Testberichte aus dem Archiv

Fischstäbchen
Stäbchenprobe

Für kleine Kinder ist klar: Wenn es schon Fisch sein muss, dann am liebsten länglich, eckig und knusprig. Und natürlich ohne Gräten. Wer aber auch qualitativ gute Fischstäbchen haben will, muss beim Einkauf aufpassen. Denn manches Testergebnis kann die Vorfreude auf das Familiengericht kräftig schmälern.
Zu jedem Fisch gehören Gräten, Schuppen, Flossen und Kopf. Das sind schon mal vier Gründe, warum Lachs, Scholle und Co. so selten im Ganzen auf den Tisch kommen, insbesondere wenn Kinder mitessen. Doch ganz auf Fisch verzichten, möchte kaum eine Familie. Immerhin gilt Fisch als gesund: Er liefert Eiweiß und wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Gut, dass es das Fischstäbchen gibt.
Ein Gericht, das zwar aus Fisch besteht, mit seiner knusprigen Panade aber so aufbereitet ist, dass nichts mehr so recht an glitschige Wasserbewohner mit glubschigen Augen erinnert. Goldbraun in Fett gebraten und mit Remoulade serviert, ist das Fischstäbchen allerdings kein wirklicher Kompromiss zwischen Gesundheitskost und Fast Food.
Beliebt ist es trotzdem: Knapp 60.000 Tonnen Fischstäbchen haben die Deutschen im vergangenen Jahr verdrückt. Das sind 24 Stück pro Kopf. Tendenz leicht steigend. In Familien mit Kindern dürfte der Verbrauch weit höher liegen. Denn Fischstäbchen sind ein typisches Kindergericht.
Ist lecker. Ist bequem. Ist Fisch.
Sie "sehen nicht nach Fisch aus", haben eine "bequeme Form", "riechen nicht nach Fisch" und schmecken durch die krosse Panade auch nicht nur danach, heißt es als Erklärung von Tiefkühlhersteller Apetito. Und Panade ist bei Kindern bekanntermaßen beliebt, ganz gleich, ob sich unter ihr Hähnchennuggets, Schnitzel oder eben Fisch verstecken.
Bis aber das Messer die knusprige Hülle durchteilt und das darunterliegende Fischfilet freigibt, ist viel Technik nötig: Am Anfang stehen Fischfilets, die noch auf dem Fangschiff in Behältern zu dicken Platten gefroren werden. Erst in der Fabrik werden diese dann in Fischstäbchengröße zersägt. Der Rohling wandert anschließend durch ein "Nasspanadebad", eine Art flüssigen Teig, um anschließend mit der "Trockenpanade", also Paniermehl, überzogen zu werden. Schließlich werden die Stäbchen in heißem Fett vorfrittiert. Und zwar genau so lange, dass Fisch und Panade gerade so verbacken, das Innere aber tiefgefroren bleibt.
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