Testberichte aus dem Archiv
ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2013

Wind- und Wettercremes, Kinder
Alle Wetter!

Kälte, Wind und Regen können empfindlicher Haut zusetzen. Damit der Spaziergang durch verschneite Winterlandschaften trotzdem nicht zu kurz kommt, gibt es Wind- und Wettercremes. Unser Test zeigt:Bei fast allen Produkten stimmt die Qualität.
Ob gegen Sonne, Wind und Wetter, fürs Gesicht oder den ganzen Körper - spezielle Pflegecremes und Lotionen füllen in Drogerie- und Supermärkten gleich mehrere Regalmeter. Vordergründig werden sogenannte Wind- und Wettercremes für Babys und Kleinkinder angeboten. Doch auch immer mehr Erwachsenen reicht es, eine solche Creme zu verwenden, weil sie als besonders sensitiv beworben werden. Wie gut sind die Wind- und Wettercremes, die als reichhaltige Emulsion Gesicht und Wangen vor kaltem Wind und eisigem Frost schützen sollen? Dieser Frage ist ÖKO-TEST nachgegangen und hat 17 Wind- und Wettercremes eingekauft und im Labor auf ihre Inhaltsstoffe untersuchen lassen.
Das Testergebnis
16 der 17 Wind- und Wettercremes haben unseren Test bestanden. 14 Produkte sogar mit Bestnote, weil sie keinerlei bedenkliche und umstrittene Inhaltsstoffe enthalten. Einziger Ausreißer nach unten ist mit der Lasepton Baby Wind & Wetter Creme ausgerechnet ein relativ teures Produkt aus der Apotheke, womit sich einmal mehr bestätigt, dass sich Qualität nicht am Preis festmachen lässt.
Die Lasepton-Creme von Apomedica enthält den chemischen UV-Filter Ethylhexyl Methoxycinnamate, für den in Tierversuchen eine hormonelle Wirkung nachgewiesen wurde. Das ist besonders ärgerlich, weil der bedenkliche UV-Filter in einer Fettcreme, die überwiegend in der kalten Jahreszeit verwendet wird, völlig überflüssig ist. Außerdem stecken in der Creme die Konservierungsstoffe Propyl- und Butylparaben, die ebenfalls hormonell wirken können.
Duftstoffe, aber auch Konservierungsmittel wie Formaldehyd/-abspalter und umstrittene halogenorganische Verbindungen, die Kosmetika vor Keimbefall schützen sollen, können der Haut zu schaffen machen. Wie unsere Untersuchungen im Labor zeigten, verzichten die Hersteller aber in den 17 getesteten Produkten auf Substanzen, die als potenzielle Allergieauslöser bekannt sind.
Natürliche Fette und Öle integrieren sich besser ins Hautbild als künstliche Paraffine, die aus Mineralöl hergestellt sind. Daher ist es erfreulich, dass die Wind- und Wettercremes im ÖKO-TEST hauptsächlich natürliche Zutaten wie Bienenwachs, Mandel-, Sonnenblumen- und Olivenöl enthalten.
So reagierten die Hersteller
Das Unternehmen Mann & Schröder, das die Beauty Baby Wind- & Wettercreme für Müller produziert, teilte mit, dass man an einer Rezeptur arbeite, in der die bedenklichen Parabene Propyl-, Butyl- und Isobutylparaben nicht mehr enthalten seien. Interessant: Für seine Sanosan Baby Wind & Wetter Creme, in der diese drei bedenklichen Parabene ebenfalls nachgewiesen wurden, machte das Unternehmen eine derartige Ankündigung nicht.

Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
Informationen anzeigen
Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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