Testberichte aus dem Archiv
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2013

Spaghetti
Alles paletti?

Spaghetti sind beliebt. Ob auch die Qualität stimmt, ließen wir an 25 Marken testen. Rundum empfehlen können wir zehn Produkte. Einige Male verderben jedoch Schimmelpilzgifte und Mineralöl den Appetit. Auch mit der Kennzeichnung von Allergenen steht es nicht immer zum Besten.
Die mit Abstand populärste Nudelsorte sind Spaghetti. Das ist auch kein Wunder, denn sie verbinden sich gut mit den unterschiedlichsten Saucen, egal ob es sich dabei um eine klassische Tomatensauce handelt oder einen Sugo mit Meeresfrüchten.
Wir haben 25-mal Spaghetti aus Hartweizengries eingekauft, darunter die allseits bekannten Marken. Für alle, die auch mit einer No-Name-Nudel leben können, kamen Produkte vom Discounter und aus dem Supermarkt hinzu.
Das Testergebnis
Zehn Marken schneiden mit "sehr gut" und vier mit "gut" ab. Die übrigen erreichen nur mittlere Noten.
Drei Produkte enthalten erhöhte Gehalte von Schimmelpilzgiften, wofür es Notenabzug gibt. Denn wer eine 125-Gramm-Portion dieser belasteten Nudeln verzehrt, nimmt bereits mehr als die Hälfte der von Fachleuten tolerierten Tagesdosis auf.
In zehn Spaghettimarken wies das Labor Spuren von Hühnereiklarprotein nach. Da der Hinweis "Kann Spuren von Ei enthalten" auf den Packungen jedoch fehlt, könnten Menschen mit einer Hühnereiallergie irrtümlich glauben, diese Produkte seien für sie geeignet. Noch problematischer ist es, wenn Spaghetti als eifrei beworben werden, in Wirklichkeit aber Ei-Allergene enthalten, wie die Byodo Spaghetti und 3 Glocken Genuss Pur Spaghetti.
In den Rewe Spaghetti wurde Mineralöl gefunden, das aus der Verpackung stammt. Auch wenn man die Gefährlichkeit dieser Ölgemische noch nicht im Detail kennt, ist bekannt, dass sich Mineralöl im Körper ablagern kann. In Tierstudien führten die Verbindungen zu Schäden an Leber, Lymphknoten und Herzklappen.
Die Mamma Gina Spaghetti von Netto Marken-Discount enthalten mehr Weichweizen als eine Verordnung zur Qualität von Getreideerzeugnissen erlaubt, allerdings auch nicht so viel, dass die Kochstabilität darunter leiden würde. Deshalb ziehen wir nur einen Punkt ab.
Die Portionen, die Hersteller auf ihren Produkten empfehlen, sind zum Teil deutlich zu klein. So gibt Lidl umgerechnet mickrige 33 Gramm Spaghetti für eine Portion an, und auch bei Penny sind es nur wenig mehr, nämlich umgerechnet 43 Gramm. Geärgert hat uns auch die Angabe "gekochte" Nudeln. Wer diese Empfehlung ernst nimmt, müsste die Spaghetti nach dem Kochen abwiegen. Das ist niemandem zuzumuten.
So reagierten die Hersteller
Rewe erklärte, dass die Umstellung der Kartonverpackung auf Folie bereits eingeleitet sei. Für die Übergangsphase habe man mit dem Lieferanten eine Umstellung auf einen Frischfaserkarton vereinbart.

Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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