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ÖKO-TEST Jahrbuch für 2013
TestPestizide in Lebensmitteln
Zu viel ist zu viel
Pestizide in Lebensmitteln

Die Pestizidbelastung von Obst und Gemüse, das innerhalb der EU angebaut wird, ist erfreulicherweise gesunken. Untersucht man jedoch abseits der großen Warenströme Produkte wie Weinblätter, Linsen oder exotische Früchte, dann zeigt sich plötzlich ein ganz anderes Bild: Wir fanden in 13 von 54 Produkten Rückstände über den Höchstmengen. Zehn davon hätten gar nicht verkauft werden dürfen.


Eigentlich hatten wir ja gedacht, das Problem mit überhöhten Pestizidmengen in Obst und Gemüse hätte sich im Großen und Ganzen erledigt. Das liegt insbesondere an einer besseren Qualitätssicherung der großen Handelsketten, die von ihren Lieferanten häufig verlangen, die offiziellen Rückstandshöchstmengen zum Teil zu einem beträchtlichen Prozentsatz zu unterbieten.

Es gibt allerdings noch einen weiteren Grund, weshalb Rückstände heute häufiger unterhalb der Höchstmengen bleiben. So wurden im Zuge der EU-Harmonisierung Rückstandshöchstmengen nach oben angepasst, und auch das dürfte den Handel mit Obst und Gemüse "entspannt" haben.

Dennoch gibt es immer wieder problematische Produktgruppen, in denen plötzlich bestimmte Stoffe gehäuft auftreten. Besondere Risiken birgt zudem Drittlandsware. Zahlen des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes (CVUA) Stuttgart von 2011 weisen für konventionell angebautes Gemüse aus Nicht-EU-Ländern eine Beanstandungsquote von 13,5 Prozent und für konventionell angebautes Obst aus diesen Ländern von 6,6 Prozent aus - das ist deutlich mehr als in Obst und Gemüse aus Europa und dem Inland gefunden wurde.

Wir haben uns im Test die aktuellen Problemfelder vorgenommen und wollten wissen, wie die Situation derzeit im Markt aussieht. Sämtliche Waren wurden im Labor auf über 500 Pestizide untersucht.

Das Testergebnis

Jedes vierte Produkt überschreitet Höchstmengen. Unsere Stichprobe zeigt, dass die Kontrollen der Überwachungs- und Zollbehörden offenbar nicht ausreichen, um die Regale von nicht verkehrsfähigen Lebensmitteln frei zu halten. Nicht verkehrsfähig sind Produkte, deren gemessener Pestizidgehalt auch nach Abzug einer analytischen Schwankungsbreite von 50 Prozent noch über der Höchstmenge liegt. Dies trifft auf zehn Produkte im Test zu. Betroffen sind alle Weinblätter.

Negativ aufgefallen sind auch Linsenprodukte sowie einzelne Proben aus Brasilien, Senegal, Mexiko, Indien und Uganda. Dies lässt jedoch nicht den Schluss zu, sämtliche Exoten seien mit Vorsicht zu genießen. Im Gegenteil: Bohnen, Zuckererbsen, Ananas, Papaya und Mangos waren gar nicht oder nur sehr gering belastet.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

Informationen anzeigen

Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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