Über ÖKO-TEST - Wirksamkeit
Glaubenskrieg

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Warum testet ÖKO-TEST Discounterprodukte?
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Familien mit kleinen Kindern sind froh, dass Discounter bei ÖKO-TEST berücksichtigt werden. Sie können oft aus finanziellen Gründen ihren Einkauf nicht komplett im Naturwarenhandel oder Bio-Supermarkt erledigen.
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Um die Discounter tobt in der ÖKO-TEST-Leserschaft ein Glaubenskrieg. Die einen fordern, Produkte von Discountern nicht in Tests zu berücksichtigen. Zum Beispiel wegen der Arbeitsbedingungen oder wegen der Behandlung von Lieferanten. Beliebtes Beispiel sind die Milchpreise, die tatsächlich unter anderem wegen der Preispolitik der Discounter für Bauern ruinös sind. Aber auch, weil es offenbar wieder eine Überproduktion gibt. Denn wäre Milch knapp, könnten ja die Bauern höhere Preise durchsetzen.
Auf der anderen Seite sind viele – oft Familien mit kleinen Kindern – froh, dass Discounter bei ÖKO-TEST berücksichtigt werden. Ihr Argument: Sie könnten es sich nicht leisten, ihren gesamten Bedarf im Naturwarenhandel oder in Bio-Supermärkten zu decken. Durch unsere Tests könnten sie, ohne ein schlechtes Gewissen wegen möglicher Schadstoffbelastungen haben zu müssen, beim Discounter einkaufen.
ÖKO-TEST kann, wie oben dargestellt, immer nur das Produkt testen und bewerten, nicht aber die Herstellungsbedingungen. Dabei schneiden die Discounter häufig recht gut ab, weil sie ihre Marktmacht nicht nur einsetzen, um Löhne und Preise zu drücken. Sie fordern beispielsweise von ihren Lieferanten Produkte, die bei ÖKO-TEST (oder auch bei der Stiftung Warentest) mindestens mit "gut" abschneiden. Dadurch wird zum Beispiel der Einsatz von Pestiziden in der Produktion von Obst- und Gemüse eingeschränkt. Denn ÖKO-TEST wertet Produkte schon ab, die mehr als zehn Prozent des gesetzlichen Grenzwertes enthalten. Das ist nur möglich, wenn man so weit wie möglich auf den Einsatz von Pestiziden verzichtet.
Ein anderes Beispiel sind Aromastoffe. Wir kritisieren den Einsatz unter anderem, weil Aromastoffe die Verwendung von minderwertigen Zutaten überdecken können und schon Kinder nicht mehr zwischen natürlichen Zutaten und künstlichem Geschmack unterscheiden können. Seit einiger Zeit verzichten daher Discounter immer häufiger auf Aromastoffe, die im Übrigen nicht nur von ÖKO-TEST, sondern auch von Ernährungswissenschaftlern abgelehnt werden.
Nicht zuletzt ist der Boom der Bio-Produkte, wie wir ihn heute erleben, erst durch die Discounter möglich geworden. Erst seit sie Bio-Lebensmittel zu erschwinglichen Preisen anbieten, sind sie für einen Großteil der Bevölkerung überhaupt verfügbar und damit zu einer Alternative zu konventionellen Produkten geworden. Andererseits muss man nicht gutheißen, dass auch Leute bei Discountern für billiges Geld einkaufen, die es sich leisten könnten, nicht nur auf die Preise und die direkte Produktqualität zu achten.
( oet )
Inhaltsverzeichnis» Übersicht» Vorwurf - Warum untersucht ÖKO-TEST nicht die Wirksamkeit?
» Gefahr - Macht mit Pestiziden belastetes Obst krank?
» Obst und Gemüse - Welchen Sinn macht es, frische Ware zu testen?
» Überflüssige Lebensmittel - Warum testet ÖKO-TEST diese Produkte?
» Bsp. Lippenstift - Sind Ergebnisse auf eine andere Farbe übertragbar?
» Schadstoffe - Warum werden Testkriterien immer wieder geändert?
» Fairness - Warum erfahren die Hersteller vorab die Testergebnisse?
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Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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