Über ÖKO-TEST - Wirksamkeit
Gefahr

|
Macht mit Pestiziden belastetes Obst krank?
|
In der Regel wird man nicht krank, wenn man mit Pestiziden belastetes Obst gegessen hat. Doch was zuviel ist, ist zuviel. Foto: ermess/Fotolia.com
|
In der Regel nicht. Das gilt auch für die Benutzung von Kinderspielzeug, selbst wenn es verbotene Weichmacher enthält, Kleidung mit krebserregenden Farbstoffbestandteilen, "ungenügenden" Lacken, Farben oder Kosmetika. Unsere Tests dienen dem vorbeugenden Verbraucherschutz.
Was das heißt, lässt sich am Beispiel des Rauchens verdeutlichen. Nicht jeder Raucher bekommt Lungenkrebs. Trotzdem muss auf den Zigarettenschachteln davor gewarnt werden. Denn mit jeder Zigarette erhöht sich das Risiko, zu erkranken.
Genauso ist es mit Schadstoffen, die wir in Lebensmitteln, Kinderspielzeug, Kleidung, Kosmetik und all den anderen Produkten finden, die wir Monat für Monat untersuchen lassen. Mit jeder zusätzlichen Schadstoffdosis aus belasteten Produkten steigt das Risiko, dass irgendwann das buchstäbliche Fass überläuft und eine Krankheit ausbricht.
Hier liegt ein weiterer Grund, warum ÖKO-TEST oft über die gesetzlichen Bestimmungen und Grenzwerte hinausgeht. In der Regel gibt es Grenzwerte für einzelne oder auch eine Vielzahl von Schadstoffen in einem Produkt. Sie sollen verhindern, dass die Höchstwerte (ADI- bzw. TDI-Werte) überschritten werden, die als unbedenklich für die tägliche Aufnahme gelten. Bei der Festlegung der gesetzlichen Grenzwerte wird zudem nicht berücksichtigt, dass sich unterschiedliche Schadstoffe in ihrer Wirkung nicht nur addieren, sondern gegenseitig verstärken können.
Beispiel Margarine: Sie enthält den vor Kurzem entdeckten Fettschadstoff 3-MCPD-Fettsäureester. Zum Teil in so hohen Mengen, dass der TDI-Wert schon durch den Verzehr der normalen Menge Margarine überschritten wird. Häufiger noch werden 50 Prozent des TDI erreicht. Allerdings finden sich 3-MCPD-Fettsäureester, die die Nieren schädigen und in hohen Dosen gutartige Tumoren verursachen können, ebenso in anderen Lebensmitteln. Wir fanden den Schadstoff beispielsweise auch in Nuss-Nougat-Cremes oder Doppelkeksen. Wer verschiedene belastete Lebensmittel isst, kann daher über dem TDI-Wert liegen, obwohl die einzelnen Lebensmittel allein als unbedenklich gelten.
Unmittelbare Gefahr besteht allerdings, wenn wie in unserem Test Kinderfahrräder (Heft 5/2009) die Rahmen brechen, oder wie in unserem Test Kaffeemaschinen (ÖKO-TEST-Magazin 12/2008) die elektrische Sicherheit nicht gewährleistet ist. In seltenen Fällen wird bei Pestiziden auch der sogenannte ARfD-Wert überschritten. Das heißt: Schon der einmalige Verzehr so belasteter Lebensmittel kann zu Schäden führen. Absurd und ein weiterer Grund dafür, dass ÖKO-TEST oft strenger ist als der Gesetzgeber: Auch wenn der ARfD-Wert überschritten ist, kann das belastetete Produkt die gesetzlichen Grenzwerte einhalten.
Beispiel Allergien: Unmittelbar kann sich auch eine Allergie bemerkbar machen, die zum Beispiel durch Duftstoffe ausgelöst wird, die wir in Kosmetika kritisieren und abwerten. Umgekehrt kann es allerdings auch passieren, dass Menschen mit Produkten nicht zurechtkommen, an denen ÖKO-TEST nichts zu bemängeln hat, und beispielsweise auf eine "sehr gute" Creme allergisch reagieren. Denn grundsätzlich kann (fast) jeder Stoff bei einzelnen Menschen eine Allergie auslösen. Solche Einzelfälle können wir in unsere Tests und Bewertung jedoch nicht einfließen lassen. Wer davon betroffen ist, wird mit ziemlicher Sicherheit allerdings mit einem "sehr guten" Produkt einer anderen Firma richtig liegen, das den betreffenden Stoff nicht enthält – und selbstverständlich auch keine Stoffe, die bekanntermaßen Allergien auslösen.
» weiter auf der nächsten SeiteInhaltsverzeichnis» Übersicht» Vorwurf - Warum untersucht ÖKO-TEST nicht die Wirksamkeit?
» Gefahr» Obst und Gemüse - Welchen Sinn macht es, frische Ware zu testen?
» Überflüssige Lebensmittel - Warum testet ÖKO-TEST diese Produkte?
» Bsp. Lippenstift - Sind Ergebnisse auf eine andere Farbe übertragbar?
» Schadstoffe - Warum werden Testkriterien immer wieder geändert?
» Fairness - Warum erfahren die Hersteller vorab die Testergebnisse?
» Glaubenskrieg - Warum testet ÖKO-TEST Discounterprodukte?
Hier können Sie unsere Arbeit freiwillig unterstützen:

Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
Informationen anzeigen
Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
Mehr Artikel zu diesem Themengebiet
Yoga- und Pilatesmatten:
MathematikOnlinereisebüros und FlugpreissuchmaschinenHundeflohmittel/Katzenflohmittel:
Es jucktMousepads:
Unten durchHunde- und Katzennassfutter, Premium:
SternekücheCO2-Ausstoß:
Klimaschutz fängt im Kleinen anDie schönsten Touren für Radfahrer, Teil 2Fahrradklau:
Nichts wie wegRadschulen:
Die Schwerkraft als LehrerDie schönsten Touren für Radfahrer, Teil 1Leserfrage: Automatisches Synchronisieren nervtLeserfrage: Ende des UKW-Hörfunks?Leserfrage: Chlor im TrinkwasserLeserfrage: FahrradputzLeserfrage: Unfruchtbar durch Sauna