Testberichte aus dem Archiv
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2013

Putenfleisch
Wohl bekomm’s

Putenfleisch gilt als gesunde Alternative zu Rind oder Schwein. Pute kommt auch bei denen auf den Tisch, die Hähnchenfleisch wegen der unwürdigen Haltungsbedingungen ablehnen. Die dürften nach unserem Test um eine Illusion ärmer sein.
Für Puten sind 149 Tage ein langes Leben. Älter ist keines der Tiere geworden, deren Fleisch wir getestet haben. In Deutschland wird hauptsächlich die Rasse Big 6 gemästet. Im Test haben wir außerdem Fleisch von Big-7- und Hybrid-Converter-Puten. Alle drei sind Hochleistungsrassen, wobei sich Hochleistung darauf bezieht, dass sie schnell schlachtreif werden, das Futter gut verwerten und einen Brustfleischanteil von zirka 30 Prozent am gesamten Lebendgewicht haben.
Das hat Folgen. Die Puten leiden an "Verformungen an den Fersengelenken, Fußballengeschwüren, gestörter Knochenentwicklung der Beine, Erkrankungen der Atemwege und des Herz-Kreislauf-Systems", so die Albert Schweitzer Stiftung, die sich in allen Bereichen des Tierschutzes engagiert. Den Küken werden außerdem kurz nach der Geburt die Schnäbel gekürzt. Was das für die Tiere bedeutet, beschreibt die Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung so: "In der Folgezeit tritt der sogenannte Phantomschmerz auf, unter dem zum Beispiel auch Beinamputierte leiden. Jede auch noch so sanfte Berührung der durchtrennten Nervenbahnen verursacht weitere Schmerzen." Trotzdem muss das Tier den Schnabel durchgängig weiterbenutzen, weil es ansonsten schlicht verhungern würde. Notwendig sei das Schnäbelkürzen, weil die Puten mit den Haltungsbedingungen nicht zurechtkommen, so die Argumentation der Befürworter. Denn die Tiere, die in Freiheit lebend voneinander Abstand halten und nachts auf Bäumen schlafen, werden zu Tausenden in riesigen Ställen zusammengepfercht. In dieser Enge gehen sie aufeinander los und würden sich gegenseitig tot hacken.
Machen die Öko-Putenmäster etwas anders? Die Öko-Erzeuger mästen hauptsächlich Hennen. Die sind mit zirka 8,5 Kilogramm Schlachtgewicht nicht nur leichter als konventionelle Hennen, die etwa zehn Kilo auf die Waage bringen müssen, sondern auch nicht einmal halb so schwer wie die Truthähne in unserem Test, die um die 19 Kilo wogen. Durch das geringere Gewicht kommt es bei den Bio-Puten zu weniger Schäden an den Gelenken, die Puten können auch noch in den Tagen vor der Schlachtung laufen.
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Natürlich interessierte uns für unseren Test ...

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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