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ÖKO-TEST November 2012
TestLinsen
Das ging in die Linsen
Linsen

Linsen schmecken in klassischen und modernen Gerichten. Während fast alle Bio-Produkte in unserem Test in Ordnung waren, fielen die meisten konventionell angebauten Linsen unangenehm auf. Die beauftragten Labore fanden darin Glyphosat - dass die Ergebnisse nicht schlechter ausfielen, "verdanken" die Hersteller einer plötzlichen Erhöhung des Grenzwertes.


Die meisten kennen Linsen als traditionelles heimisches Eintopfgericht. Auch in der Vollwertküche gehört die Hülsenfrucht seit Langem dazu. Linsen werden zunehmend aber auch von Feinschmeckern entdeckt. Egal ob ein delikater Salat mit schwarzen Belugalinsen, eine Möhren-Orangen-Suppe mit roten Linsen oder Linsen-Lasagne - die Kombinationsmöglichkeiten sind vielfältig.

Vor über einem Jahr sorgten ausgerechnet Bio-Linsen für Negativschlagzeilen. Erstmals im Februar 2011 tauchten Meldungen auf, wonach in Bio-Linsen aus der Türkei größere Mengen des Unkrautvernichters Glyphosat gefunden worden waren. Die Bio-Branche war alarmiert. Vorsorglich wurde ein Verkaufsstopp für türkische Bio-Linsen verhängt und bereits ausgelieferte Ware vom Markt genommen.

Verantwortlich für die Lieferung war der türkische Exporteur Tiryaki. Er ist einer der ganz Großen im Bio-Linsen-Geschäft und beliefert zahlreiche Anbieter in Deutschland. Nach Bekanntwerden der Pestizidfunde musste Tiryaki den Export umgehend stoppen und sich einer umfangreichen Prüfung durch die zuständige Zertifizierungsstelle IMO unterziehen. Die Nachforschungen ergaben, dass es nicht beim Anbau der Linsen zu Schlampereien gekommen war, sondern im Betrieb des Exporteurs selbst. Dort hatte man versehentlich Bio-Linsen mit hoch belasteter konventioneller Ware vermischt. Grund dafür war laut IMO die Nutzung einer Siloanlage mit einem gemeinsamen Fördersystem für Bio- und konventionelle Linsen und nicht immer dicht schließenden Verteilerklappen. Zudem sei Glyphosat für Bio-Linsen überhaupt nicht im Fokus gewesen.

Mittlerweile haben sich die Wogen offenbar geglättet. Zumindest werden Bio-Linsen und auch andere Hülsenfrüchte seit dem Vorfall regelmäßig auf Glyphosat untersucht. Der Bundesverband Naturkost Naturwaren Herstellung und Handel (BNN) hat zudem ein Monitoringprogramm für Trockenprodukte aufgelegt, das Herstellern die Möglichkeit gibt, sich in einer gemeinsamen Datenbank zu Pestiziddaten auszutauschen. "Wir versprechen uns davon eine schnellere Identifizierung von Problembereichen", erklärt Kirsten Arp vom BNN. Tiryaki darf laut IMO im Übrigen wieder Bio-Linsen liefern - aber erst nach einer kompletten Reorganisation des Betriebs und dem Aufbau einer räumlich getrennten Verarbeitung und Lagerung von Bio- und konventioneller Ware.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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