaftsprobleme. Nicht geklärt ist, ob auch das hormonelle Ungleichgewicht in Ausnahmefällen solche Stimmungsschwankungen auslöst. Depressionen im Sinne einer echten Erkrankung treten nachweisbar im Klimakterium nicht häufiger auf als in anderen Lebensabschnitten. Allerdings können sich bereits vorhandene psychische Probleme oder depressive Erkrankungen in dieser Umbruchsphase verstärken.
Was Frauen tun können ...
• Wer während der Wechseljahre häufig eine innere Leere oder Traurigkeit verspürt, sollte das nicht ignorieren oder ungeprüft auf die Hormone schieben. Depressive Verstimmungen sind ein wichtiges Signal. Gönnen Sie sich mehr Zeit für sich selbst. Schrauben Sie Ihren eigenen Erwartungsdruck zurück und überlegen Sie, ob Sie in Ihrem Alltag etwas ändern können. Machen Sie sich bewusst, dass die Wechseljahre nicht nur das Ende eines Lebensabschnitts markieren, sondern in mancher Hinsicht auch neue Freiheiten und Zukunftschancen mit sich bringen.
• Studien haben gezeigt, dass eine Hormonbehandlung depressive Verstimmungen nicht bessern kann. Wenn Frauen stark leiden, ist es sinnvoller, sich von einem Psychotherapeuten beraten zu lassen.
• Schwere Depressionen können durch Antidepressiva gelindert werden. Die Medikamente müssen immer vom Arzt verordnet werden und dienen als begleitende Maßnahme einer psychotherapeutischen oder psychiatrischen Behandlung.
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- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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