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ÖKO-TEST September 2012
TestBabynahrung, Gläschenkost Fleischbreie
Und wo bleibt das Fleisch?
Babynahrung, Gläschenkost Fleischbreie



Wir wollten wissen, wie gut Industriekost ist und haben 14 fleischhaltige Breimahlzeiten eingekauft. Dabei haben wir uns dieses Mal auf die Kinderklassiker Spaghetti Bolognese und Schinkennudeln konzentriert. Im Labor wurden die Produkte umfangreichen Schadstoffuntersuchungen unterzogen. Auch die Werbeaussagen auf den Gläschen waren Teil des Prüfprogramms.

Das Testergebnis

Nur ein Brei schneidet mit "gut" ab. Alle anderen sind bestenfalls "befriedigend" oder "ausreichend". Die Bebivita-Breie belegen sogar nur den letzten Rang. Der Hauptkritikpunkt: Alle Breie enthalten für ein fleischhaltiges Produkt einfach zu wenig von dieser wichtigen Zutat. Die meisten sind zudem schlecht oder gar irreführend deklariert.

Alle Hersteller sparen am Fleisch. Wie viel Fleisch im Brei steckt, lässt sich an der Zutatenliste ablesen. Danach liegt der Fleisch- bzw. Schinkenanteil der Produkte zwischen 5 und 10,5 Prozent. Deutlich mehr empfiehlt Ernährungsexperte Professor Berthold Koletzko von der Kinderklinik der Universität München: "Für eine insgesamt gute Versorgung mit Spurenelementen ist ein Fleischanteil von etwa zwölf Prozent wünschenswert." Rechnet man dies auf die absolute Menge um, dann stimmen die zwölf Prozent gut mit dem vom Forschungsinstitut für Kinderernährung empfohlenen 30 Gramm Fleisch überein. In den Testgläschen stecken aber nur 11 bis gut 23 Gramm. Der zu knappe Fleischanteil führt allerdings nicht nur deshalb zur Abwertung, weil dann nur wenig Eisen im Gläschen steckt. Fleisch ist eben auch ein guter Lieferant für Zink - und es trägt zu einer besseren Aufnahme von pflanzlichem Eisen bei.

Eisenzusatz kann fehlendes Fleisch nicht ersetzen. Im Test sind die beiden Breie von Bebivita mit Eisensalzen angereichert. Isoliertes Eisen kann jedoch das umfassende Nährstoffspektrum von Fleisch nicht ersetzen und wird zudem deutlich schlechter aufgenommen als Eisen aus Fleisch. Außerdem gibt es Hinweise, dass Häm-Eisen - so der Fachausdruck für Eisen aus Fleisch - die Sauerstoffaufnahme im Blut besser unterstützt als zugesetzte Eisensalze. Das haben Wissenschaftler in vergleichenden Studien herausgefunden. Die Eisensalze wanderten dabei vorrangig in die Eisenspeicher. Überdosierungen müssen Eltern aber nicht befürchten, da die Diät-Verordnung einen Höchstgehalt für die Anreicherung vorschreibt und sich dieser auf einem relativ niedrigen Niveau bewegt.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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