Testberichte aus dem Archiv
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2013

Parfüms
Verdufte!

Um neue Kaufanreize zu schaffen, werden Jahr für Jahr mehr als 200 neue Düfte auf den Markt gebracht. Ob Duft, Flakon oder Verpackung - der Kreativität sind bei Parfüms kaum Grenzen gesetzt. Weil Duftstoffe aber zu den häufigsten Allergieauslösern gehören, wollten wir wissen, wie es um die Qualität aktueller Duftwässer bestellt ist. Deshalb haben wir 25 verschiedene Produkte - Trenddüfte, neu aufgelegte Klassiker und Naturparfüms - eingekauft und ins Labor geschickt.
Das Testergebnis
Auch diesmal sind leider nur die wenigsten getesteten Parfüms empfehlenswert. 19 der 25 Damendüfte fallen mit "mangelhaft" und "ungenügend" durch. Nur die Naturparfüms Farfalla Nuvola und Aqua di Tao N° 2 sind frei von bedenklichen und umstrittenen Inhaltsstoffen und damit "sehr gut". Immerhin "befriedigend", weil vergleichsweise gering belastet, sind Trésor Midnight Rose von Lancôme und Hypnotic Poison Eau Sensuelle von Dior.
In 20 Produkten stecken Duftstoffe, die Allergien auslösen können. Besonders problematisch sind die Duftstoffe Isoeugenol und Cinnamal, weil sie ein hohes Allergiepotenzial haben. Ausgerechnet sie sind in mehr als der Hälfte der Parfüms zu finden, die wir getestet haben. Weil diese Duftstoffe deklarationspflichtig sind, kann man auf der Verpackung nachlesen, ob sie enthalten sind. Vorausgesetzt natürlich, die Hersteller machen vernünftige Angaben. Etliche Hersteller haben dieses Mal Stoffe deklariert, die in den von uns eingekauften Parfüms gar nicht enthalten sind.
Nicht deklarationspflichtig, aber problematisch: In 18 Produkten hat das Labor polyzyklische Moschus-Verbindungen, in sieben zusätzlich Cashmeran und in einem zusätzlich Nitromoschus-Verbindungen nachgewiesen. Diese synthetischen Verbindungen, die sich im Körper anreichern können, sind für den Verbraucher leider so gut wie nicht auszumachen, weil die Hersteller sie unter den Begriffen Parfüm oder Aroma angeben können.
Inzwischen ist der Phthalat-Weichmacher Diethylphthalat (DEP), der als Duftstabilisator oder zur Vergällung von Alkohol eingesetzt wird, in den meisten Parfüms nicht mehr zu finden. Das ist die gute Nachricht. In den sechs Marken, in denen die Substanz nachgewiesen wurde, langen die Hersteller aber richtig zu, sodass es gleich zwei Noten Punktabzug gibt. Der Kosmetikkonzern Coty, der bis auf Versace Vanitas die im Test vertretenen DEP-haltigen Produkte vertreibt, hat allerdings angekündigt, künftig sukzessive auf den Stoff in Parfüms zu verzichten.
Nur vier Parfüms kommen ohne bedenkliche UV-Filter aus. In 21 Produkten kommen die Sonnenschutzfilter Ethylhexyl-Methoxycinnamate und/oder Benzophenone-3 zum Einsatz, die im Verdacht stehen, wie ein Hormon zu wirken. Allerdings müssen sie wie die deklarationspflichtigen Duftstoffe auf der Packung angegeben werden und sind damit für die Verbraucher leicht auszumachen.

Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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