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ÖKO-TEST November 2012
TestHaarfarben
Kein Silberstreif am Horizont
Haarfarben



Jede zweite Frau tut es. Bei den Männern ist es mittlerweile jeder Zehnte. Die dauerhafte Coloration der Haare ist ein ungebrochener Trend. Während Haartönungen mit jeder Haarwäsche schwächer werden und sich herauswaschen, werden bei der dauerhaften Coloration die Farbpigmente in das Haar eingelagert. Die Farbe wächst heraus. Und der Haaransatz will regelmäßig nachgefärbt werden. Dafür greifen Frauen in der Regel alle vier bis acht Wochen zu den Kunstfarben. Obwohl das Selbstfärben zu Hause viel billiger ist als das professionelle Colorieren, lassen 50 Prozent der Frauen ihre Haare lieber beim Frisör färben.

In ÖKO-TESTs hatten Haarfarben in der Vergangenheit schlecht abgeschnitten. Denn die chemischen Kunstfarben haben es in sich. Für eine zuverlässige Färbung grauer Haare sind Chemikalien nötig, die gesundheitliche Nebenwirkungen haben können. So belegte im Jahr 2001 eine US-Studie den Zusammenhang zwischen Haarefärben und Blasenkrebs.

Daraufhin legte die EU-Kommission 2003 ein Bewertungsprogramm auf. Damit sollten Haarfarben identifiziert werden, die von Toxikologen als sicher fürs Haarefärben eingestuft worden waren. Von 381 Färbechemikalien landeten rund 200 Stoffe rasch auf einer Verbotsliste. Mehr als 70 Substanzen stehen mittlerweile auf einer Positivliste. Sie sind mit gewissen Beschränkungen als sicher fürs Haarefärben eingestuft. Ein Krebsrisiko durch aktuell in der EU erhältliche Haarfärbemittel bestehe jedoch nicht, ist der derzeitige Standpunkt des wissenschaftlichen Beratergremiums der EU-Kommission. Der Toxikologe Dr. Hermann Kruse von der Universität Kiel mahnt indes zur Vorsicht: "Aus meiner Sicht ist eine abschließende Bewertung des Krebsrisikos der als Färbechemikalien eingesetzten aromatischen Amine nicht möglich."

Unproblematisch sind die meisten Färbechemikalien auf der Positivliste so oder so nicht: Viele gelten als starke Kontaktallergene. "Hautreaktionen auf p-Phenylendiamin und 2,5-Toluylendiamin verlaufen schwer. Daher sollte alles getan werden, um sie zu vermeiden", bringt Professor Axel Schnuch vom Informationsverbund Dermatologischer Kliniken - der weltweit größten Datenbank zu Kontaktallergien - das Problem auf den Punkt. Hat man eine solche Kontaktallergie erst einmal entwickelt, besteht sie ein Leben lang.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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