Kinderfahrradhelme
So haben wir getestet

Der Einkauf
Kinderfahrradhelme gibt es bereits ab zehn Euro. Das erschien uns ein sehr günstiger Preis für ein Produkt, das Verletzungen verhindern oder zumindest abmildern soll – zumal in modernen Helmen oft jede Menge Hightech verbaut ist. Deshalb haben wir nicht nur in Fachgeschäften eingekauft, sondern auch im Discounter und im Selbstbedienungswarenhaus. Wir waren gespannt, ob auch die preisgünstigeren Modelle ein Kind ausreichend schützen. Bei der Auswahl der Größe war es uns wichtig, dass Grundschulkinder die Helme tragen können. Denn laut Herstellern werden an diese Altersgruppe besonders viele Helme verkauft. Das Gros der Produkte im Test ist allerdings auch in anderen Größen erhältlich (siehe Tabelle).
Die Praxisprüfung
Wir ließen die Helme von einem unabhängigen Dienstleistungszentrum für Produktsicherheit untersuchen. Überprüft wurden unter anderem die wesentlichen Sicherheitsanforderungen der europäischen Norm EN 1078: Das Wichtigste, was ein Helm leisten muss, ist Stoßdämpfung. Er soll den Schlag abfedern und auf die Helmschale verteilen, damit der Kopf möglichst wenig abbekommt. Auch auf die Wirksamkeit der Riemen kommt es an – der Helm muss auf dem Kopf bleiben, egal was bei einem Sturz passiert. Im Ernstfall steht für das Kind viel auf dem Spiel. Deshalb haben wir die in der Norm vorgesehenen Belastungen teilweise um zehn Prozent erhöht.
Wird der Helm falsch benutzt, kann er sogar zur Unfallursache werden, zum Beispiel wenn er verrutscht oder beim Fahren als lästig empfunden wird. Versteht sich von selbst, dass wir auch überprüfen ließen, ob in der Gebrauchsanleitung alles angegeben ist, was man zur Einstellung und beim Tragen des Helmes beachten muss.
Problematische Inhaltsstoffe
Die Helme durchliefen ein umfangreiches Schadstoffprogramm: Bei der Analyse wurden vor allem Materialien durchgecheckt, mit denen die Kinder über einen längeren Zeitraum Hautkontakt haben, wie Innenpolster, Gurtriemen und Verschlüsse. Gefahndet wurde nach polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), die in den schwarzen Kunststoffteilen stecken können. Auch „alte Bekannte“, die wir in zurückliegenden Helm-Tests gefunden hatten, rückten erneut ins Prüfvisier, zum Beispiel die umstrittenen halogenorganischen Verbindungen oder das giftige Halbmetall Antimon. Und nicht zuletzt die gesundheitsschädlichen Phthalatweichmacher, die uns nicht nur in Spielzeugen immer wieder beschäftigen und im letzten großen ÖKO-TEST Kinderfahrräder in jedem Produkt steckten.
Die Bewertung
Kinderfahrradhelme müssen in erster Linie eines: den Kopf schützen. Deshalb geht das Testergebnis Praxisprüfung zu 70 Prozent in das Gesamturteil ein. Keine Frage, dass der Sicherheitsaspekt auch ausschlaggebend für die Praxisnote war. Handhabung und Verarbeitung wurden zwar ebenfalls bewertet, fielen aber unterm Strich etwas weniger ins Gewicht. Wir wären allerdings nicht ÖKO-TEST, wenn uns nicht auch die Schadstoffe wichtig wären. Deshalb kann ein Kinderhelm, der im Testergebnis Schadstoffprüfung lediglich mit „ungenügend“ abschneidet, im Gesamturteil nicht besser sein als „ausreichend“.
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Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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