Testberichte aus dem Archiv
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2013

Lactosefreie Lebensmittel
Mehr Spaß im Glas

Ob Joghurt, Käse oder Eis: Fast alle Milchprodukte gibt es heute schon als lactosefreie Variante. Schade nur, dass einzelne Marken Probleme mit Weichmachern, Gen-Technik oder dem richtigen Aroma haben. Und wie bei normalen Milchprodukten gilt auch für die lactosefreien: Bio ist die bessere Wahl.
Menschen, die unter einer Lactose-Intoleranz leiden, können keinen Milchzucker aufspalten. Die Industrie hat sich darauf eingerichtet und bietet lactosefreie Produkte an.
ÖKO-TEST wollte wissen, ob diese auch wirklich lactosefrei sind, ob sie von der Qualität mit anderen Milchprodukten mithalten können und ob problematische Inhaltsstoffe enthalten sind.
Das Testergebnis
Mit keinem getesteten Produkt wird ein Verbraucher mit Lactoseintoleranz Probleme haben. Alle Produkte enthalten weniger als 0,1 Prozent Lactose.
In der Qualität unterscheiden sich die lactosefreien Produkte nicht von herkömmlichen Milchprodukten. Die meisten bekommen gute Noten. Punktabzug gibt es aber für alle Hersteller, die Gen-Futter für die Kühe erlauben oder nicht das Gegenteil beweisen konnten. Und das sind fast alle Produzenten im konventionellen Bereich.
In dem Alpro Soya Original mit Calcium hat das von uns beauftragte Labor gentechnisch veränderten Soja nachgewiesen. Zwar unterhalb der Menge, die man mengenmäßig bestimmen kann. Daher handelt es sich offensichtlich um eine Verunreinigung. Aber das Ergebnis zeigt, dass ein Nebeneinander von gentechnikfreiem Soja und Gen-Soja nicht funktioniert.
In dem Fruchtjoghurtersatz Sojade Soja Spezialität mit Bifidus, Erdbeere sollte nur Aroma stecken, das auch fast ausschließlich aus der Erdbeere stammt: "Natürliches Erdbeere-Aroma" steht auf der Packung. Tatsächlich wies das von uns beauftragte Labor aber nach, dass hier auch synthetisches Aroma drin ist. Auch beim Bio Gildo Rachelli Schoko Eis lactosefrei wurde gemogelt: Von der gemahlenen Vanilleschote, die laut Zutatenliste im Eis ist, war im Labor kein bisschen Vanillearoma nachweisbar.
Im Hirtenkäse der Marke Minus L hat das von uns beauftragte Labor den Weichmacher DEHP nachgewiesen. Dieser ist als fortpflanzungsgefährdend eingestuft. Woher der Stoff im Käse kommt, können wir nicht sagen. Denkbar ist, dass er nicht aus der Verpackung stammt, sondern aus Tanks oder Schläuchen in der Produktion.
Punktabzug gibt es für die Abbildung saftiger Weiden auf der Packung, obwohl die Kühe ganz offenbar vor allem im Stall stehen. Denn was die Kuh zu fressen bekam, ob Kraftfutter oder Gras, das lässt sich im Nachhinein anhand bestimmter Fettsäuren nachweisen. Dreist, wenn die Hersteller dann auch noch saftige Weiden auf die Packung drucken.
So reagierten die Hersteller
Die Molkerei Omira erklärte, man habe sich entschlossen, im Laufe des Jahres die Fütterung mit gentechnikfreiem Futter zu fördern. Dies werde mit einem Zuschlag belohnt.

Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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